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Ölpreise im Sturzflug: Hoffen auf Feuerpause zwischen USA und Iran

Berichte über eine 60-tägige Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormuz lassen Rohöl einbrechen, doch Trumps Zustimmung fehlt und die Märkte bleiben nervös.

Wirtschaft15 Quellen1 Sprachen3 Min. LesezeitAkt. 14:38

Die Rohölmärkte verzeichneten am Freitag einen dramatischen Einbruch, nachdem Nachrichtenagenturen über eine Einigung zwischen den Vereinigten Staaten und Iran berichtet hatten. Wie mehrere mit den Verhandlungen vertraute Quellen der Nachrichtenagentur Reuters mitteilten, sieht das Memorandum eine Verlängerung des Waffenstillstands um 60 Tage sowie die Aufhebung von Beschränkungen für die Schifffahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormuz vor. Allerdings steht die Zustimmung von Präsident Donald Trump noch aus, und offizielle iranische Medien dementierten umgehend einen endgültigen Abschluss. Die Nordseesorte Brent fiel um mehr als zehn Prozent auf rund 92,67 Dollar je Barrel, während das US-amerikanische West Texas Intermediate über neun Prozent auf etwa 87,64 Dollar nachgab – die stärksten Wochenverluste seit Anfang April. Seit dem Hoch der Vorwoche von über 109 Dollar hat sich der Preis damit nahezu halbiert, was die enorme Volatilität der vergangenen Handelswochen unterstreicht.

Die Aussicht auf eine Deeskalation trieb asiatische Aktienmärkte an: Der MSCI Asia Pacific Index stieg um 0,7 Prozent, der japanische Nikkei und der südkoreanische Kospi legten zu. In Indien kletterte der Sensex um über 350 Punkte, beflügelt auch von IT-Werten und globaler Zuversicht. Der Dollar notierte gegenüber anderen Hauptwährungen fest, steuerte aber auf ein Wochenminus zu, da geopolitische Risikoaufschläge weiter schwinden. Doch die Märkte blieben vorsichtig: Der US-Vizepräsident JD Vance dämpfte allzu große Hoffnungen mit der Bemerkung, man sei einer Einigung „nahe, aber noch nicht am Ziel“, was einen noch tieferen Preisrutsch verhinderte. In der Nacht auf Donnerstag hatten die USA zudem erstmals wieder Ziele im Iran angegriffen, und die Revolutionsgarden reklamierten Vergeltungsschläge für sich – ein Beleg für die Fragilität der Lage.

Aus Washingtoner Sicht ist das Abkommen Teil einer Doppelstrategie aus militärischem Druck und diplomatischen Kanälen, die darauf abzielt, Irans Atomprogramm einzudämmen. Beobachter in Peking und Neu-Delhi begrüßten die Entwicklung, da niedrigere Energiekosten den Inflationsdruck mindern und Importrechnungen entlasten. In Europa profitieren vor allem Deutschland und seine energieintensive Industrie von sinkenden Notierungen, wenngleich die Unsicherheit über die tatsächliche Umsetzung groß bleibt. Aus Moskauer Perspektive verringern fallende Preise zwar die Einnahmen aus dem Rohstoffexport, doch die Aussicht auf stabilere Lieferketten durch Hormuz wird auch dort mit Erleichterung aufgenommen.

Die kommenden Tage werden entscheidend sein: Sollte Trump dem MoU zustimmen, könnte der Weg für weiterführende Gespräche über das iranische Nuklearprogramm frei werden. Jedoch mahnen Analysten zur Vorsicht. Die Infrastrukturschäden im Nahen Osten sind nach drei Monaten Krieg beträchtlich, die Produktionserholung wird nach Einschätzung von Branchenexperten nur schleppend verlaufen. Auch die Logistik rund um Hormuz bleibt anfällig – die vollständige Minenräumung könnte Wochen dauern. Für die globalen Energiemärkte bedeutet dies, dass die Risikoprämie zwar sinkt, aber nicht verschwindet. Die Volatilität wird anhalten, solange die diplomatischen Bemühungen nicht in einen belastbaren Frieden münden.

Diese Geschichte erschien in

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The Economic Times29. Mai, 06:28
Emirates 24/729. Mai, 08:33
Interfax29. Mai, 08:33
El Espectador29. Mai, 04:15
ABP News29. Mai, 10:43
An-Nahar29. Mai, 08:35
Lebanonfiles29. Mai, 08:35
Zawya29. Mai, 08:34