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Euro-Inflation klettert auf 3,2 Prozent: Handlungsdruck für die EZB

Getrieben von Energiepreisen infolge des Nahost-Konflikts übersteigt die Teuerung das Zwei-Prozent-Ziel der Zentralbank deutlich; in Deutschland und Frankreich schwächt sich der Preisdruck ab, während die Peripherie zunehmend leidet.

Wirtschaft9 Quellen8 Sprachen2 Min. LesezeitAkt. 15:58

Die Inflation in der Eurozone hat im Mai einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Statistikamt Eurostat mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach 3,0 Prozent im April. Erstmals seit mehr als zweieinhalb Jahren liegt die Rate damit über der Drei-Prozent-Marke und deutlich über dem von der Europäischen Zentralbank angestrebten Ziel von zwei Prozent.

Getrieben wurde der Anstieg vor allem von den Energiepreisen, die um 10,9 Prozent zulegten – eine leichte Beschleunigung gegenüber dem Vormonat (10,8 Prozent). Hintergrund sind anhaltende Lieferunterbrechungen aus dem Nahen Osten, insbesondere die Blockade der Straße von Hormus infolge des Iran-Konflikts. Auch die Preise für Dienstleistungen zogen kräftig an, von 3,0 auf 3,5 Prozent, während Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak nur noch um 2,0 Prozent teurer wurden (nach 2,4 Prozent im April). Industrielle Güter ohne Energie verteuerten sich um 0,9 Prozent.

Die Entwicklung zeigt indes ein stark gespaltenes Bild innerhalb der Währungsunion. In Deutschland verlangsamte sich die Inflation auf 2,7 Prozent, in Frankreich auf 2,8 Prozent. Dagegen beschleunigte sich der Preisauftrieb in Italien auf 3,3 Prozent, in Spanien auf 3,6 Prozent und in einigen osteuropäischen Mitgliedsländern noch deutlicher. Diese Asymmetrie unterstreicht die Herausforderung für die EZB: Während die deutsche Wirtschaft über eine gewisse Abkühlung berichten kann, leiden die südlichen und östlichen Peripheriestaaten unter den Folgen des Energiepreisschocks – eine Erblast der geopolitischen Spannungen, die aus Teheraner Sicht bewusst geschürt werden, um den Westen unter Druck zu setzen.

Die hartnäckig hohe Kerninflation, die Energie- und Nahrungsmittelpreise ausklammert und nun bei 2,5 Prozent liegt, nährt in Analystenkreisen die Erwartung, dass die EZB bald ihre Leitzinsen erhöhen wird. Aus Frankfurter Sicht gilt es, eine Lohn-Preis-Spirale zu verhindern, während in Moskau und Peking die währungspolitische Straffung des Westens aufmerksam registriert wird – schließlich beeinflusst sie die Kapitalströme und die Stabilität der Schwellenländer. Für Verbraucher in Deutschland, Österreich und der Schweiz bleibt die Inflation ein schleichender Diebstahl an der Kaufkraft, und ein Ende der Hochpreisphase ist vorerst nicht absehbar, solange die geopolitischen Brandherde im Nahen Osten nicht befriedet werden.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Stampa europea continentaleStampa russa e CSI · statoStampa latinoamericana · mercato
Stampa europea continentaleallarmedistaccopragmatismo

Die Inflation in der Eurozone steigt im Mai auf 3,2 %, angetrieben von Energiepreisschüben, während die Löhne zurückbleiben. Das Zwei-Prozent-Ziel der EZB rückt in die Ferne, und die Verbraucher spüren die wachsende Lebenshaltungskostenlast.

Stampa russa e CSI/ statoscetticismodistacco

Russische Staatsmedien geben die Eurostat-Daten neutral wieder und betonen, dass die Inflation erstmals seit über zweieinhalb Jahren über 3 % gestiegen ist und Lieferstörungen durch die Blockade der Straße von Hormus den Preisanstieg befeuern, was die Erwartung einer EZB-Zinserhöhung festigt.

Stampa latinoamericana/ mercatopragmatismourgenza

Die lateinamerikanische Finanzpresse sieht die 3,2 % als Bestätigung der Wetten auf eine baldige EZB-Zinserhöhung, wobei Energiekosten der Haupttreiber sind. Der Ton ist pragmatisch, fokussiert auf die nächsten geldpolitischen Schritte, mit mäßiger Dringlichkeit vor der Notenbankentscheidung.

Diese Geschichte erschien in

9 Quellen · 8 Sprachen · 24h-Fenster

Lenta.ru2. Juni, 11:59
Le Monde2. Juni, 14:23
Valor Econômico2. Juni, 12:00
ANSA Politica2. Juni, 13:13
Süddeutsche Zeitung (SZ)2. Juni, 12:00
Dagens Industri2. Juni, 12:02
Kommersant2. Juni, 14:23
Financial Times2. Juni, 12:00