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Nächtliche Angriffe auf Gaza-Stadt: Bis zu neun Tote, darunter vier Kinder

Bei israelischen Bombardements auf Wohnhäuser starben nach palästinensischen Angaben mehrere Zivilisten. Die Opferzahlen variieren, während die Waffenruhe brüchig bleibt.

Geopolitik5 Quellen5 Sprachen2 Min. LesezeitAkt. 13:32

In den frühen Morgenstunden des Donnerstags haben israelische Kampfflugzeuge vier Wohngebäude in Gaza-Stadt bombardiert. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums und von Rettungskräften kamen dabei mindestens neun Menschen ums Leben, unter ihnen vier Kinder und mehrere weitere Familienmitglieder; 15 Personen wurden verletzt. Die französische Zeitung Le Figaro meldete unter Berufung auf den Zivilschutz zunächst acht Tote, die meisten Berichte sprachen jedoch von neun Opfern.\n\nDie Angriffe erfolgten ohne Vorwarnung für die Zivilbevölkerung und trafen dicht besiedelte Wohnviertel. So wurde im Nordwesten der Stadt ein Gebäude der Familie Labad getroffen, wobei ein neunjähriges Mädchen mit mittelschweren Verletzungen geborgen werden konnte. Zwei weitere Bewohner eines Hauses der Familie Ghoul im Stadtteil Sheikh Radwan wurden getötet. In einem anderen Fall starb eine fünfköpfige Familie, darunter die Eltern. Such- und Rettungsmannschaften waren auch am Vormittag noch im Einsatz.\n\nDie Luftschläge verschärfen die ohnehin angespannte Lage im Gazastreifen, wo seit mehreren Wochen eine informelle Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas herrscht. Israelische Stellen äußerten sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Die Gewalt untergräbt die diplomatischen Bemühungen: Ein für Sonntag geplantes Vermittlungstreffen in Ägypten wurde kurzfristig verschoben, wie die italienische Zeitung Il Sole 24 Ore berichtete. Die Vereinten Nationen verzeichneten seit Jahresbeginn bereits zwölf israelische Angriffe auf Polizeikräfte im Gazastreifen, bei denen insgesamt 53 Menschen getötet wurden.\n\nDie jüngsten Eskalationen stellen die internationale Gemeinschaft vor neue Herausforderungen. Aus Berlin und Brüssel lagen am Donnerstagmorgen noch keine offiziellen Stellungnahmen vor, doch Beobachter rechnen mit Appellen der Bundesregierung zur Deeskalation. Solange die Gewalt anhält, schwindet die Aussicht auf eine dauerhafte Konfliktlösung, die sowohl die Sicherheit Israels als auch das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser garantieren könnte. Die stockenden Vermittlungsgespräche und die anhaltenden Militärschläge deuten darauf hin, dass eine politische Regelung in weiter Ferne liegt.

Diese Geschichte erschien in

5 Quellen · 5 Sprachen · 24h-Fenster

Le Figaro4. Juni, 05:26
Prothom Alo4. Juni, 09:36
Al-Monitor Iran Pulse4. Juni, 09:38
Il Sole 24 Ore4. Juni, 09:36
Republika4. Juni, 12:26