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Dienstag, 9. Juni 2026 · Ausgabe von 16:00 CET

Mit über 244.000 Toten erreicht die Zahl bewaffneter Konflikte ein Rekordniveau seit 1945

Das Jahr 2025 markiert eine düstere Wende: So viele Staatenkonflikte wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr, zugleich vervielfachen sich Angriffe auf Zivilisten.

Geopolitik6 Quellen6 Sprachen3 Min. LesezeitAkt. 19:29

Das vergangene Jahr hat die Welt an einen Wendepunkt geführt, dessen Tragweite noch kaum abzuschätzen ist. Laut dem aktuellen Bericht des Uppsala Conflict Data Program (UCDP) und des Osloer Friedensforschungsinstituts PRIO starben im Jahr 2025 mindestens 244.600 Menschen in kriegerischen Auseinandersetzungen – das zweitverheerendste Jahr seit dem Völkermord in Ruanda 1994. Die schiere Zahl allein erschüttert, doch mehr noch die strukturelle Veränderung: Mit 65 registrierten bewaffneten Konflikten, an denen mindestens ein Staat beteiligt war, wurde der höchste Stand seit 1946 erreicht. Vor allem die Zunahme direkter Konflikte zwischen Staaten – ihre Zahl verdoppelte sich binnen eines Jahres auf acht – katapultiert die Welt zurück in ein Muster, das über Jahrzehnte als überwunden galt.

Aus Stockholm ebenso wie aus Oslo bewerten die Konfliktforscher die Entwicklung mit seltener Eindeutigkeit. „Leider gibt es nicht viel Positives“, sagte Siri Aas Rustad vom PRIO bei der Vorstellung der Zahlen. „Normalerweise finde ich immer etwas Positives, aber in diesem Jahr sind die Zahlen schockierend.“ Der blutigste Schauplatz war erneut der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, dem allein 94.700 Menschen zum Opfer fielen. Hinzu kamen die militärischen Operationen Israels in Syrien, die direkten Konfrontationen zwischen Iran und Israel sowie eine Reihe von Grenzkonflikten – etwa zwischen Indien und Pakistan, Afghanistan und Pakistan sowie Kambodscha und Thailand. Die geografische Streuung zeigt: Die neue Gewaltdynamik ist kein regionales Phänomen, sondern ein globales Systemversagen.

Für den deutschsprachigen Raum sind die Konsequenzen unmittelbar spürbar. Die Verlagerung der weltweiten Konflikte in den zwischenstaatlichen Bereich untergräbt jenes regelbasierte multilaterale System, auf das Länder wie Deutschland, Österreich und die Schweiz existenziell angewiesen sind. Der Krieg in der Ukraine hält nicht nur die sicherheitspolitische Debatte in Atem, er hat auch die Energieversorgungskrise und die neu entflammte Debatte um Verteidigungsausgaben in Europa befeuert. Zugleich erhöht die Vervielfachung der Konfliktherde den Migrationsdruck und droht, fragile diplomatische Arrangements von den Rändern der Sahelzone bis in den Indopazifik zu sprengen.

Die Berichte aus Uppsala und Oslo legen eine tiefere Zäsur offen. Anders als in den 1990er-Jahren, als die Zahl innerstaatlicher Kriege nach dem Ende des Kalten Krieges kurzzeitig sank, treiben heute konkurrierende Großmachtinteressen und erodierende Abschreckungsarchitekturen die Gewaltkurve nach oben. Die Forscher warnen, dass der Anstieg gezielter Angriffe auf Zivilisten – ein weiterer zentraler Befund – die humanitären Folgen noch verschärft. Die Zahlen sind nicht nur ein statistischer Ausreißer, sondern ein Indikator für eine Welt, die sich in einer neuen Ära hoher und zunehmend enthemmter Gewalt einrichtet. Ohne entschlossene diplomatische Initiativen, die weit über punktuelles Krisenmanagement hinausgehen, dürfte diese Entwicklung den Frieden, wie ihn das Nachkriegseuropa kannte, vollends zu einer historischen Ausnahme machen.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Zwischenstaatliche Kriege erreichten 2025 ein Ausmaß, das es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gab: acht aktive Konflikte und fast eine Viertelmillion Tote. Die Uppsala-Daten zeigen das tödlichste Jahr seit dem Völkermord in Ruanda 1994 und markieren eine gefährliche Rückkehr zur direkten Konfrontation zwischen Großmächten.

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Die Welt befindet sich in einer neuen Ära hoher Gewalt: 2025 erreichten zwischenstaatliche Konflikte einen Höchststand nach dem Zweiten Weltkrieg, und Angriffe auf Zivilisten nahmen sprunghaft zu, insbesondere durch Massaker wie jene in El Fasher. Forschende warnen, dass es kaum positive Aspekte gibt, und zeichnen ein düsteres, beispielloses globales Bild.

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Im Jahr 2025 wurde mit 65 bewaffneten Konflikten, an denen mindestens eine Regierung beteiligt war, der höchste Wert seit 1946 verzeichnet. Acht zwischenstaatliche Kriege flammten auf, darunter Grenzgefechte zwischen Indien und Pakistan, Afghanistan und Pakistan, Kambodscha und Thailand sowie der russische Einmarsch in die Ukraine und israelische Militäroperationen in Syrien. Die leitende Forscherin zeigte sich bedauernd über den Gesamttrend.

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Der jüngste Bericht des Osloer Friedensforschungsinstituts zeigt, dass die Welt auf dem Höhepunkt militärischer Spannungen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs steht. Für 2025 wurden 65 aktive Konflikte verzeichnet, die Zahl zwischenstaatlicher Kriege hat sich verdoppelt und die Angriffe auf Zivilisten nehmen zu. Die Studie warnt vor einer allgemeinen Verschlechterung der globalen Sicherheitslage, ohne einen bestimmten Akteur hervorzuheben.

Diese Geschichte erschien in

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Open9. Juni, 18:20
Dagens Nyheter9. Juni, 14:34
BBC Persian9. Juni, 14:33
Le Devoir9. Juni, 16:08
Hespress9. Juni, 16:08
NPR9. Juni, 14:32