Iran suspendiert Verhandlungen mit Washington – Ölpreis steigt Richtung 100 Dollar
Teheran stoppt den indirekten Dialog mit den USA und droht mit der Blockade strategischer Meerengen, während Israel seine Libanon-Offensive ausweitet.

Iran hat am Montag die indirekten Friedensverhandlungen mit den Vereinigten Staaten ausgesetzt. Wie die der Revolutionsgarde nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim meldete, reagierte Teheran damit auf die anhaltenden israelischen Angriffe auf den Libanon. Die libanesische Waffenruhe galt als eine der Vorbedingungen des gesamten Deals. Da das Abkommen nun an allen Fronten gebrochen sei, darunter im Libanon, setze das iranische Verhandlungsteam den Austausch von Botschaften über Mediatoren aus.
Die Entscheidung markiert eine dramatische Verschlechterung der ohnehin fragilen diplomatischen Bemühungen, den dreimonatigen Krieg zwischen dem Iran und den USA zu beenden. Außenminister Abbas Araghchi betonte auf der Plattform X, die Waffenruhe vom 8. April gelte ausdrücklich an allen Fronten – ihre Verletzung an einer einzigen Stelle komme einem Bruch des gesamten Abkommens gleich. Die USA und Israel trügen die Verantwortung für die Konsequenzen. Das iranische Außenministerium hatte zuvor erklärt, ein Ende der Feindseligkeiten im Libanon sei eine unabdingbare Voraussetzung für jede Vereinbarung mit Washington.
Parallel zur diplomatischen Eiszeit droht Teheran mit einer Verschärfung der militärischen Lage. Die „Widerstandsfront“ – ein Bündnis mit Verbündeten in Jemen, Libanon und Irak – erwäge, die Straße von Hormus sowie die Meerenge Bab al-Mandab vollständig zu blockieren, so Tasnim. Eine solche Maßnahme würde den globalen Ölhandel empfindlich treffen; prompt stieg der Preis für die Sorte Brent um sieben Prozent auf fast 98 Dollar je Barrel. Für die deutsche und europäische Wirtschaft, die stark von Energieimporten abhängig ist, käme dies zur Unzeit in einer ohnehin angespannten konjunkturellen Lage.
Die israelische Führung unter Premierminister Netanjahu hat indes ihre Bodenoffensive im Südlibanon ausgeweitet und weitere Schläge gegen Hisbollah-Stellungen angeordnet. Aus Washingtoner Sicht verstärkt dies den Druck auf die Regierung Trump, die einerseits Israel unterstützt, andererseits einen Krieg mit Iran zu vermeiden sucht. Beobachter in europäischen Hauptstädten zeigen sich alarmiert: Sollte die diplomatische Sackgasse andauern, droht eine militärische Konfrontation, die rasch auf die gesamte Golfregion übergreifen könnte. Die nächsten Tage werden zeigen, ob internationale Vermittler die Gesprächskanäle wieder öffnen können – oder ob sich der Nahe Osten auf eine neue Eskalationsstufe zubewegt.
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Der Iran hat die indirekten Gespräche mit den USA einseitig ausgesetzt und nutzt Israels Verteidigungsoperationen im Libanon zynisch als Vorwand. Das den Revolutionsgarden nahestehende Medium erneuerte die Drohungen, die Straße von Hormus und das Bab al-Mandab zu blockieren und eine Energiekrise heraufzubeschwören.
Die Islamische Republik hat sämtlichen Vermittlungsaustausch mit Washington eingestellt und macht die USA und das zionistische Regime voll für die Verletzung der Waffenruhe vom 8. April an allen Fronten verantwortlich. Ein Abkommen bleibt ausgeschlossen, solange Israel seine Aggression in Libanon und Gaza nicht sofort einstellt und sich vollständig zurückzieht.
Teheran hat einen Waffenstillstand im Libanon zur unverzichtbaren Bedingung für jede endgültige Einigung gemacht und die ständige Kriegstreiberei des zionistischen Regimes unter amerikanischem Schutz angeprangert. Das iranische Verhandlungsteam setzte jeglichen Austausch mit Vermittlern aus und warnte, dass die Widerstandsfront mehrere Engpässe aktivieren werde, einschließlich der Straße von Hormus und des Bab al-Mandab, sollten die Verstöße nicht aufhören.
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