Kreuzfahrtschiff Hondius nach Hantavirus-Ausbruch wieder im Dienst
Nach einem Hantavirus-Ausbruch mit drei Toten hat das Kreuzfahrtschiff Hondius nach gründlicher Desinfektion die Genehmigung zur Wiederaufnahme des Betriebs erhalten. Die Behörden in Rotterdam gaben grünes Licht.

Die Gesundheitsbehörde von Rotterdam hat das Kreuzfahrtschiff MV Hondius nach einer gründlichen Desinfektion zur Wiederinbetriebnahme freigegeben. „Aus Sicht der öffentlichen Gesundheit gibt es keine Hindernisse mehr für den Wiedereinsatz des Schiffes“, teilte die Behörde mit. Experten für Infektionsprävention bestätigten am 30. Mai, dass die Reinigung gemäß den festgelegten Richtlinien erfolgt sei. Der unter niederländischer Flagge fahrende Expeditionskreuzer von Oceanwide Expeditions kann damit nach dem aufsehenerregenden Hantavirus-Ausbruch seine Fahrten wieder aufnehmen.
Der Ausbruch hatte weltweit Besorgnis ausgelöst. Dreizehn bestätigte Fälle und drei Todesopfer zählte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Zusammenhang mit der Infektion an Bord. Das Schiff war am 1. April von Ushuaia in Argentinien in See gestochen und hatte abgelegene Inseln im Südatlantik angelaufen, bevor es Kurs auf Kap Verde und später Teneriffa nahm. Dort wurden die Passagiere evakuiert. Auf dem Jahreskongress der argentinischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten in Buenos Aires äußerten Spezialisten die Einschätzung, die Lage sei „ziemlich unter Kontrolle“. Sie verwiesen auf die begrenzte Übertragbarkeit des Andes-Virus, des einzigen Hantavirus, das von Mensch zu Mensch übertragbar ist.
Während die gesundheitlichen Folgen des Ausbruchs beherrschbar blieben, entfaltete sich in den sozialen Medien eine Welle von Falschinformationen. Vor allem in italienischsprachigen Foren kursierten Behauptungen, das Antiparasitikum Ivermectin könne gegen Hantaviren helfen – eine These ohne jede wissenschaftliche Grundlage. Andere Beiträge stilisierten den chilenischen Arzt Juan Bertoglio zum Entdecker des Andes-Virus und unterstellten, die Übertragung zwischen Menschen sei unbewiesen; beides entspricht nicht den Tatsachen. Ein manipuliertes Video sollte belegen, der WHO-Generaldirektor habe eine Verschwörung zur Einführung flächendeckender Kinderimpfungen gestanden. Ebenso zirkulierte eine gefälschte Mitteilung, wonach Pfizer einen mRNA-Impfstoff gegen Hantaviren entwickelt habe. Faktenprüfer wiesen all diese Darstellungen als haltlos zurück.
In den USA befanden sich unterdessen 18 Personen in Quarantäne, die an Bord des Schiffes dem Virus ausgesetzt gewesen waren. Sie wurden an der University of Nebraska Medical Center überwacht. Zwei New Yorker sollten in der kommenden Woche freikommen, während ein weiterer Passagier bis zum Abschluss der vollen Inkubationszeit am 22. Juni dort bleiben musste. Ein zunächst positiv getesteter Arzt im Ruhestand wurde nach weiteren Untersuchungen medizinisch entwarnt. In Spanien meldete das Hospital Gómez Ulla in Madrid einen positiven Hantavirus-Fall bei einer Person, die sich in Quarantäne befand, während eine Frau im Hospital Clínic in Barcelona negativ getestet wurde und die Quarantäne zu Hause fortsetzte.
Die umgehende Desinfektion des Schiffes und die transnationale Koordination zeigen, dass die internationalen Gesundheitsprotokolle bei solchen Ausbrüchen greifen. Die Episode verdeutlicht jedoch auch die Anfälligkeit des Informationsraums für Desinformation, die in der Vergangenheit bereits bei der Covid-19-Pandemie zu beobachten war. Mit der Wiederaufnahme des Kreuzfahrtbetriebs stellt sich die Frage, wie Reedereien und Behörden künftig nicht nur auf biologische Risiken, sondern auch auf die parallele Infodemie reagieren werden.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die kontinentaleuropäische Berichterstattung verbindet sachliche Meldungen zur Desinfektion des Schiffs und zum Wiederanlaufen mit umfangreichem Faktencheck zu angeblichen Heilmitteln, Impfverschwörungen und manipulierten Screenshots und hebt hervor, dass Gesundheitsbehörden jegliche Verbindung zu Kinderimpfkampagnen zurückgewiesen haben.
Die lateinamerikanische Presse stellt das Ereignis als bewältigten und unter Kontrolle befindlichen Ausbruch dar: drei Todesfälle, dreizehn Fälle, das Schiff desinfiziert und zur Wiederaufnahme der Fahrten freigegeben, wobei Experten die Lage als recht kontrolliert bezeichnen, ohne Alarmismus.
Die indische und südasiatische Presse konzentriert sich auf das Ende der Quarantäne für einige US-Passagiere, die an Bord der Hondius dem Hantavirus ausgesetzt waren, wobei zwei New Yorker in der kommenden Woche entlassen werden sollen, während andere ihre Isolation über den 31. Mai hinaus verlängern, und erwähnt einen pensionierten Arzt, der zunächst positiv getestet, später aber freigegeben wurde.
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