Unabhängige Horror- und Comedyfilme stürmen Sommerkinos – Franchises enttäuschen
„Scary Movie“ feiert mit 55 Millionen Dollar den besten Start der Reihe, während teure Blockbuster wie „Mandalorian and Grogu“ straucheln. „Super Mario Galaxy“ überschreitet als erster Film 2026 die Milliardenmarke.

Der nordamerikanische Sommer-Box-Office wird derzeit von unerwarteten Kräften angetrieben: Der sechste Teil der Slasher-Parodie „Scary Movie“ spielte am Startwochenende geschätzte 55 Millionen Dollar im Inland ein und landete mit weltweit 105,5 Millionen Dollar einen Franchise-Rekord. Damit toppte der Horror-Comedy-Mix mühelos den deutlich schwächer gestarteten Fantasy-Blockbuster „Masters of the Universe“. Die Kinos, die zuletzt eine Welle von Indie-Horror-Erfolgen sahen, erleben eine Verschiebung hin zu kostengünstigen Genreproduktionen, die vor allem das junge Publikum anziehen.
Diese Entwicklung setzte bereits in den Vorwochen ein: Die von ehemaligen YouTube-Filmemachern inszenierten Horrorfilme „Obsession“ und „Backrooms“ erwiesen sich als Publikumsmagneten und stellten sogar den Disney-Film „The Mandalorian and Grogu“ in den Schatten. Aus Washingtoner Beobachtersicht wird Letzterer als herbe Enttäuschung gewertet; Fox News spricht von einem regelrechten Absturz. „Obsession“ verzeichnete im vierten Wochenende nur einen Rückgang von 7 Prozent – eine Seltenheit – und hat in Nordamerika bereits 152,1 Millionen Dollar eingespielt, global fast 200 Millionen. „Mortal Kombat II“ wiederum enttäuschte im Kino und findet nun rasch den Weg ins Streaming.
Jenseits der US-Grenzen setzt ein etabliertes Franchise hingegen Rekorde: Der Animationsfilm „Super Mario Galaxy: O Filme“ ist laut brasilianischen Berichten als erster Film des Jahres 2026 über die Marke von einer Milliarde Dollar weltweit geklettert. In seiner zehnten Spielwoche steht er bei 428,5 Millionen aus den Vereinigten Staaten und 571,5 Millionen international. Der Start übertraf mit 372,5 Millionen Dollar Einspiel die Marke von „Avatar: Fogo e Cinzas“ aus dem Vorjahr. Für europäische Märkte wie Deutschland, Österreich und die Schweiz unterstreicht dies die anhaltende Zugkraft familientauglicher Stoffe.
Die aktuelle Saison legt einen grundlegenden Wandel im Publikumsverhalten nahe: Während teure Fortsetzungen und Relaunches schwächeln, gewinnen risikoarme Independent-Produktionen und geschickte Eventfilme an Boden. Branchenanalysten verweisen auf die Pläne Paramounts, „Scary Movie“ durch ein verlängertes Kinofenster und eine anschließende Premium-VoD-Auswertung abzusichern. Sollte sich dieser Trend verfestigen, dürften Studios ihre Investitionsstrategien überdenken – auch mit Blick auf den deutschsprachigen Raum, wo Festivalerfolge und Streamingdienste ähnliche Nischen besetzen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Eine neue Ordnung prägt das sommerliche Boxoffice: Die Slasher-Parodie 'Scary Movie' sprengte mit 55 Millionen Dollar alle Rekorde, während Disneys Star-Wars-Film unter breitem Skeptizismus einbrach. Das Scheitern von 'The Mandalorian and Grogu' wird als weiterer Beleg dafür gewertet, dass das Studio sein Publikum nicht mehr versteht. Paramount gewährt dem Horror-Comedy-Hit ein etwas verlängertes Exklusivfenster in den Kinos, und 'Mortal Kombat II' flüchtet nach durchwachsenem Kinolauf ins Digitalgeschäft.
Der Animationsfilm 'Super Mario Galaxy: Der Film' hat in seiner zehnten Woche weltweit die Eine-Milliarde-Dollar-Marke überschritten und ist damit der erste Titel, dem dies 2026 gelingt. 428,5 Millionen Dollar entfallen auf die USA, 571,5 Millionen auf das internationale Geschäft – ein klarer Triumph für das Franchise.
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