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Ölpreise geben nach US-Angriffen wieder nach – Gold verharrt in Wartestellung

Die Rohstoffmärkte schwanken zwischen Kriegsangst und Friedenshoffnung: Trotz neuer amerikanischer Drohnenangriffe im Iran sinken die Ölnotierungen, während der Goldpreis kaum reagiert. Anleger blicken auf die Straße von Hormus und die US-Geldpolitik.

Geopolitik9 Quellen6 Sprachen2 Min. LesezeitAkt. 19:08

Ein widersprüchlicher Morgen an den Warenterminmärkten: Am Mittwoch fiel der Preis für die Nordseesorte Brent um mehr als 1,5 Prozent auf rund 98 Dollar je Barrel, nachdem er am Vortag noch bis nahe an die 100-Dollar-Marke geschossen war. Die amerikanische Sorte WTI gab ebenfalls auf etwa 92 Dollar nach. Auslöser des gestrigen Preissprungs waren neue US-Drohnenangriffe auf Stellungen im Süden Irans, die einen erst im April ausgehandelten Waffenstillstand verletzten. Aus Washingtoner Sicht handelte es sich um defensive Schläge; die Führung in Teheran sprach dagegen von einer vorsätzlichen Eskalation. Händler in London und Moskau bewerteten derweil die Meldung, dass mindestens zwei Supertanker mit rund vier Millionen Barrel Rohöl unbehelligt die Straße von Hormus passiert haben, als positives Signal – ein Hoffnungsschimmer, dass die kritische Wasserstraße nicht vollständig blockiert ist.

Parallel dazu präsentierte sich der Goldmarkt unschlüssig. Der Spotpreis notierte in der Nacht kaum verändert um 4.500 Dollar je Feinunze, nachdem er im frühen Handel noch leicht abgegeben hatte. Anleger in Singapur und New York warteten auf die anstehenden Inflationsdaten aus den USA, namentlich den Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben, der Hinweise auf den künftigen Kurs der Federal Reserve geben soll. Zugleich stützte ein etwas schwächerer Dollar das Edelmetall kurzfristig. Andere Edelmetalle wie Silber und Platin zeigten sich volatil, was die allgemeine Nervosität unterstreicht.

Die geopolitische Gemengelage bleibt undurchsichtig. US-Außenminister Marco Rubio räumte ein, dass die indirekten Gespräche mit Iran in Katar zwar fortgesetzt werden, die Abstimmung der Formulierungen aber mehrere Tage in Anspruch nehmen könne. Ein iranischer Regierungsvertreter betonte, die hochangereicherten Uranbestände des Landes seien nicht Gegenstand der Verhandlungen. Beobachter in Moskau interpretieren diese Rhetorik als taktische Verzögerung, während in europäischen Handelsräumen die Sorge wächst, dass ein Scheitern der Gespräche die Energieversorgung des Kontinents unmittelbar bedrohen könnte – mit spürbaren Folgen für die konjunkturell ohnehin angeschlagenen Volkswirtschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz.

Für die kommenden Tage deutet wenig auf eine rasche Beruhigung hin. Solange die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des globalen Öltransits fließt, nicht verlässlich offen ist, bleibt die Risikoprämie im Ölpreis hoch. Ein erneutes Aufflammen der Kampfhandlungen würde Brent wohl erneut über 100 Dollar treiben und Gold als sicheren Hafen weiter beflügeln. Gleichzeitig könnte ein restriktiverer Ton der US-Notenbank nach den Inflationsdaten den Goldpreis belasten. Für die DACH-Region bedeutet dies anhaltende Unsicherheit bei den Energie- und Produktionskosten, die sowohl die Industrie als auch private Haushalte in Atem hält.

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Donya-e Eqtesad27. Mai, 08:15
Interfax27. Mai, 15:04
An-Nahar27. Mai, 06:17
Band27. Mai, 06:17
Al Ittihad27. Mai, 08:19
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La República27. Mai, 15:07