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NYT-Verleger Sulzberger geißelt KI-Unternehmen als parasitäre Inhaltsdiebe

Sulzberger warnt vor einem „schamlosen Diebstahl geistigen Eigentums“ und einem künftigen Mangel an Journalisten – ein Appell mit globaler Resonanz.

Recht6 Quellen2 Sprachen2 Min. LesezeitAkt. 09:31

Auf dem 77. Weltkongress der Zeitungsverleger (WAN-IFRA) in Marseille hat der Verleger der New York Times, A. G. Sulzberger, die Praktiken großer Technologiekonzerne scharf verurteilt. Er sprach von einem „schamlosen Diebstahl geistigen Eigentums in beispiellosem Ausmaß“, mit dem Unternehmen wie OpenAI, Google und Meta ihre KI-Modelle trainierten. Diese „Erbsünde“ der generativen KI, so Sulzberger, erinnere an die parasitäre Haltung der Filesharing-Plattform Napster, die einst die Musikindustrie erschütterte.

Anders als Napster jedoch agierten die KI-Konzerne aus einer Position unvergleichlicher wirtschaftlicher Macht – sie gehörten zu den reichsten Unternehmen der Geschichte. Sulzberger wehrte sich gegen den Vorwurf, er sei grundsätzlich technikfeindlich: Die New York Times setze selbst KI verantwortungsvoll ein, mit redaktioneller Letztentscheidung durch Menschen. Doch die Weigerung der Plattformen, für journalistische Inhalte zu zahlen, die sie schlicht als „Daten“ bezeichneten, gefährde die wirtschaftliche Grundlage unabhängiger Berichterstattung.

Die Rede fand weltweit ein geteiltes Echo. Während lateinamerikanische Medien wie El Colombiano und La República vor allem den drohenden Schwund an Journalisten hervorhoben, betonte die libanesische Zeitung An-Nahar die Klage, die der Verlag in den USA gegen KI-Unternehmen eingereicht hat. In China griff das Portal Storm Media die Äußerungen auf und zitierte Sulzbergers Warnung, keine „passive“ Haltung gegenüber den Tech-Giganten einzunehmen – eine Mahnung, die in autoritären Systemen eine besondere Brisanz entfaltet.

In Europa, wo der AI Act der EU strenge Transparenz- und Urheberrechtsregeln vorsieht, gewinnt Sulzbergers Appell an Gewicht. Auch deutsche, österreichische und schweizerische Verlage wie Axel Springer oder die NZZ verhandeln oder streiten mit KI-Anbietern über Lizenzmodelle. Die Sorge: Ohne faire Vergütung droht eine digitale Enteignung, die letztlich die Vielfalt und Qualität der Medienlandschaft aushöhlt.

Die juristische und regulatorische Auseinandersetzung, die Sulzberger in Marseille anstieß, könnte den Wendepunkt markieren. Sie zwingt die Branche, über bloße Abwehrreflexe hinauszudenken und ein neues Verhältnis zwischen Plattformökonomie und publizistischer Wertschöpfung zu definieren. Die von Sulzberger skizzierten „Überlebensstrategien“ – von direkter Leserbindung bis zur Diversifizierung der Einnahmen – zeugen von der Notwendigkeit, sich nicht allein auf den Gesetzgeber zu verlassen. Ob der transatlantische Schulterschluss gelingt, bleibt offen; fest steht, dass die Zeit des stillen Hinnehmens vorbei ist.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Stampa latinoamericanaStampa arabo levante-MaghrebStampa atlantica / anglosfera · economicaStampa russa e CSI · stato
Stampa latinoamericanaallarmeindignazionevittimismo

Der Verleger der New York Times schlägt Alarm: KI-Firmen begehen in beispiellosem Ausmaß Diebstahl an geistigem Eigentum der Medien. Der Vergleich mit der Napster-Piraterie unterstreicht den Vorwurf des Parasitentums und macht die Gefahr für den Investigativjournalismus greifbar. Der Auftritt mündet in einen Appell an die weltweite Presse, sich endlich geschlossen gegen diese Ausbeutung zu stemmen.

Stampa arabo levante-Maghrebscetticismodistacco

Der Verleger der New York Times wirft KI-Firmen Diebstahl vor, doch die regionale Berichterstattung hält sich mit eigener Empörung zurück. Die mahnenden Worte über eine Zukunft mit weniger Reportern werden aufgegriffen, die Darstellung bleibt aber sachlich-distanziert. Der Ton ist von Skepsis geprägt und vermeidet es, die Anklage ungeprüft zu übernehmen.

Stampa atlantica / anglosfera/ economicaallarmepragmatismo

Der Schlag des New-York-Times-Verlegers gegen KI-Unternehmen markiert eine Eskalation im Ringen zwischen Verlagen und der Tech-Branche. Die Rede in Marseille verbindet die Alarmbotschaft vom drohenden Ende des Qualitätsjournalismus mit einem pragmatischen Aufruf zu gemeinsamen Lizenzverhandlungen. Der Streit wird zur Grundsatzfrage des Urheberrechts, bei der Gerichte bald über Raub oder erlaubte Nutzung entscheiden müssen.

Stampa russa e CSI/ statoironiaschadenfreude

Während der Verleger eines US-Leitmediums über angeblichen KI-Diebstahl klagt, kommentiert Moskau mit spitzer Ironie die plötzliche Schutzbedürftigkeit eines westlichen Flaggschiffs der freien Meinungsmacht. Die Beschwerde wird als Nervosität eines schwindenden Medienestablishments gewertet, das sich gegen den Fortschritt stemmt. Der Vorfall dient dazu, die westliche Doppelmoral in Sachen digitaler Souveränität vorzuführen.

Diese Geschichte erschien in

6 Quellen · 2 Sprachen · 24h-Fenster

An-Nahar2. Juni, 06:37
Storm Media2. Juni, 05:22
La República1. Juni, 23:11
El Colombiano1. Juni, 21:10
TechNews2. Juni, 06:37
UOL1. Juni, 20:09