NASA gibt Mars-Sonde Maven nach über elf Jahren verloren
Die Atmosphären-Mission endet nach sechsmonatiger Funkstille. Eine letzte bedeutende Beobachtung galt einem interstellaren Kometen.

Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA hat am Mittwoch das Ende ihrer Maven-Mission verkündet, die seit 2014 die Marsatmosphäre erkundete. Die Sonde verstummte im Dezember 2025, als sie hinter dem Roten Planeten verschwand und anschließend keine Signale mehr zur Erde sandte. Daten deuteten auf einen rapiden Drall hin, der die Umlaufbahn destabilisierte und die Batterien entleerte. Eine im Februar 2026 einberufene Untersuchungskommission erklärte die Raumsonde für nicht wiederherstellbar. Der Verlust markiert das Ende einer überaus produktiven wissenschaftlichen Unternehmung, die mehr als eine Dekade über die ursprünglich vorgesehene Missionsdauer von ein bis zwei Jahren hinaus aktiv war.
Die Maven-Mission (Mars Atmosphere and Volatile Evolution) war im November 2013 gestartet und erreichte im September 2014 den Mars. Ihre Aufgabe bestand darin, die obere Atmosphäre und die Ionosphäre des Planeten zu untersuchen, um zu verstehen, wie der Mars im Laufe der Zeit den Großteil seiner Atmosphäre und seines Wassers verlor. Mit mehr als 800 wissenschaftlichen Publikationen lieferte die Sonde entscheidende Daten zu Solarwind-Interaktionen und atmosphärischen Fluchtprozessen. Aus Washingtoner Sicht war Maven ein Paradebeispiel für eine kosteneffiziente, verlängerte Mission. Internationale Medien von Lateinamerika bis in den Nahen Osten würdigten die Langlebigkeit und den Erkenntnisgewinn. So betonte die mexikanische Zeitung El Universal, dass die Untersuchung der Ursache für den Drall noch andauere, während die brasilianische Jovem Pan die über 800 Publikationen hervorhob.
Eines der letzten bedeutsamen Manöver gelang Maven im Oktober 2025, als sie den interstellaren Kometen 3I/Atlas abbildete – erst das dritte derartige Objekt, das im Sonnensystem entdeckt wurde. Wenige Monate später gab das SETI-Institut in Kalifornien Entwarnung: Umfangreiche Radio-Scans zeigten keine Anzeichen außerirdischer Technologie an dem Himmelskörper. Diese Koinzidenz unterstreicht, wie Maven noch in ihrer Spätphase ein Fenster für astrophysikalische Zusatzforschung öffnete. Projektmanager Mike Moreau von der NASA zog einen emotionalen Vergleich: „Das Team hat wirklich den Verlust eines geliebten Menschen erlebt, als die Mission hier endete.“
Für die europäische Raumfahrtgemeinschaft, insbesondere in Deutschland, Österreich und der Schweiz, ist das Schicksal Mavens eine Mahnung. Die ESA verfolgt mit Mars Express seit 2003 eine eigene, ebenfalls weit überfällige Orbiter-Mission und plant mit ExoMars weitere Schritte. Mavens Ende zeigt die Risiken des Langzeitbetriebs in der harschen Marsumgebung. Mit dem Rover Perseverance und weiteren Orbitern bleibt die Präsenz der Menschheit am Roten Planeten jedoch vorerst gesichert. Mavens Datenschatz wird die Forschung noch jahrelang beschäftigen und fließt in die Planung künftiger bemannter Missionen ein.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die lateinamerikanische Presse verabschiedet die MAVEN-Mission mit einer Mischung aus Stolz auf die über 800 wissenschaftlichen Studien und einem Hauch von Trauer über die für 'muerta' (tot) erklärte Sonde. Sie betont, dass sie mehr als 11 Jahre in Betrieb war, viel länger als erwartet, und dass die Funkstille seit Dezember anhält.
Die atlantischen Medien stellen das Ende von MAVEN als dramatischen Zwischenfall dar: Die Sonde 'geriet außer Kontrolle' und wurde für 'tot' erklärt. Die Betonung des plötzlichen Signalverlusts und der Entscheidung, 'den Stecker zu ziehen', verleiht der Geschichte einen alarmierten, dringlichen Ton.
Die kontinentaleuropäischen Medien behandeln die Nachricht mit äußerster Distanz und Kürze, sie melden lediglich, dass die NASA die Mission nach sechs Monaten Funkstille beendet hat und dass MAVEN mehr als zehn Jahre statt der geplanten zwei in Betrieb war. Keine Adjektive, keine Metaphern – reine Berichterstattung.
Die Golfmedien feiern die Mission als Ende einer Ära und vermischen wissenschaftlichen Triumph mit menschlicher Rührung. Sie zitieren den NASA-Projektleiter, der den Verlust der Sonde mit dem eines geliebten Menschen verglich, vermenschlichen MAVEN und preisen ihren Beitrag zum Verständnis des Mars.
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