Nach verheerendem Brand in Delhi-Hotel: 22 Tote, Besitzer verhaftet
Bei dem Feuer in einem Bed & Breakfast in Malviya Nagar starben viele ausländische Medizintouristen. Die Behörden deckten gravierende Sicherheitsmängel auf und nahmen den Eigentümer fest.

Bei einem Großbrand in einem als Bed & Breakfast genutzten Gebäude im südlichen Stadtteil Malviya Nagar in Delhi sind mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Die zunächst mit 21 Toten bezifferte Opferzahl erhöhte sich, nachdem ein 44-jähriger Mann aus Bangladesch, Nurul Amin, am Folgetag seinen schweren Verletzungen erlag. Unter den Todesopfern befinden sich neun indische Staatsbürger sowie ausländische Gäste aus Nigeria, Mosambik, Liberia, Usbekistan, Turkmenistan und Bangladesch. Viele von ihnen waren Medizintouristen, die sich in umliegenden Kliniken Behandlungen wie In-vitro-Fertilisation unterzogen und über Wochen in der kostengünstigen Unterkunft wohnten.
Augenzeugen und Rettungskräfte berichten von dramatischen Szenen. Ein Polizist der örtlichen Wache, Dinesh Yadav, kletterte auf eine Leiter, schlug mit bloßen Händen ein Badezimmerfenster ein und rettete zwei nigerianische Frauen. Ein Matratzenhändler eilte herbei, warf Matratzen vor das Gebäude und ermöglichte so mehreren Menschen den Sprung aus den oberen Stockwerken. Er beziffert seinen Verlust auf bis zu zwei Lakh Rupien und hofft auf Entschädigung. Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Schicksal eines afrikanischen Paares, das sich zur Fruchtbarkeitsbehandlung in Delhi aufhielt; sie wurden tot in einer Umarmung in einem Badezimmer im Erdgeschoss gefunden. Auch muslimische Anwohner spielten eine entscheidende Rolle bei der Rettung.
Die Polizei nahm den Eigentümer des Hauses, Lavkesh Bajaj, fest und erhob Anklage wegen fahrlässiger Tötung. Zwei Angestellte sind weiterhin flüchtig. Das Gebäude verfügte über keinerlei Brandschutzfreigabe; es gab nur einen Ein- und Ausgang, die Fenster waren vergittert, und die Zahl der Zimmer übertraf die genehmigte Kapazität bei Weitem. Die meisten Opfer starben an Rauchvergiftung. Die Stadtverwaltung identifizierte im gleichen Viertel zwölf weitere Bed & Breakfast-Häuser, die gegen Auflagen verstoßen und bis zu 40 Zimmer statt der erlaubten sechs betreiben.
Ministerpräsidentin Rekha Gupta kündigte Entschädigungen in Höhe von zehn Lakh Rupien für die Angehörigen der Toten und fünf Lakh für Schwerverletzte an. Sie räumte Korruption und Nachlässigkeit in einigen Behörden ein und versprach strikte Maßnahmen. Einen Tag nach der Katastrophe brach im benachbarten Stadtteil Humayunpur ein weiterer Brand im Keller eines Hotels aus, der jedoch rasch gelöscht werden konnte.
Das Unglück wirft ein Schlaglicht auf die weitgehend unregulierte Infrastruktur des Medizintourismus in der indischen Hauptstadt. In den engen Gassen um große Krankenhäuser entstehen improvisierte Unterkünfte, die oft ohne Brandschutz und Sicherheitskonzepte betrieben werden. Für deutsche Patienten, die zunehmend medizinische Eingriffe in Indien nachfragen, sind solche Zustände ein Warnsignal. Eine strengere Lizenzierung und Kontrolle durch die Behörden ist dringend geboten, um eine Wiederholung solcher Tragödien zu verhindern.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die indische Lokalpresse schildert den Heldenmut von Polizisten und Anwohnern bei dem tödlichen Brand in Malviya Nagar, weist aber auch auf gravierende Sicherheitsverstöße und Korruption hin, die die Tragödie verschlimmerten. Die Regierung kündigt Entschädigungen an und verhaftet den Besitzer, während bewegende Geschichten über ausländische Opfer aufkommen, die für medizinische Behandlungen angereist waren.
Südostasiatische Medien, insbesondere muslimisch orientierte, heben das Paradox hervor, dass ausgerechnet Muslime, die in Indien oft verfolgt werden, bei dem Hotelbrand zu Rettungshelden wurden. Die Berichterstattung betont das Fehlen von Fluchtwegen und verschlossene Fenster und verbindet die baulichen Mängel mit der größeren Anfälligkeit einer Minderheit.
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