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Jill Biden über Joe im TV-Duell: «Ich dachte, er hat einen Schlaganfall»

Ex-First Lady Jill Biden erinnert sich in einem Interview an das desaströse TV-Duell ihres Mannes gegen Donald Trump. Ihre Angst: ein Schlaganfall. Die Enthüllung fällt mit der Nachricht von Pam Bondis Krebserkrankung zusammen – zwei Geschichten über Gesundheit in der US-Politik.

Politik6 Quellen5 Sprachen3 Min. LesezeitAkt. 04:01

Die frühere amerikanische First Lady Jill Biden hat erstmals mit schonungsloser Offenheit über jenen Abend im Juni 2024 gesprochen, der die Präsidentschaftskampagne ihres Mannes ins Wanken brachte. In einem vorab ausgestrahlten Ausschnitt der CBS-Sendung «Sunday Morning» bekannte sie, während des TV-Duells gegen Donald Trump sei sie «zu Tode erschrocken» und habe gedacht: «Oh mein Gott, er hat einen Schlaganfall» ([A5], [A6]). Joe Biden, damals 81‑jährig, hatte auf der Bühne in Atlanta einen verwirrten Eindruck gemacht, Wortfetzen verschluckt und sich mehrfach verheddert – ein Bild, das in den Tagen darauf die demokratische Basis erschütterte und schließlich zum Rückzug des Präsidenten aus dem Rennen führte ([A1], [A3]). Jill Bidens Erinnerung, sie habe Joe «weder davor noch danach jemals so erlebt» ([A1], [A3]), kontrastiert dabei auffällig mit ihrem öffentlichen Auftritt unmittelbar nach dem Duell, als sie die Performance ihres Mannes noch gelobt hatte. Diese späte Selbsterkenntnis wirft ein neues Licht auf das innerste Erleben einer politischen Familie unter Extremdruck.

Die Berichterstattung über das Duell unterschied sich je nach geografischem Blickwinkel merklich. Westeuropäische Blätter wie «Le Temps» und die «Süddeutsche Zeitung» fokussierten auf das Zögern der Demokraten, die erst nach Wochen reagierten ([A1], [A2]). Die russische Wirtschaftszeitung «Wedomosti» hingegen betonte die «unsicheren Handlungen» und die tiefe Verunsicherung unter den Demokraten – eine Lesart, die im Moskauer Narrativ einer alternden US-Führungsmacht gut aufgehoben ist ([A6]). Das britische «The Independent» hob hervor, dass Bidens Auftritt als «katastrophal» für seine Wiederwahlkampagne galt und die Enthüllung nun Teil der Promotion für Jill Bidens neue Memoiren ist ([A3]). Aus deutschsprachiger Perspektive, etwa von der schweizerischen «Tages-Anzeiger» vermittelt, wurde die Erzählung einer sich erst spät klärenden Wahrnehmung der eigenen Krise besonders greifbar ([A5]).

Parallel zu dieser politischen Aufarbeitung erreicht eine andere Gesundheitsnachricht aus dem Trump-Lager die Öffentlichkeit. Die frühere US-Generalstaatsanwältin Pam Bondi, eine enge Vertraute Donald Trumps, hat sich nach der Behandlung eines Schilddrüsenkrebses in der Genesungsphase gemeldet ([A4]). Das mexikanische Finanzblatt «El Financiero» berichtete unter Berufung auf CNN, Bondi habe die Diagnose nach ihrem Ausscheiden aus dem Justizministerium im April erhalten und sei inzwischen operiert ([A4]). Sie selbst gab sich zuversichtlich, sie fühle sich gut – wenngleich kein detailliertes medizinisches Bulletin vorliegt.

Die beiden Geschichten zeigen, wie sehr Gesundheitsfragen die amerikanische Spitzenpolitik durchdringen – sei es als handfeste Krise, die über den Verbleib im Rennen entscheidet, oder als private Bewährungsprobe, die erst mit Verzögerung bekannt wird. Für Beobachter in Berlin, Wien und Zürich illustrieren diese parallelen Enthüllungen, dass hinter der politischen Schaubühne stets auch die Verletzlichkeit des Individuums steht. Während Jill Bidens spätes Eingeständnis den historischen Blick auf das Bidensche Wahlkampfdebakel schärfen wird, bleibt Pam Bondis Erkrankung eine Erinnerung daran, dass selbst in der polarisierten Welt des Washingtoner Establishments persönliche Schicksalsschläge keine Parteigrenzen kennen.

Diese Geschichte erschien in

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Vedomosti
Le Temps
Süddeutsche Zeitung (SZ)
El Financiero
The Independent
Tages-Anzeiger