Karl Lagerfelds Katze Choupette wartet sieben Jahre nach Tod noch auf Millionenerbe
Françoise Caçote, Haushälterin und Betreuerin des Tiers, enthüllte, dass sie bislang nichts erhalten habe und nun teure Anwälte eingeschaltet seien. Das Erbe ist aufgrund testamentarischer Streitigkeiten blockiert.

Sieben Jahre nach dem Tod des deutschen Modeschöpfers Karl Lagerfeld wartet seine einst verwöhnte Katze Choupette noch immer auf das ihr zugedachte Millionenerbe. Françoise Caçote, ehemalige Haushälterin Lagerfelds und heutige Betreuerin des Tiers, offenbarte kürzlich in einem Interview mit dem US-Magazin The Atlantic, dass man bis heute »absolut nichts« erhalten habe. Weder für den Unterhalt der blau-cremefarbenen Birma-Katze noch für Caçote selbst sei bislang ein Cent geflossen, obgleich Lagerfeld die Katze zu Lebzeiten einem Vernehmen nach mit einer hohen Summe bedacht haben soll. Stattdessen musste Caçote nach eigenen Angaben teure Anwälte einschalten, um die Ansprüche gerichtlich durchzusetzen.
Bereits unmittelbar nach Lagerfelds Ableben im Februar 2019 sorgten Meldungen über das Erbe der »reichsten Katze der Welt« international für Schlagzeilen. Schätzungen zufolge belief sich das Gesamtvermögen des Designers auf 200 bis 400 Millionen Euro, wobei Choupette angeblich 150 Millionen Pfund – umgerechnet etwa 137 Millionen Schweizer Franken – erben sollte. Die genauen testamentarischen Verfügungen sind jedoch nicht öffentlich. Aus Schweizer Sicht – Lagerfeld pflegte eine enge Beziehung zur Eidgenossenschaft, wo er auch einen Wohnsitz unterhielt – ist der Fall besonders pikant, da dort die Berichterstattung über die prominente Erbschaft aufmerksam verfolgt wird. Blick, das deutschsprachige Schweizer Boulevardmedium, rechnete kürzlich die blockierte Summe in Franken um und betonte die ungeklärte Rechtslage.
Die rechtlichen Hürden sind erheblich. Nach französischem Recht können Tiere weder Eigentum noch Geld unmittelbar erben. Zwar ist es möglich, einen Treuhandfonds einzurichten oder eine natürliche Person mit der Auflage zu bedenken, für das Tier zu sorgen, doch offenbar ist die konkrete Ausgestaltung der letztwilligen Verfügung umstritten. Beobachter in Paris und Zürich weisen darauf hin, dass der Fall eine grundsätzliche Problematik illustriert: Die wachsende Bedeutung von Haustieren als Familienmitglieder kollidiert mit traditionellen erbrechtlichen Prinzipien, die Tiere als Sachen behandeln. Dies könnte grenzüberschreitende Diskussionen befeuern, zumal in Deutschland und Österreich ähnliche rechtliche Rahmenbedingungen herrschen.
Das aktuelle Lebensumfeld der mittlerweile 14-jährigen Choupette wirft ein bezeichnendes Licht auf die Diskrepanz zwischen öffentlicher Wahrnehmung und privater Realität. Während die Katze in sorgfältig inszenierten Modekampagnen weiterhin als Luxusikone auftritt, lebt sie tatsächlich in einer bescheidenen Pariser Wohnung, gemeinsam mit Caçote, deren Ehemann und einem jugendlichen Sohn. Caçote, die zuvor ein Angestelltenverhältnis zu Lagerfeld hatte, arbeitet Teilzeit, um den Unterhalt des Tieres zu finanzieren – eine prekäre Situation, die weit entfernt ist vom glamourösen Bild einer verwöhnten Millionärskatze.
Wie sich der Erbstreit entwickeln wird, bleibt offen. Caçote äußerte sich zuversichtlich, dass das Gericht zugunsten der Katze entscheiden werde. Juristen mahnen indes zur Geduld: In komplizierten Nachlassverfahren könnten Jahre vergehen. Unabhängig vom Ausgang zeigt der Fall, wie sehr exzentrische Verfügungen prominenter Erblasser die Grenzen des Rechtssystems ausloten. Sollte Choupette das Erbe antreten können, dürfte dies nicht nur für Tierschutzorganisationen, sondern auch für die Nachlassplanung vermögender Privatpersonen in Europa Signalwirkung entfalten.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die reichste Katze der Welt, Choupette, soll hungern: Das 150-Millionen-Pfund-Erbe von Karl Lagerfeld ist seit sieben Jahren wegen rechtlicher Lücken blockiert. An Luxus gewöhnt, hat das Tier nun angeblich nichts mehr und sorgt für öffentliche Empörung.
Sieben Jahre nach dem Tod von Karl Lagerfeld wartet seine Katze Choupette noch immer auf ihr Millionenerbe, blockiert durch einen Rechtsstreit und das französische Gesetz, das Tieren die direkte Erbfolge verbietet. Die Geschichte, zwischen Promistatus und juristischen Feinheiten, bleibt ungelöst.
Diese Geschichte erschien in
4 Quellen · 4 Sprachen · 24h-Fenster