IAEA-Chef Grossi fordert Iran zur Wiederaufnahme der Inspektionen auf
Rafael Grossi verlangt nach einem Jahr ohne Inspektionen Zugang zu 2025 bombardierten Standorten; Iran weist die Kritik als verlogen zurück und bestreitet eine militärische Dimension des Atomprogramms.

Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, hat die Islamische Republik Iran am Montag nachdrücklich aufgefordert, die Zusammenarbeit mit der Wiener Behörde wiederaufzunehmen. Nur so könnten Inspektionen an jenen Nuklearanlagen stattfinden, die vor einem Jahr bei Luftangriffen der USA und Israels beschädigt oder zerstört wurden. Aus Washingtoner Sicht ist dies ein entscheidender Moment: Die Vereinigten Staaten treiben derzeit im Gouverneursrat der IAEA eine Resolution voran, die Teheran genau zu dieser Wiederaufnahme verpflichten soll. Die westlichen Hauptstädte, darunter auch Berlin, Paris und London, sehen in der anhaltenden Informationsblockade eine gefährliche Erosion des nuklearen Nichtverbreitungsregimes.
Seit den Militärschlägen vom Juni 2025 hält sich die IAEA zufolge ein faktischer Stillstand der Feldverifikation. Erst vergangene Woche gelang mit einer Routineinspektion im Kernkraftwerk Buschehr ein erster, isolierter Zugang; alle anderen deklarierten Standorte, vor allem die durch die Bombardements getroffenen Anreicherungsanlagen, blieben hingegen fast ein Jahr lang unzugänglich. Die Behörde hat daher, wie aus dem jüngsten Bericht hervorgeht, keinerlei Kenntnis über den Verbleib der dort gelagerten Kernmaterialien – darunter Uran, das mit einem Reinheitsgrad von 60 Prozent nur noch einen technologischen Schritt von der Waffentauglichkeit entfernt ist. Nach Einschätzung aus Wiener Diplomatenkreisen könnten bedeutende Teile dieser Bestände die Angriffe überstanden haben, was das Risiko einer unentdeckten militärischen Nutzung erhöht.
Die Reaktion aus Teheran fällt scharf aus. Einflussreiche staatsnahe Medien wie die Zeitung Hamschahri verunglimpfen Grossi als „Lügner“ und verweisen auf frühere IAEA-Berichte, die der Islamischen Republik unterstellten, keine ausreichenden Garantien für die ausschließlich friedliche Natur des Atomprogramms bieten zu können. Diese Vorwürfe stünden im Widerspruch zu Grossis jüngster Behauptung, die Behörde habe nie erklärt, Iran produziere eine Atombombe. Aus Teheraner Perspektive dient die Resolution des Gouverneursrats als Fortsetzung einer politischen Kampagne, die darauf abzielt, die iranische Souveränität zu untergraben und die laufenden Gespräche über eine Waffenruhe sowie eine mögliche Wiederbelebung des Atomabkommens zu belasten.
Für die deutschsprachigen Regierungen in Berlin, Wien und Bern ist die zugespitzte Lage mit besonderen Risiken verbunden. Sollte der Gouverneursrat die Resolution verabschieden, könnte Iran mit weiteren Abschottungsschritten und einem erneuten Hochfahren der Anreicherung reagieren. Damit würde die letzte Brücke diplomatischen Einflusses schwinden, die Europa seit dem Aussetzen der JCPOA-Verhandlungen mühsam zu erhalten suchte. Die Forderung Grossis, die Kanäle der technischen Zusammenarbeit wieder zu öffnen, ist darum nicht nur ein Appell an die Vernunft, sondern ein Wettlauf gegen die Zeit, bevor der nukleare Wissensvorsprung Irans und die militärische Eskalation unumkehrbare Fakten schaffen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die IAEA schlägt Alarm wegen der anhaltenden Kommunikationsblockade des iranischen Regimes und fordert es auf, die Zusammenarbeit wieder aufzunehmen, damit Inspektoren die von den USA und Israel bombardierten Atomanlagen überprüfen können. Die westlichen Mächte drängen auf eine Resolution, weil Teheran den Verbleib von Nuklearmaterial, darunter auf waffenfähiges Niveau angereichertes Uran, nicht offengelegt hat, was ernste Proliferationssorgen nährt.
Der Generaldirektor der IAEA wird beschuldigt, über seine früheren Aussagen zum iranischen Atomprogramm zu lügen, indem er fälschlich behauptet, nie gesagt zu haben, der Iran baue eine Bombe. Er wird als einer der Haupttreiber der Krise dargestellt, während Iran betont, dass die Inspektionen in Buschehr teilweise wieder aufgenommen wurden, und damit die Darstellung völliger Nichtkooperation in Frage stellt.
Der IAEA-Chef hat den Iran aufgefordert, wieder in den Dialog einzutreten und Inspektionen an den vor einem Jahr von US- und israelischen Luftangriffen getroffenen Standorten zuzulassen. Der Appell erfolgt, während die Westmächte einen Resolutionsentwurf im Gouverneursrat der Agentur vorantreiben, angesichts anhaltender Ungewissheit über den Status des Nuklearmaterials und festgefahrener diplomatischer Gespräche.
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