Curaçao schlägt Aruba 4:0 und warnt Deutschland vor dem WM-Auftakt
Der kleinste WM-Teilnehmer aller Zeiten verabschiedete sich mit einem 4:0 gegen Aruba von seinen Fans. Der Auftritt macht Mut für das Duell mit Deutschland – trotz der jüngsten 1:4-Pleite gegen Schottland.

Mit einem ungefährdeten 4:0 (0:0)-Erfolg über den karibischen Nachbarn Aruba hat sich Deutschlands erster WM-Gegner Curaçao eindrucksvoll von seinen heimischen Anhängern verabschiedet. Vor ausverkauftem Haus im Ergilio-Hato-Stadion von Willemstad benötigte die Mannschaft von Trainer Dick Advocaat zwar eine Halbzeit, um ins Spiel zu finden, drehte dann aber nach dem Seitenwechsel auf. Joshua Brenet, Jeremy Antonisse, Livano Comenencia und Juninho Bacuna erzielten die Treffer für die ‚Blaue Welle‘ und ließen die rund 15.000 Zuschauer jubeln. Der Auftritt war das letzte Testspiel vor dem Abflug in die Vereinigten Staaten, wo die Mannschaft am kommenden Sonntag im ersten Gruppenspiel auf die DFB-Elf trifft.
Dass der Sieg gegen das in der Weltrangliste weit abgeschlagene Aruba erwartbar war, schmälert die Symbolkraft dieses Abends nicht. Curaçao, mit etwa 160.000 Einwohnern und einer Fläche von 444 Quadratkilometern der kleinste Staat, der sich je für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert hat, erlebt einen historischen Sommer. Die Euphorie auf der Insel ist grenzenlos; der 4:0-Erfolg milderte zudem die Enttäuschung über die deftige 1:4-Niederlage gegen Schottland eine Woche zuvor. Gerade die offensive Durchschlagskraft in der zweiten Hälfte dürfte das Selbstvertrauen für die immense Herausforderung gegen Deutschland gestärkt haben.
Aus deutscher Perspektive mahnen die Bilder aus Willemstad zur Vorsicht. Boulevardmedien wie die ‚Bild‘-Zeitung sehen in dem Resultat eine gelungene ‚Generalprobe‘ des Außenseiters und warnen vor Überheblichkeit. Die deutsche Elf beendete ihre eigene Vorbereitung mit einem knappen 1:0-Sieg gegen Gastgeber USA, zeigte dabei aber nicht die erhoffte Souveränität. Auch wenn die klassenbedingten Unterschiede nicht darüber hinwegtäuschen dürfen, dass Curaçao gegen den Weltranglisten-82. kaum mit den DFB-Stars mithalten kann, so hat die Mannschaft um den ehemaligen Bundesligaprofi Bacuna gezeigt, dass sie keineswegs als Punktelieferant auftritt. Die Frage wird sein, ob die kompakte Defensive, die gegen Aruba kaum gefordert wurde, dem deutschen Offensivdruck standhalten kann.
Der historische Moment für den Karibikstaat ist zugleich eine Mahnung für den Favoriten. Während Curaçao nach dem gelungenen Abschied in die USA reist, wird man im deutschen Lager die letzten Videosequenzen genau studieren. Die Welt wird am Sonntag genau hinschauen, ob der kleinste WM-Teilnehmer aller Zeiten für eine Überraschung sorgen kann.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Aus deutscher Sicht wird der 4:0-Sieg von Curaçao über Aruba als Warnsignal gelesen. Die karibische Mannschaft, die im ersten Gruppenspiel auf Deutschland trifft, hat gezeigt, dass sie nicht zu unterschätzen ist. Der Bericht hält fest, dass auch Deutschland seinen Test gegen die USA gewonnen hat, mahnt aber, dass der kleine Inselstaat bereit und motiviert ist.
Indonesische Medien feiern den überwältigenden Sieg Curaçaos als historischen Abschied vor der ersten WM. Das emotionale Spiel vor heimischen Fans in Willemstad ließ die Mannschaft wild aufspielen und vier Tore erzielen. Die Erzählung ist geprägt von Stolz und einem dramatischen Lebewohl für die Außenseiternation, die sich auf die größte Reise ihrer Geschichte begibt.
Arabischsprachige Medien rahmen den 4:0-Sieg als glasklare Botschaft Curaçaos an Deutschland vor der WM-Begegnung. Sie heben die historische Dimension des Erfolgs hervor – das kleinste Land, das sich je qualifiziert hat – sowie die überwältigende Unterstützung von 15.000 Fans. Der Bericht stellt den Kantersieg als Warnung dar, dass die winzige karibische Nation nicht nur Teilnehmer, sondern ein ernstzunehmender Konkurrent ist.
Die Golfpresse beschreibt das Freundschaftsspiel als Duell zweier obskurer karibischer Nachbarn, das mit einem glatten 4:0 für Curaçao endete. Zwar wird die historische Leistung der kleinsten jemals qualifizierten Nation anerkannt, doch die Sprache trägt einen Ton distanzierter Belustigung und spricht vom Treffen der „unbekannten Nachbarn“. Das Ereignis wird eher als kurioses Vorspiel zur WM eingeordnet denn als Moment hoher Dramatik.
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