Crans-Montana: Moretti-Ehepaar zu gemeinsamer Einvernahme – neuer Fälschungsvorwurf
Bei der ersten konfrontativen Einvernahme beteuert das Betreiberpaar des abgebrannten 'Le Constellation' Unschuld und beklagt Medienhetze, während die Staatsanwaltschaft zusätzlich wegen Urkundenfälschung ermittelt.

In Sion erschienen Jessica und Jacques Moretti am Freitag erstmals gemeinsam im Rahmen eines kontradiktorischen Verhörs. Anders als im Februar, als aufgebrachte Angehörige die Atmosphäre fast physisch aufluden, herrschte diesmal eine ruhigere Stimmung. Jessica Moretti begann mit einer spontanen Erklärung: «Nur Lügen sind über uns verbreitet worden, wir sind zerstört.» Sie beteuerte Kooperationswillen. Ihr Ehemann Jacques, der zuvor mit einem ärztlichen Attest wegen Depressionen entschuldigt war, sagte, er sei nach der Tragödie kaum fähig gewesen zu sprechen. Anwesend waren die stellvertretende Generalstaatsanwältin Catherine Seppey und rund siebzig Anwälte der Zivilparteien, darunter ein von der italienischen Regierung entsandter Rechtsvertreter – ein Hinweis auf das grenzüberschreitende Gewicht des Falls.
Der Brand in der Silvesternacht forderte 41 Todesopfer, zumeist junge Erwachsene, und 115 Verletzte. Im Zentrum der Ermittlungen steht brennbarer Schallschutzschaum an der Decke des Lokals. Nun weitet die Walliser Staatsanwaltschaft ihre Vorwürfe aus: Jessica Moretti wird Urkundenfälschung vorgeworfen. Laut Neuer Zürcher Zeitung soll sie eine Rechnung über den Kauf dieses Schaumstoffs gefälscht haben, um zu belegen, das Material sei in einem Baumarkt im Wallis erstanden worden. Die Ermittler zweifeln an dieser Darstellung. Das Ehepaar hält dagegen, man habe den Schaumstoff getestet und nie Probleme gehabt.
Der neue Vorwurf fügt sich in eine Reihe von Ungereimtheiten, die Schweizer Medien detailliert aufgelistet haben – von den Fluchtwegen bis zu Vermögenswerten der Morettis in Frankreich. Unterdessen zieht ein Vater, der seine 15-jährige Tochter verlor, vor das Bundesgericht, was das Verfahren neu aufrollen könnte. In italienischen Medien steht die emotionale Betroffenheit im Vordergrund: Die Mutter eines Opfers hielt Jessica Moretti entgegen, «Du kannst deine Kinder umarmen.» Die italienische Debatte, befeuert durch Sendungen wie die RAI-Sendung «Storie Italiane», zeigt trauernde Eltern, die Rechenschaft fordern.
Jenseits der Grenze in Frankreich bleibt die Berichterstattung eher verhalten und konzentriert sich auf das juristische Vorgehen gegen das französische Ehepaar. Schweizer Medien wiederum – namentlich NZZ und Le Temps – liefern forensische Details zu Ermittlungsschritten und Regulierungsversäumnissen. Dieses Unglück unterstreicht die Verletzlichkeit grenzüberschreitender Freizeitorte in den Alpen, wo die Sicherheitsaufsicht touristische Ansprüche und rigorose Durchsetzung in Einklang bringen muss. Der Fortgang der Einvernahmen sowie der Fälschungsvorwurf dürften nicht nur den Strafprozess prägen, sondern auch Impulse für strengere Sicherheitsvorschriften in Après-Ski-Lokalen setzen – eine Frage, die auch in Deutschland und Österreich aufmerksam verfolgt wird.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Der Barbesitzer wird einer weiteren Anklage im Zusammenhang mit dem Silvesterbrand in einem Schweizer Skiort bezichtigt, bei dem 41 Menschen starben, die meisten Teenager, viele unter 16 Jahren. Die Berichterstattung bleibt sachlich, konzentriert auf die neue rechtliche Entwicklung und das jugendliche Alter der Opfer.
Chatverläufe und eine Sprachnachricht belegen, dass das Ehepaar Moretti Mitarbeiter vor leuchtenden Sternen warnte, die den Schaumstoff entzünden könnten – ein Zeichen für Vorkenntnis der Brandgefahr. Gleichzeitig sind gefälschte Rechnungen aufgetaucht, und die Gemeinde Crans-Montana versucht, Tausende beschlagnahmter E-Mails für unbrauchbar erklären zu lassen, was Empörung über mutmaßliche Behinderung der Justiz auslöst.
Der Brand in einem Club in einem Schweizer Skiort, bei dem 41 Menschen, zumeist Jugendliche, starben, entfacht eine Debatte über mangelhafte Brandschutzstandards in Alpenresorts. Ermittlungen zeigen, dass brennbarer Schallschutz und Pyrotechnik eine tödliche Falle bildeten; regulatorische Lücken könnten die Tragödie begünstigt haben. Nun wird ein strengeres Sicherheitsregime für Après-Ski-Lokale gefordert.
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