Neue Vorwürfe: Israel setzt weißen Phosphor in libanesischen Zivilgebieten ein
Eine Recherche der New York Times dokumentiert den Einsatz von weißem Phosphor in Wohngebieten während des Libanon-Feldzugs. Internationale Beobachter sehen darin einen Verstoß gegen das Kriegsvölkerrecht.

Einem Bericht der New York Times zufolge hat die israelische Armee im Konflikt mit der Hisbollah mehrfach weißen Phosphor über bewohntem Gebiet im Libanon eingesetzt. Die amerikanische Zeitung stützt sich auf verifizierte Bild- und Videoaufnahmen sowie Aussagen von Waffenexperten und Menschenrechtsorganisationen. Der jüngste dokumentierte Vorfall ereignete sich am 30. Mai, als israelische Truppen die mittelalterliche Burg Beaufort im Süden des Landes einnahmen. In der nahe gelegenen Stadt Nabatieh mit rund 40.000 Einwohnern wurden charakteristische Rauchschwaden der selbstentzündlichen Substanz gesichtet. Weitere Einsatzorte umfassen die Küstenstadt Tyr sowie die Ortschaften al-Qlayaa, Khiam und Yohmor. Israel bestreitet, die Munition völkerrechtswidrig verwendet zu haben.
Weißer Phosphor entzündet sich bei Luftkontakt spontan und erzeugt extreme Hitze; er ist kaum zu löschen und verursacht schwerste Verbrennungen, die bis auf die Knochen reichen können. Völkerrechtlich fällt er unter die UN-Waffenkonvention von 1980, die Brandwaffen zwar nicht generell verbietet, ihren Einsatz in dicht besiedelten Zivilgebieten jedoch untersagt. Der schwedische Völkerrechtsexperte Ove Bring betont, die Substanz müsse vollständig geächtet werden, auch wenn die aktuelle Rechtslage eine eindeutige Verurteilung erschwere. Die Genfer Konventionen verbieten den vorsätzlichen Angriff auf Zivilisten.
Die Vorwürfe schlagen international Wellen. In Schweden berichten mehrere große Tageszeitungen – darunter Dagens Nyheter, Aftonbladet und Sydsvenskan – ausführlich über die Recherche und unterstreichen die Gefährdung der Zivilbevölkerung. Aus Italien meldet Il Sole 24 Ore den Einsatz einer Substanz, deren Verwendung in bewohnten Zonen illegal sei. Die iranische Wirtschaftszeitung Donya-e Eqtesad greift die Enthüllungen als Beleg für israelische Kriegsverbrechen auf und reiht sie in die anhaltende Kritik Teherans an der Militäroperation ein.
Für die europäische Politik werfen die Anschuldigungen heikle Fragen auf. Deutschland, Österreich und die Schweiz haben ihre Rüstungsexportpolitik gegenüber Israel in der Vergangenheit mehrfach überprüft. Sollten sich die Berichte bestätigen, könnte der Druck auf nationale Regierungen wachsen, Lieferungen von Waffensystemen auszusetzen, die für den Einsatz von Brandmunition geeignet sind. Eine unabhängige internationale Untersuchung ist bislang nicht eingeleitet, doch die zunehmende öffentliche Dokumentation solcher Vorfälle mahnt an dringenden Klärungsbedarf.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Continental European press reports the allegations of Israel using white phosphorus in Lebanon with a measured tone, citing a New York Times investigation. It highlights the potential gravity of using incendiary weapons in civilian areas but also includes Israel's denial. The tone is more descriptive than accusatory, focusing on legal aspects and evidence verification.
Iranian press sharply condemns Israel's use of white phosphorus, labeling it a war crime and emphasizing the suffering of Lebanese civilians. The tone is alarmed and indignant, with a strong stance against Israel. It calls for international condemnation and highlights Israel's responsibility.
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