Indien erhöht Benzin- und Dieselpreise zum vierten Mal innerhalb von zehn Tagen
Die kumulierte Steigerung beträgt nun fast 7,5 Rupien pro Liter. Hintergrund sind die Blockade der Straße von Hormus und der Iran-Konflikt, die die globalen Ölpreise über 100 Dollar treiben.

In Indien sind die Kraftstoffpreise am Montag zum vierten Mal innerhalb von nur zehn Tagen kräftig gestiegen. Die staatlichen Ölgesellschaften, die neunzig Prozent des Marktes kontrollieren, erhöhten den Benzinpreis um 2,61 Rupien und den Dieselpreis um 2,71 Rupien pro Liter. In der Hauptstadt Neu-Delhi kostet ein Liter Benzin nun 102,12 Rupien, Diesel 95,20 Rupien. Seit der Wiederaufnahme der Preisanpassungen Mitte Mai – nach einer wochenlangen Wahlpause – summiert sich der Anstieg auf etwa 7,5 Rupien pro Liter. Verbraucher und Transportunternehmen sehen sich mit rapide steigenden Kosten konfrontiert.
Die Preissprünge sind eine direkte Folge des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran, der zur Schließung der strategisch wichtigen Straße von Hormus geführt hat. Der engpassbedingte Angebotsschock trieb die Rohölpreise im Mai auf durchschnittlich 106 Dollar je Barrel für die Sorte Brent. Indien, das rund 85 Prozent seines Erdölbedarfs importiert, spürt die Auswirkungen besonders stark. Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten wird eine vierte monatliche Preiserhöhung in Folge erwartet, da die dortigen Treibstoffpreise an die globalen Notierungen gekoppelt sind.
Während Benzin und Diesel verteuert werden, bleiben die Preise für Flüssiggas (LPG) in Indien unverändert – eine politisch sensible Entscheidung, da LPG in vielen Haushalten zum Kochen genutzt wird. Gleichzeitig stiegen die Preise für komprimiertes Erdgas (CNG) um eine Rupie pro Kilogramm, die dritte Anhebung in kurzer Zeit. Diese selektive Weitergabe verdeutlicht die Abwägung zwischen fiskalischen Zwängen und sozialen Auswirkungen. In Washington dämpft Präsident Trump unterdessen die Erwartungen an eine rasche Einigung mit dem Iran. Er wies seine Unterhändler an, „keinen übereilten Deal“ zu schließen – ein Signal, dass die geopolitische Unsicherheit und damit der Druck auf die Ölmärkte anhalten dürfte.
Für die deutschsprachigen Länder, obschon nicht direkt von den Subventionsmechanismen in Indien betroffen, sind die Entwicklungen ein Warnsignal. Steigende Rohölpreise infolge der Hormus-Blockade wirken sich auf die gesamte Weltwirtschaft aus und könnten den Inflationsdruck auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiter erhöhen. Die Abhängigkeit Europas von Energieimporten macht die Region verwundbar für Lieferkettenstörungen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob diplomatische Fortschritte den Ölpreis entspannen oder ob die Volatilität an den Rohstoffmärkten anhält.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Gulf Arab media report the Indian fuel price hike as a market event, linking it to global oil price rises due to the Strait of Hormuz closure. They note that the UAE may also see a fourth consecutive increase in June, aligning with global rates. The tone is descriptive and pragmatic, without alarm, focusing on market dynamics.
Indian media highlight the immediate impact on consumers, with petrol in Delhi crossing ₹102 per litre. They emphasize the fourth hike in ten days, a cumulative increase of nearly ₹7.5, and link the crisis to the Iran-US war. The tone is alarmed and critical, focusing on household and transport burdens.
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