Ermittlungen gegen Trumps 1,5-Milliarden-Dollar-Projekt auf Sazan
Albaniens Sonderstaatsanwaltschaft untersucht mutmaßliche Unregelmäßigkeiten bei der Umwidmung geschützter Flächen. Umweltschützer protestieren heftig gegen das geplante Luxusresort von Ivanka Trump und Jared Kushner.

In Albanien hat die Sonderstaatsanwaltschaft SPAK ein förmliches Ermittlungsverfahren zu einem der ambitioniertesten Tourismusprojekte im Mittelmeerraum eingeleitet. Im Zentrum steht ein 1,5 Milliarden Dollar schwerer Resort-Komplex auf der bislang militärisch gesperrten Insel Sazan und in angrenzenden Küstengebieten, initiiert von der Investorengruppe Affinity Partners, die von Jared Kushner, dem Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, geführt wird. Ivanka Trump, die Tochter des Ex-Präsidenten, hatte die Pläne jüngst mit viel Enthusiasmus öffentlich gemacht und die Insel als 'atemberaubend schön' beschrieben. Die Ermittlungen richten sich auf eine Reihe von Entscheidungen aus dem Jahr 2024, die den rechtlichen Status geschützter Areale veränderten und so den Weg für die Genehmigung durch Premierminister Edi Rama im Dezember 2025 ebneten.
Sazan, eine 5,7 Quadratkilometer große Insel am strategischen Eingang zur Adria, diente während des Kalten Krieges als streng geheime Militärbasis mit Bunkeranlagen und Tunnelsystemen. Jahrzehntelang war sie für die Öffentlichkeit gesperrt. Das nun geplante Luxusresort verspricht, die Relikte der Blockkonfrontation in eine Spielwiese für Superreiche zu verwandeln – ein Projekt, das aus Washingtoner Sicht die globale Marke der Trump-Familie ausbauen soll, vor Ort jedoch tiefgreifende Fragen zur Vereinbarkeit von Großinvestitionen mit Naturerhalt und Rechtsstaatlichkeit aufwirft.
Denn das Bauvorhaben betrifft auch den Vjosa-Narta-Lagunenkomplex, ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung, das Flamingos, seltene Robbenarten und Nistplätze von Meeresschildkröten beherbergt. In albanischen Städten formierte sich rasch ziviler Widerstand; es kam zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Aus Brüsseler Sicht beobachten EU-Diplomaten die Vorgänge mit Sorge, da der Fall zum Lackmustest für die Beitrittskandidatur Albaniens werden könnte – mithin die Frage, ob Tirana fähig ist, private Investitionsinteressen mit dem Schutz öffentlicher Güter und rechtsstaatlicher Prinzipien in Einklang zu bringen.
Noch ist offen, ob die SPAK-Ermittlungen das Projekt ernsthaft gefährden oder lediglich eine politische Signalwirkung entfalten. Fest steht, dass die öffentliche Empörung und die internationale Aufmerksamkeit den Druck auf die Regierung Rama erhöhen, transparente Verfahren nachzuweisen. Zugleich illustriert der Fall exemplarisch die wachsende Kluft zwischen globalem Finanzkapital und lokaler Umweltbewegung im Westbalkan. Für die Region, die auf ausländische Direktinvestitionen angewiesen ist, werden solche Konflikte zum ständigen Begleiter auf dem Weg Richtung europäische Integration.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Das Luxusresort-Projekt von Trump und Kushner in Albanien gerät rechtlich unter Druck: Anti-Korruptions-Staatsanwälte prüfen Landnutzungsänderungen in einem geschützten Küstengebiet. Umweltschützer und Demonstranten verurteilen den Plan und warnen vor unumkehrbaren Schäden für empfindliche Lebensräume und seltene Arten.
Albaniens Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen zum Kushner-Resort-Projekt auf der unberührten Insel Sazan und der Vjosa-Narta-Lagune eingeleitet, die Flamingos, Robben und Meeresschildkröten beheimatet. Die Untersuchung folgt auf Vorwürfe der illegalen Umwidmung von Schutzgebieten.
Eine einst geheime Militärinsel vor Albanien soll unter der Führung von Ivanka Trump und Jared Kushner in ein 1,5-Milliarden-Dollar-Luxusresort verwandelt werden, aus einem Relikt des Kalten Krieges ein globales Symbol für Luxus. Das Projekt verspricht, die strategische Mittelmeerlage nach Jahrzehnten der Isolation zu erschließen.
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