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Ferraris Luce: Ein elektrischer Sturm aus Kritik und Kurssturz

Die erste vollelektrische Ferrari «Luce» stürzt die Aktie und spaltet die Fan-Gemeinde. Ex-Lenker sprechen von «Zerstörung des Mythos», während Maranello auf eine neue Kundschaft setzt.

Finanzen16 Quellen6 Sprachen3 Min. LesezeitAkt. 19:18

Was als industriepolitische Inszenierung begann, endete binnen Stunden in einem Kursrutsch von über acht Prozent an der Mailänder Börse. Die Präsentation des ersten vollelektrischen Ferrari, getauft auf den Namen «Luce» (Licht), vor Staatspräsident Sergio Mattarella im Quirinalspalast und tags darauf vor Papst Leo XIV. in Castel Gandolfo sollte die Wende ins Elektrozeitalter als nationales Prestigeprojekt verankern. Doch die Reaktion der Finanzmärkte und der Tifosi fiel vernichtend aus. Aus deutschsprachigen Handelskreisen hieß es, das Design des von Ex-Apple-Chefdesigner Jony Ive mitgestalteten Fünfsitzers enttäusche die Investoren zutiefst – «für sie ist das kein Ferrari». Der Wagen wirke wie eine Mischung aus Honda Accord EV und Tesla 3, analysierte Pierre-Olivier Essig von Air Capital. Mit einem Preis von über einer halben Million Euro und einer Auslieferung frühestens im kommenden Jahr lastet nun die Frage auf dem Cavallino: Kann die Marke ihren Mythos ohne Verbrenner-Röhren bewahren?

Aus italienischer Sicht geht der Riss mitten durch die eigene Erfolgsgeschichte. Luca Cordero di Montezemolo, der das Unternehmen mehr als zwei Jahrzehnte geprägt hat, sprach am Rande einer Confindustria-Versammlung von der «Zerstörung eines Mythos» und fügte hinzu: «Ich hoffe, sie nehmen wenigstens das sich aufbäumende Pferd von diesem Auto.» Der ehemalige Formel-1-Teamchef Flavio Briatore goss mit einem Seitenhieb auf den chinesischen Wettbewerb Öl ins Feuer: «Die Chinesen werden es nicht kopieren – vorerst gibt es nichts zu sagen.» Der Sarkasmus der beiden Schwergewichte unterstreicht ein tiefes Unbehagen in der italienischen Industriekultur, die den Wert eines Ferrari stets aus seiner Motorsport-DNA und der handwerklichen Exzellenz der Emilia-Romagna geschöpft hat. Die Vorstellung, ein digitales, nahezu geräuschloses Gefährt könne diese Aura weitertragen, stößt auf erbitterten Widerstand – nicht nur bei Puristen, sondern auch in Teilen der Politik, wo etwa Matteo Salvini kommentierte, der Wagen sehe «nach allem aus, nur nicht nach einem Ferrari».

Ferrari selbst setzt dagegen auf eine polarisierende Strategie, die bewusst über das klassische Sportwagenklientel hinauszielt. Der «Luce» ist kein Zweisitzer, sondern eine viertürige Limousine mit fünf Plätzen und einem Kofferraum von Kombi-ähnlichem Volumen – ein Bruch mit jeder bisherigen Modellpolitik. Während das «Financial Times» von einer «Beleidigung der Marke» schrieb und die Aktie auf 284 Euro sackte, zeigt sich Konzernchef Benedetto Vigna unbeeindruckt: Er fürchte sich nicht vor der öffentlichen Reaktion. Damit geht Maranello einen Weg, den der Erzrivale Lamborghini bereits verworfen hat: Die Sant’Agata Bolognese hat ihre rein elektrischen Pläne vorerst auf Eis gelegt und setzt weiter auf Hybridtechnik. Ferrari will dagegen im Luxussegment gegen Tesla und chinesische Anbieter antreten, wohl wissend, dass ein Teil der traditionellen Kundschaft den emotionalen Wert des Zwölfzylinder-Sounds nicht durch Software ersetzt sehen will.

Aus den deutschsprachigen Finanzzentren wird die Wette mit Skepsis beobachtet. Die «Neue Zürcher Zeitung» sah in der Präsentation einen «Bruch mit der Tradition der röhrenden Motoren», der den Mythos Ferrari in seinen Grundfesten erschüttere. Die Frage, ob luxuriöse Sportwagen eine elektrische Zukunft haben, ist nicht nur eine ästhetische, sondern eine fundamental wirtschaftliche: Das Hochpreissegment lebt vom Wiedererkennungswert und der Exklusivität einer analogen Fahrmaschine. Sollte der «Luce» die Erwartungen verfehlen, könnte die Marke nicht nur Börsenwert, sondern auch jenes schwer messbare Kapital einbüßen, das sie fast achtzig Jahre lang zur weltweit begehrtesten Automobil-Legende gemacht hat. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob das Licht von Maranello ein Leuchtturm ins Elektrozeitalter ist – oder nur ein kurzes Strohfeuer.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Die institutionelle Vorstellung beim Staatspräsidenten und der päpstliche Segen rücken den Ferrari Luce in eine nationale Erzählung, fernab von kurzfristigen Börsenlogiken. Trotz des Kurssturzes und harscher Designkritik hält die Marke stand und blickt zuversichtlich in die Zukunft, zwischen Innovation und Tradition.

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Die Enthüllung des Luce löste eine Welle der Kritik und einen Börsenrückgang aus, weil das Design nicht den Erwartungen der Fans entspricht. Markt und Enthusiasten betrachten den ersten E-Ferrari mit Skepsis, als Bruch mit jahrzehntelanger brüllender Tradition.

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Finanzpresse und soziale Medien verurteilten den Luce als Verrat an der Ferrari-Identität, Anleger stießen Aktien ab. Das polarisierende, als enttäuschend und generisch empfundene Design nährt Zweifel, ob wohlhabende Kunden wirklich einen elektrischen Ferrari wollen.

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Papst Leo XIV gehörte zu den ersten, die den neuen Ferrari Luce fuhren, den er von einer Firmendelegation geschenkt bekam. Das Treffen in Castel Gandolfo wurde als prestigeträchtiges Ereignis dargestellt, das die symbolische Geste der Marke unterstreicht.

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Viva.co.id27. Mai, 15:03
Bild27. Mai, 16:37
Affari Italiani27. Mai, 08:15
HuffPost Italia27. Mai, 16:37
Open27. Mai, 15:04
RBK27. Mai, 08:15
Blick27. Mai, 16:44
Süddeutsche Zeitung (SZ)27. Mai, 10:22