Emirate lassen orales Abnehm-Medikament zu – globale Ungleichheit bleibt
Die VAE genehmigen als zweites Land Wegovy in Tablettenform. Der Boom von GLP-1-Präparaten erreicht auch Lateinamerika, doch Kritiker warnen vor einer Zweiklassenmedizin.

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben als erst zweites Land weltweit die orale Form des Abnehm-Medikaments Wegovy (Semaglutid) zugelassen. Wie die emiratische Arzneimittelbehörde (EDE) mitteilte, kann das Mittel nun bei Erwachsenen mit Adipositas oder Übergewicht mit Begleiterkrankungen zur langfristigen Gewichtskontrolle eingesetzt werden. In klinischen Studien reduzierte es zudem das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Zulassung erfolgte durch den dänischen Hersteller Novo Nordisk und positioniert das Land als Vorreiter bei der Einführung innovativer Therapien.
Der Wirkstoff Semaglutid, der ursprünglich für Diabetes Typ 2 entwickelt wurde, erlebt derzeit einen globalen Boom als Mittel zur Gewichtsreduktion. Wie die argentinische Zeitung El Tribuno aus Salta berichtet, sind Injektionspräparate wie Ozempic auch in den Apotheken des südamerikanischen Landes zunehmend gefragt. Sie ahmen das Hormon GLP-1 nach, das Appetit und Blutzucker reguliert, und werden unter ärztlicher Aufsicht verschrieben. Die Nachfrage wird zusätzlich durch soziale Medien befeuert, was die Verbreitung über die ursprüngliche Zielgruppe hinaus beschleunigt.
Doch der Zugang zu diesen teuren Arzneien ist höchst ungleich verteilt. Das indische Portal Scroll.in verweist auf ein vertrautes Muster: Wohlhabende Länder behandeln chronische Krankheiten mit den neuesten Medikamenten, während ärmere Staaten mit unterfinanzierten Gesundheitssystemen zurückbleiben. Selbst innerhalb von Schwellenländern könnten sich die innovativen GLP-1-Präparate nur eine Minderheit leisten, was die globale Adipositas-Krise nicht löst.
Für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist die Entwicklung ambivalent. Zwar sind ähnliche Präparate in der EU bereits zugelassen, doch die orale Verabreichung könnte die Akzeptanz erhöhen und den Druck auf die Kostenträger verstärken. Gleichzeitig mahnen Experten, dass eine reine Medikalisierung der Adipositas ohne flankierende Maßnahmen zu kurz greift. Die emiratische Entscheidung könnte weitere Regulierungsbehörden in Asien und Afrika beeinflussen, bleibt aber vorerst ein Privileg weniger Volkswirtschaften. Derweil warnen Vertreter der globalen Gesundheit davor, dass der Fortschritt der Reichen die Kluft weiter vertieft, sollte keine Strategie für einen breiteren Zugang gefunden werden.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
In Salta erleben injizierbare Medikamente wie Ozempic einen Boom als Mittel zur Gewichtsreduktion unter ärztlicher Aufsicht, dank appetitzügelnder Wirkstoffe.
Die Arzneimittelbehörde der VAE hat orales Wegovy zur langfristigen Gewichtskontrolle zugelassen, verweist auf kardiovaskuläre Vorteile und die Kombination mit Ernährung und Bewegung. Der GLP-1-Rezeptor-Agonist gilt als neuer Therapieweg.
Moderne Adipositas-Spritzen folgen dem bekannten globalen Muster: Wohlhabende erhalten die beste Behandlung, der Rest muss mit unterfinanzierten Gesundheitssystemen auskommen. Generika werden die Kluft nicht schließen, denn das Profitstreben lässt jene zurück, die die Medikamente am dringendsten brauchen.
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