Irans Sprecher: Widersprüchliche US-Positionen blockieren Atomgespräche
Teheran wirft Washington vor, durch ständig wechselnde Vorgaben die Verhandlungen zu erschweren. Pakistan vermittelt weiterhin, doch die Lage bleibt gefährlich.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, hat die Vereinigten Staaten für das Stocken der Atomgespräche verantwortlich gemacht. In einem Interview mit dem CNN-Korrespondenten Frederik Pleitgen am Sonntag in Teheran bezeichnete er die widersprüchliche Haltung Washingtons als Hauptproblem. Zwar werde der Austausch von Botschaften über pakistanische Vermittler fortgesetzt, doch die ständig wechselnden Positionen, sich verschiebenden roten Linien und gegensätzlichen Äußerungen verschiedener US-Beamter machten den Verhandlungsprozess äußerst mühsam.
Aus iranischer Sicht ist die mangelnde Kohärenz der US-Administration das entscheidende Hindernis – nicht etwa das Fehlen von Kommunikationskanälen. Baghaei kritisierte, man müsse mit „vielen Positionsänderungen, beweglichen Zielvorgaben und widersprüchlichen Aussagen" umgehen. Diese Unbeständigkeit erschwere es, eine Verständigungsgrundlage zu erarbeiten.
Ein Kernanliegen Teherans ist die Anerkennung seiner Rechte. Der Sprecher forderte, Washington müsse Irans Recht auf friedliche Urananreicherung unter dem Atomwaffensperrvertrag respektieren. Zudem seien die eingefrorenen iranischen Vermögenswerte ein Streitpunkt, bei dem die USA keine Kompromissbereitschaft zeigten. Mehrere kritische Differenzen blieben ungelöst.
Baghaei warnte vor einer äußerst instabilen und gefährlichen Lage und bekräftigte die Vergeltungsbereitschaft Irans im Falle eines militärischen Angriffs. Diese Positionen unterstreichen die angespannte Stimmung im Nahen Osten. Seit dem Ausstieg der USA aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 und dem Scheitern der Wiener Verhandlungen 2022 sind die diplomatischen Bemühungen ins Stocken geraten.
In europäischen Hauptstädten wie Berlin, Paris und Wien wird die neuerliche Blockade mit Besorgnis registriert. Eine nuklear bewaffnete Islamische Republik würde nicht nur die regionale Stabilität gefährden, sondern auch direkte Auswirkungen auf die Sicherheit Europas haben. Die pakistanische Vermittlung, die eine „kreative Formel" für eine Einigung finden soll, scheint vorerst wenig aussichtsreich. Die Diplomatie steht vor einer schwierigen Wegstrecke.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Iranische Medien stellen das Interview als Beweis dafür dar, dass Washington unzuverlässig ist, seine Forderungen ständig ändert und die Verhandlungen mühsam macht. Die Lage wird als äußerst instabil und gefährlich beschrieben, während der Iran seine Bereitschaft signalisiert, auf jeden Angriff zu reagieren, und die Freigabe blockierter Vermögenswerte fordert. Die widersprüchliche Haltung der USA ist das Haupthindernis, nicht die iranische Unnachgiebigkeit.
Die lateinamerikanische Berichterstattung gibt lediglich die Äußerungen des iranischen Sprechers wieder und weist darauf hin, dass die Widersprüche der USA das größte Verhandlungshindernis sind. Sie erwähnt den pakistanischen Vermittlungskanal und die noch offenen Streitpunkte, in einem distanzierten und neutralen Ton.
Die Presse am Arabischen Golf gibt die iranische Beschwerde über die mangelnde Stabilität der US-Regierung und den Nachrichtenaustausch über Pakistan unparteiisch wieder. Die Darstellung ist trocken und sachlich, ohne Parteinahme.
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