Weltnahrungsmittelpreise im Mai nahezu stabil – Getreide und Zucker steigen weiter
Der FAO-Index gab gegenüber dem revidierten April-Wert um 0,2 Prozent nach, verweilt jedoch auf Dreijahreshoch. Steigende Weizen- und Zuckerkosten belasten die Importeure in Europa.

Die Weltmarktpreise für Nahrungsmittel haben sich im Mai 2026 weitgehend stabilisiert, wie der am Freitag veröffentlichte FAO-Lebensmittelpreisindex zeigt. Mit 130,8 Punkten verzeichnete er einen leichten Rückgang um 0,2 Prozent gegenüber dem revidierten April-Niveau von 131,0 Punkten, wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen mitteilte. Dennoch liegt das Barometer nur knapp unter seinem höchsten Stand seit Januar 2023 und damit weiter auf einem Dreijahreshoch.
Die Entwicklung spiegelt gegenläufige Trends wider: Während die Preise für Getreide und Zucker anzogen, gaben pflanzliche Öle und Milchprodukte spürbar nach; der Fleischpreis verharrte nahezu unverändert. Besonders der Weizenpreis trieb den Getreideindex nach oben – er stieg den vierten Monat in Folge. Ausschlaggebend dafür sind laut FAO geringere Exporternteaussichten, unter anderem in den USA, sowie gestiegene Kosten für Treibstoffe und Düngemittel. Der Zuckerpreis legte ebenfalls zu, was den Index insgesamt stützte.
Gegenüber dem Vorjahresmonat notiert der FAO-Index um 2,9 Prozent höher. Gleichwohl liegt er noch 18,4 Prozent unter dem Rekordhoch vom März 2022, das nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine die globalen Agrarmärkte erschüttert hatte. Die aktuelle Stabilität täuscht damit nicht über das angespannte Preisniveau hinweg, das vor allem für importabhängige Länder eine anhaltende Belastung bedeutet.
Für die deutsche und europäische Landwirtschaft sind die Signale zwiespältig. Einerseits profitieren hiesige Getreideproduzenten von höheren Erlösen; andererseits verteuern die gestiegenen Energie- und Düngemittelkosten die Produktion und könnten die Margen schmälern. Verbraucher in Deutschland, Österreich und der Schweiz spüren die höheren Rohstoffpreise vor allem bei Brot und Backwaren, während der Preisrückgang bei Pflanzenölen und Milchprodukten etwas Entlastung an der Supermarktkasse verspricht.
Die FAO rechnet angesichts der robusten globalen Nachfrage und der wetterbedingten Unsicherheiten mit einer anhaltenden Volatilität an den Agrarmärkten. Sollten die Energie- und Düngemittelkosten weiter steigen, dürfte dies den Preisdruck auf Getreide aufrechterhalten. Gleichzeitig könnten eine Rekordernte in Südamerika und die Erholung der pflanzlichen Öle die Indices drücken. Für den weiteren Jahresverlauf bleibt der Spielraum nach oben begrenzt, ein Rückgang auf Vorkriegsniveau zeichnet sich jedoch nicht ab.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Der FAO-Index hat sich im Mai kaum bewegt und deutet auf ein vorläufiges Gleichgewicht an den globalen Lebensmittelmärkten hin, doch der Anstieg von Getreide und Zucker mahnt zur Vorsicht. Importabhängige Länder der Region verspüren durch gesunkene Pflanzenöl- und Milchpreise eine leichte Entlastung, bleiben aber von Getreidepreisschwankungen betroffen.
Der minimale Rückgang des FAO-Index änderte nichts daran, dass die Lebensmittelpreise nahe der Dreijahreshöchststände liegen und die Exporteinnahmen lateinamerikanischer Agrarproduzenten stützen. Die Region betrachtet die Stabilität als Gelegenheit, die Handelspositionen zu stärken, während sie die nach unten revidierten Getreideernteprognosen im Auge behält.
Obwohl der Index im Monatsvergleich um 0,2 Prozent nachgab, hält die Nähe zum Höchststand seit Anfang 2023 die Golf-Importeure in Sorge um Lebensmitteleinfuhrkosten und Inlandsinflation. Rückgänge bei Pflanzenöl und Milchprodukten bieten nur begrenzt Trost, da Getreide und Zucker – Grundnahrungsmittel, die stark global beschafft werden – kräftig gestiegen sind.
Der FAO-Lebensmittelpreisindex hat sich im Mai kaum bewegt und verschleiert die anhaltend hohe Belastung der Haushalte, die bereits unter der Inflation leiden. Der minimale Rückgang ist angesichts steigender Getreide- und Zuckerpreise nur ein schwacher Trost und schürt die Sorge, dass die globale Lebensmittelinflation anhalten und die Lockerungspläne der Zentralbanken erschweren wird.
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