Nach Bombennacht: Kostyuk attackiert Schweigen russischer Tennisprofis und erreicht Halbfinale
Marta Kostyuk erreicht als erste Ukrainerin das Halbfinale von Roland Garros und widmet den Sieg den Bombenopfern. Sie kritisiert das Schweigen russischer Spieler und lobt die nach Australien gewechselte Darja Kassatkina.

Es war ein Sieg unter Tränen und ein Zeichen des Widerstands: Die ukrainische Tennisspielerin Marta Kostyuk hat am Dienstag in Paris das Halbfinale der French Open erreicht und damit Geschichte geschrieben. Mit einem 6:3, 2:6, 6:2 gegen ihre Landsfrau und Vorbild Elina Switolina zog die 23-Jährige als erste Ukrainerin in die Runde der letzten Vier in Roland Garros ein. Kostyuk, die auf Sand in dieser Saison noch ungeschlagen ist und zuvor die Turniere in Rouen und Madrid gewonnen sowie die Weltranglistenerste Iga Swiatek ausgeschaltet hatte, nutzte den Moment für eine politische Botschaft: Unter Tränen widmete sie den Erfolg dem ukrainischen Volk, das in der Nacht erneut Ziel eines russischen Bombardements geworden war.
Laut Berichten starben bei den Angriffen in mehreren Städten mindestens zehn bis zu 18 Zivilisten. «Wir hatten eine schwierige Nacht in Kiew, so viele Tote», sagte Kostyuk noch auf dem Platz, «deshalb widme ich dieses Match dem ukrainischen Volk und seiner Widerstandsfähigkeit. Slava Ukraini!» Der Centre-Court Philippe Chatrier applaudierte. Die italienische Presse berichtete, dass allein die Nachrichten vom Morgen ein Massaker mit 18 Toten vermeldet hätten – darunter ein Kind. Kostyuk selbst sprach später von «vielen Toten» und verband den sportlichen Triumph mit dem Leid der Heimat.
Darüber hinaus attackierte die 15. der Weltrangliste die schweigenden russischen Tennisspieler. «Sie verstecken sich hinter ihrem Schweigen», sagte Kostyuk, «und nach vier Jahren Krieg zeigt das, auf welcher Seite sie stehen.» Im Gegensatz dazu lobte sie die ehemalige Russin Darja Kassatkina, die kürzlich die Sportstaatsbürgerschaft nach Australien wechselte und damit ein klares Signal gegen die Invasion gesetzt habe. Kassatkina, die offen ihre Ablehnung des Krieges kundtat, sei ein Beweis dafür, dass man sich äußern könne, wenn man nur wolle.
Im Halbfinale trifft Kostyuk nun auf die Russin Mirra Andrejewa. Die bisherige Bilanz spricht mit 2:0 Siegen für die Ukrainerin, darunter ein Finalerfolg in Madrid, bei dem Kostyuk ihrer Gegnerin den Handschlag verweigerte – eine gängige Praxis ukrainischer Spieler gegenüber russischen Athleten. Beobachter in Westeuropa und Übersee sehen das Duell als politisch überhöht. Kostyuk trägt die Bürde des Krieges mit auf den Platz; ihr Auftreten wird zur Projektionsfläche für die internationale Solidarität mit der Ukraine. Für das deutschsprachige Publikum ist es auch ein Sinnbild für die europäische Geschlossenheit gegenüber Russlands Aggression.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Nach einer Nacht russischer Bombenangriffe auf Kiew zieht die tränenüberströmte Marta Kostyuk ins Halbfinale der French Open ein und fordert von russischen Spielern, ihr Schweigen zu brechen. Sie deutet ihren Sieg als ukrainischen Triumph und verweist auf Daria Kasatkinas Wechsel zu Australien als Vorbild dafür, dass man sich äußern kann.
Kostyuk widmet ihren Sieg unter Tränen dem ukrainischen Volk nach einer Nacht schwerer Angriffe auf Kiew mit vielen Toten. Das innereukrainische Duell mit Switolina wird zur Bühne nationaler Trauer, vor dem Halbfinale gegen Russlands Mirra Andreeva.
Kostiuks Halbfinal-Einzug wird überschattet von einem russischen Angriff mit achtzehn toten Zivilisten, darunter ein Kind. Ihre Tränen nach dem Sieg über Switolina machen den Platz zum Resonanzraum des ukrainischen Leids, Sport und Krieg verschmelzen.
Roland Garros wird zum geopolitischen Schachbrett: Das Halbfinale zwischen der Ukrainerin Kostyuk und der Russin Andreeva steht ganz im Schatten des Krieges. Die Invasion, nun im fünften Jahr, überlagert jede Partie und macht die Damen-Auslosung zu einem unvermeidlichen Politikum.
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