Stockende SAF-Produktion dämpft Klimahoffnungen der Luftfahrt
Die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung IATA erwartet für 2026 nur 2,4 Millionen Tonnen nachhaltigen Flugtreibstoff – ein Bruchteil des Bedarfs und ein 'enttäuschendes' Signal für die Branche.

Auf ihrer Jahreshauptversammlung in Rio de Janeiro hat die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung (IATA) eine ernüchternde Prognose vorgelegt: Die weltweite Produktion von nachhaltigem Flugtreibstoff (SAF) wird im kommenden Jahr lediglich 2,4 Millionen Tonnen erreichen. Das entspricht gerade einmal 0,8 Prozent des gesamten Kerosinverbrauchs der kommerziellen Luftfahrt – ein marginaler Anteil, der die hochgesteckten Klimaziele der Branche in weite Ferne rücken lässt [A1][A2][A4]. Die Kosten für die Airlines werden auf rund 4,3 Milliarden US-Dollar geschätzt, was die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage vieler Fluggesellschaften zusätzlich belastet [A1][A3].
IATA-Generaldirektor Willie Walsh sprach von einem „weiteren enttäuschenden Jahr für die SAF-Produktion“ und kritisierte, dass selbst die jüngste Energiepreiskrise infolge des Nahost-Konflikts nicht zu einem Umdenken oder einer Ausweitung der Treibstoffversorgung geführt habe [A2][A5]. Tatsächlich verharrt der SAF-Anteil auf niedrigstem Niveau: 2025 lag er bei 0,6 Prozent, und der gegenwärtige Anstieg bleibt weit hinter den Erwartungen zurück [A3]. Die Branche hatte ursprünglich geplant, bis 2050 mindestens 65 Prozent ihrer CO₂-Emissionen durch den Einsatz nachhaltiger Kraftstoffe zu mindern – ein Ziel, das ohne eine dramatische Produktionssteigerung unerreichbar scheint [A3].
Aus europäischer Perspektive sind die Nachrichten besonders alarmierend. Die EU hat verbindliche Beimischungsquoten für SAF eingeführt, die ab 2025 gelten und schrittweise steigen sollen. Ohne ausreichende Verfügbarkeit drohen jedoch Strafzahlungen oder künstliche Verknappungen, die die Ticketpreise in die Höhe treiben könnten. Vor allem für die exportorientierte deutsche Wirtschaft mit ihren engen interkontinentalen Luftfahrtverbindungen wäre dies ein Standortnachteil. Auch Österreich und die Schweiz, die als Drehkreuze und Tourismusdestinationen stark vom Flugverkehr abhängen, sehen sich mit steigenden Kosten und regulatorischem Druck konfrontiert.
Die IATA warnt, dass die derzeitige Investitionszurückhaltung und die hohen Produktionskosten für SAF die Energiewende der Luftfahrt blockieren. Obwohl politische Bekenntnisse und Forschungsförderungen existieren, fehlt es an industrieller Skalierung. Beobachter in Lateinamerika und Asien verweisen auf ähnliche Engpässe und mahnen eine globale Koordination an, um Anreize für Raffineriebetreiber zu schaffen [A4][A5]. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die angekündigten milliardenschweren Förderpakete – etwa in den USA und der EU – die Wende bringen können. Bis dahin bleibt die Luftfahrtbranche in einem Dilemma: zwischen wachsendem gesellschaftlichem Druck, die Emissionen zu senken, und einer unzureichenden Infrastruktur, die diesen Wandel erst ermöglichen würde.
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Das schleppende Wachstum bei nachhaltigem Flugzeugtreibstoff, der nur 0,8% des weltweiten Verbrauchs deckt, beunruhigt die Luftfahrtbranche. Die IATA bezeichnet die für 2026 prognostizierten 2,4 Millionen Tonnen als enttäuschend gemessen am Minderungsziel für 2050.
Nicht-fossile Flugkraftstoffe bleiben unerschwinglich teuer und knapp, was die Dekarbonisierung des Luftverkehrs zunichte macht. Die Airlines beklagen ein weiteres enttäuschendes Jahr für die SAF-Produktion, die nur 0,8% des Bedarfs deckt.
Laut IATA bleibt nachhaltiger Flugzeugtreibstoff teuer und selten: Die Produktion von 2,4 Millionen Tonnen im Jahr 2026 deckt nur 0,8% des Bedarfs. Der Verband spricht von einem weiteren enttäuschenden Jahr.
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