Die WM 2026 beginnt: Gastgeber unter Druck, Brasilien will den sechsten Titel
In wenigen Tagen startet die erste 48er-WM in Mexiko. Die USA und Mexiko stehen als Co-Gastgeber im Fokus, während Brasilien und Debütanten für Überraschungen sorgen könnten.

Am 11. Juni eröffnet Mexiko im Aztekenstadion gegen Südafrika die 23. FIFA-Weltmeisterschaft – und zugleich die erste mit 48 Teilnehmern. Das Turnier, das in 16 Städten der USA, Kanadas und Mexikos ausgetragen wird, verspricht nicht nur eine Rekordkulisse, sondern auch eine neue Wettbewerbsdynamik: Pro Gruppe erreichen nun drei Teams die K.-o.-Runde, was selbst Außenseitern realistische Chancen eröffnet. Vier Länder geben ihr WM-Debüt: Kap Verde, Curaçao, Jordanien und Usbekistan.
Aus der Perspektive der Gastgeber lastet besonderer Druck auf Mexiko. Unter Trainer Javier Aguirre, der das Team seit 2024 führt und zuletzt die Concacaf Nations League und den Gold Cup gewann, soll der Einzug ins Viertelfinale gelingen – eine Marke, die zuletzt 1986 im eigenen Land erreicht wurde. Für die USA, die erstmals seit 1994 wieder WM-Gastgeber sind, formulierte Cheftrainer Mauricio Pochettino ehrgeizige Erwartungen: Er sprach von anfänglich überschätzter Euphorie, die man nun gezielt aufbaue. In Gruppe D trifft das US-Team auf die Türkei, Australien und Paraguay – eine ausgeglichene Konstellation ohne klaren Favoriten, in der Weltranglistenplatz 16, 22 und 27 aufeinandertreffen.
International richten sich die Blicke vor allem auf Brasilien, das nach einer chaotischen Qualifikation mit Trainerwechsel und historischen Niederlagen dennoch zu den Titelanwärtern zählt. Deutschlands Gruppe gilt mit den Niederlanden als eine der prominent besetzten; europäische Beobachter sehen beide Teams als sichere Kandidaten für die Spitzenplätze. Zugleich warnt die globale Presse vor den logistischen Hürden: Spiele finden bei großer Hitze und über 2.800 Meilen verteilt statt – ein Belastungstest für Spieler und Fans.
Die Vorfreude ist in allen Austragungsländern greifbar, doch die Erwartungshaltungen unterscheiden sich deutlich. Während mexikanische Medien das Eröffnungsspiel des ‚Tri‘ als nationales Ereignis zelebrieren, wächst in den USA die Anhängerschaft des Fußballs stetig – Pochettino sieht darin eine historische Chance. Ob die starken europäischen und südamerikanischen Teams ihrer Favoritenrolle gerecht werden oder einem der Debütanten eine Sensation gelingt, wird sich ab dem 11. Juni zeigen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Der US-Trainer räumt ein, die anfängliche Fanbegeisterung falsch eingeschätzt zu haben, spürt nun aber echte Vorfreude auf das Heimteam. Die Berichterstattung setzt auf verhaltenen Optimismus und den Aufbau eines wettbewerbsfähigen Narrativs, vermeidet Triumphgehabe und strahlt dennoch Zuversicht aus.
Das US-Team wird als Verfolger des 'amerikanischen Traums' dargestellt, während es sich explizit eines innenpolitischen Slogans, 'Make America Great Again', bedient, der mit spürbarer Ironie auf den Fußball übertragen wird. Aus südasiatischer Sicht gilt die Gruppe als knifflig, aber ohne traditionelle Schwergewichte, was die Frage aufwirft, ob der Anspruch der Gastgeber mit ihrer tatsächlichen Platzierung übereinstimmt.
Die Berichterstattung dreht sich um den Weg der mexikanischen Nationalmannschaft, mit praktischen Fan-Guides und augenzwinkernden Medienwetten, die die heimische Begeisterung unterstreichen. Der Co-Gastgeberstatus wird mit verhaltenem Optimismus angenommen und verbindet lokalen Stolz mit logistischen Hinweisen zum Verfolgen des Turniers.
Der Fokus liegt auf den vier Debütanten-Nationen und feiert die Chance des erweiterten Formats, während die traditionelle Großmacht Brasilien wegen institutionellen Chaos und historischer Qualifikationsniederlagen unter die Lupe genommen wird. Die afrikanische Perspektive balanciert Außenseiter-Enthusiasmus mit einem skeptischen Blick auf schwindende Großmächte.
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