Patrick Bruels Polizeigewahrsam verlängert – weitere Frauen erheben Vorwürfe
Die Ermittlungen gegen den Sänger wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung weiten sich aus. Mittlerweile sollen 13 Frauen belastende Aussagen gemacht haben, neue Klagen wurden eingereicht.

Die Pariser Kriminalpolizei hat den Gewahrsam des französischen Sängers und Schauspielers Patrick Bruel um 24 Stunden verlängert. Wie die Staatsanwaltschaft Nanterre am Dienstag mitteilte, werde der 67‑Jährige nun bis Mittwochfrüh in den Räumen des ersten Polizeidistrikts festgehalten. Ihm werden Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe vorgeworfen, die sich auf Anschuldigungen von mindestens 13 Frauen stützen. Die Ausweitung des Verfahrens wurde von mehreren internationalen Medien aufgegriffen – von schwedischen bis italienischen Blättern – und unterstreicht die grenzüberschreitende Brisanz des Falles.
Die Untersuchung nahm ihren Ausgang nach Strafanzeigen dreier Frauen wegen mutmaßlicher Übergriffe in den Jahren 1997, 2000 und 2001. Im Laufe der Ermittlungen brachten sich jedoch immer weitere mutmaßliche Geschädigte bei der Zentralstelle in Nanterre vor. Nach Informationen von Le Figaro zählen dazu eine ehemalige Schönheitskönigin und eine Physiotherapeutin, die bereits im sogenannten Masseurinnen‑Fall von 2021 ausgesagt hatte – ein Verfahren, das damals eingestellt worden war. Zeitgleich kündigte eine weitere Frau über ihre Anwältin an, in den kommenden Tagen Strafanzeige wegen versuchter Vergewaltigung zu stellen; der Vorfall soll sich im Jahr 2000 beim Ansehen eines Musikvideos in Bruels Wohnung zugetragen haben. Der Sänger bestreitet die Vorwürfe, wie unter anderem The Independent berichtet.
Die mediale Begleitung zeigt ein auf den ersten Blick einheitliches europäisches Bild: Von der schwedischen Dagens Nyheter über Radio‑Canada bis zur italienischen AGI referieren alle Blätter weitgehend die offiziellen Verlautbarungen. Auffällig ist hingegen die detaillierte Informationslage in französischen Medien. Während die Staatsanwaltschaft am Dienstag lediglich von drei neuen Klagen sprach, hatte Le Figaro bereits zuvor von zwei zusätzlichen Anzeigen Ende Mai sowie der anstehenden Meldung einer weiteren Frau berichtet. Diese zeitliche Staffelung legt nahe, dass den Behörden schon länger mehr Fälle bekannt waren, als offiziell kommuniziert wurde.
Für den deutschsprachigen Raum ist der Fall vor allem dadurch bemerkenswert, dass er Parallelen zu den justiziellen Aufarbeitungen von MeToo-Fällen in Deutschland und Österreich zieht – etwa bei prominenten Kulturschaffenden, deren Karrieren durch vergleichbare Ermittlungen ins Stocken gerieten. Nach Ablauf des Gewahrsams wird die Staatsanwaltschaft zu entscheiden haben, ob Bruel einem Ermittlungsrichter vorgeführt und formell unter Anklage gestellt wird oder ob er zunächst ohne juristische Auflagen freikommt. Sollte es zur mise en examen kommen, dürfte die Debatte um Verjährungsfristen und den Umgang mit lange zurückliegenden Vorwürfen auch in der Schweiz und Deutschland neu aufflammen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Der Polizeigewahrsam von Patrick Bruel wurde um 24 Stunden verlängert, neue Anzeigen weiten den Fall aus. Die Ermittlungen betreffen dreizehn Frauen. Die Berichterstattung gibt die juristischen Entwicklungen kommentarlos wieder.
Der französische Star, bekannt durch 'Casser la voix', bleibt in verlängertem Gewahrsam, während neue Vorwürfe sexueller Übergriffe auftauchen. Die internationale Aufmerksamkeit gilt dem öffentlichen Profil des Sängers. Der Fall wird mit neugieriger Distanz behandelt.
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