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Israel kartiert neue Pufferzone im Libanon – Waffenruhe unter Druck

Wenige Tage nach Inkrafttreten einer zehntägigen Waffenruhe veröffentlicht Israel eine Karte seiner Kontrollzone im Südlibanon. Während Bulldozer Dörfer planieren, tötete ein Hinterhalt einen französischen Soldaten.

Geopolitik6 Quellen3 Sprachen3 Min. LesezeitAkt. 07:58

Erstmals hat die israelische Armee am Sonntag eine Karte ihrer neuen Aufstellungslinie im Südlibanon publiziert. Der abgebildete Korridor reicht zwischen fünf und zehn Kilometer tief in libanesisches Gebiet und umfasst Dutzende weitgehend verlassene Dörfer. Fünf israelische Divisionen sowie Marinekräfte seien gleichzeitig südlich dieser vorderen Verteidigungslinie im Einsatz, um Hisbollah-Infrastruktur zu zerschlagen und direkte Bedrohungen für nordisraelische Ortschaften zu unterbinden, teilte das Militär mit. Aus Beirut und von der pro-iranischen Hisbollah gab es zunächst keine Stellungnahme. Die Karte verleiht einer Realität Ausdruck, die nach den ersten direkten israelisch-libanesischen Verhandlungen seit Jahrzehnten am 14. April und der daraufhin am Donnerstag vereinbarten US-vermittelten Waffenruhe entstanden ist.

Die Feuerpause, die am Freitag in Kraft trat und auf zehn Tage befristet ist, erweist sich als brüchig. Israels Verteidigungsminister Israël Katz erklärte, Premierminister Benjamin Netanjahu und er hätten die Streitkräfte angewiesen, während des Waffenstillstands »mit voller Wucht« am Boden und in der Luft gegen jede Bedrohung vorzugehen. Insbesondere würden Häuser in grenznahen Dörfern zerstört, die der Hisbollah als Stellungen gedient hätten. Augenzeugen in Dibbine und Srifa sahen Bewohner, die Matratzen und Waschmaschinen aus Trümmern bargen. Wie das Staatsfernsehen meldete, setzte die Armee am Sonntag ihre planmäßigen Sprengungen fort.

Die Verwundbarkeit des Abkommens zeigte sich am Samstag, als bei einem Hinterhalt im Süden ein französischer Soldat und ein israelischer Reservist getötet sowie neun weitere Soldaten verletzt wurden, als ein Militärfahrzeug über eine Bombe fuhr. Der israelische Analyst Kobi Michael vom Institut für nationale Sicherheitsstudien (INSS) verwies auf die jahrelange Vorbereitung der Hisbollah und ihre Strategie, zivile Infrastruktur als »menschliche Schutzschilde« zu nutzen – ein Vorwurf, der schon den Gaza-Krieg prägte.

Während die israelischen Planierraupen die Geographie verändern, versucht die libanesische Führung in Beirut, den politischen Spielraum zu erweitern. Staatspräsident Joseph Aoun strebt eine Verlängerung der Waffenruhe um zehn bis zwanzig Tage an, um eine eigene Verhandlungsdelegation zu formieren und einen von Washington befürchteten direkten Gipfel mit Netanjahu zu vermeiden. Der US-Botschafter traf sich am Montag mit den drei Präsidenten, und in Washington bereitet man ein zweites Treffen zwischen der libanesischen Botschafterin und ihrem israelischen Amtskollegen vor. Die Vereinigten Staaten sehen in dem Abkommen ein Sprungbrett für breitere Verhandlungen mit Iran.

Für den libanesischen Staat spitzt sich das Souveränitätsdilemma zu. Die Streitkräfte haben auf den israelischen Einmarsch und die anhaltenden Zerstörungen nicht militärisch reagiert. Stattdessen manifestiert sich eine Besatzung, die nicht nur aus Bodentruppen, sondern – wie bereits seit November 2024 – aus einer permanenten Drohnenüberwachung von sieben illegalen Stützpunkten auf libanesischem Gebiet besteht. Die nun publizierte Karte zementiert einen Zustand, der an die Pufferzonen-Logik des Gazastreifens erinnert und die Frage aufwirft, ob der Libanon seine territoriale Integrität jenseits diplomatischer Proteste noch verteidigen kann. Ohne belastbare Sicherheitsgarantien droht die Waffenruhe zum Deckmantel für eine schleichende Annexion zu werden.

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Sky News Arabia
Al-Monitor Iran Pulse
Le Devoir
Fox News
Al-Modon
The Public Source