Nikkei-Index erreicht erstmals 67.000 Punkte – Weltbörsen im KI-Fieber
Die Aktienmärkte in Asien und den USA steigen auf neue Rekorde. Treiber sind künstliche Intelligenz und Hoffnungen auf Entspannung im Nahen Osten.

Die japanische Börse hat Geschichte geschrieben: Der Nikkei-225-Index durchbrach am Montag im frühen Handel die Marke von 67.000 Punkten und erreichte ein neues Intraday-Hoch. Getragen wurde der Anstieg von einer anhaltenden Rally an der Wall Street, wo der S&P 500 in der vergangenen Woche seine neunte Gewinnwoche in Folge verzeichnete – die längste Serie seit 2023. Auch der Dow Jones und die technologielastige Nasdaq erklommen Rekordstände und verhalfen dem US-Markt zu einem starken Monatsabschluss mit einem Plus von über fünf Prozent für den breiten Leitindex.
Hinter dem Optimismus stehen zwei zentrale Treiber. Zum einen nährten Berichte über Fortschritte in den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran die Hoffnung auf eine Entspannung der Lage am Persischen Golf. Sollte die Straße von Hormus für die Rohöltanker wieder uneingeschränkt passierbar werden, würde das akute Risiko für die Weltwirtschaft sinken, analysierten Ökonomen. Die Rohölpreise blieben dennoch erhöht: Die Sorte Brent notierte bei knapp 93 Dollar je Barrel. Zum anderen löste die ungebrochene Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz und Hochleistungshalbleitern einen wahren Kaufrausch aus, der vor allem Large-Cap-Technologiewerte in Tokio und an der Nasdaq beflügelte.
Während die Börsen in Japan und den USA feierten, zeigten sich in der asiatischen Region auseinanderlaufende Tendenzen. In Südkorea und Taiwan, beides Schwergewichte in der Halbleiterfertigung, legten die Indizes kräftig zu und folgten dem globalen Trend. Der breite MSCI-Asien-Pazifik-Index profitierte ebenfalls. Ein anderes Bild bot sich in Australien: Hier deuteten Futures auf einen schwächeren Handelsbeginn hin. Der ASX-200 dürfte nachgeben – ein Zeichen, dass nicht alle Volkswirtschaften gleichermaßen vom KI-Boom profitieren und dass rohstoffabhängige Märkte unter den erhöhten Ölpreisen leiden.
Der Technologiesektor war im Mai der unangefochtene Taktgeber. Allein der Nasdaq-Index, in dem viele KI-Unternehmen gelistet sind, schoss um 8,4 Prozent in die Höhe und zog den Gesamtmarkt mit. Die israelische Investmentgesellschaft Aktivim verwies auf eine „anhaltende Investoren-Optimismus bei KI, insbesondere bei Chips, wo signifikante Übernachfrage besteht“. Diese Dynamik überlagerte sogar den Abfluss von Mitteln aus Kryptowährungen, was die Flucht in realwirtschaftlich verankerte Technologiewerte unterstreicht.
Für die kommenden Wochen bleibt die Lage zweischneidig. Einerseits könnte eine formelle Waffenruhe im Nahen Osten die Rekordjagd weiter befeuern und den Druck von den Rohstoffmärkten nehmen. Andererseits warnen Beobachter, dass die Rally auf einem schmalen Fundament ruht – getragen von einer Handvoll Aktien und geopolitischen Wetten. Sollten die Halbleiterlieferketten oder die Diplomatie ins Stocken geraten, wäre die hohe Bewertung vieler Technologiewerte kaum zu halten. Aus europäischer Sicht zeigt diese Entwicklung, wie stark die globalen Märkte inzwischen von wenigen Faktoren getrieben werden – eine Mahnung für exportorientierte Volkswirtschaften im deutschsprachigen Raum, die eigene technologische Souveränität nicht aus den Augen zu verlieren.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die Wall Street schloss einen weiteren glanzvollen Monat ab, der S&P 500 baute seine längste wöchentliche Gewinnserie seit über einem Jahr aus. Alle drei Leitindizes markierten neue Rekorde und unterstrichen die Widerstandsfähigkeit der Unternehmenssektoren bei stabilem Wachstum.
Die Märkte rasten im Mai, angetrieben von der Halbleiter-Manie und der Hoffnung auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran in der Hormus-Straße. Auch israelische Aktien verzeichneten dramatische Bewegungen, wobei einige Tech-Titel dank KI-Optimismus in die Höhe schossen, trotz Entlassungen an anderer Stelle.
Die Rekordjagd der Wall Street wirkt zunehmend aufgebläht, angeheizt durch KI-Euphorie und vorübergehende geopolitische Entspannung. Chinesische Marktbeobachter warnen, dass diese Rally die zugrundeliegenden Handelsspannungen und das Risiko einer scharfen Korrektur ignoriert.
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