Rückkehr des Schraubenwurms: Ausnahmezustand in Texas, Tausende Fälle in Mexiko
Neue Funde in Texas alarmieren die US-Landwirtschaft, Kanada verhängt Importstopp, während Mexiko bereits über 2000 Fälle meldet. Der Parasit bedroht Vieh und Menschen.

In Texas ist nach fast sechzigjähriger Abwesenheit der Neue-Welt-Schraubenwurm wieder aufgetaucht. Das Landwirtschaftsministerium in Washington bestätigte mehrere Fälle bei Kälbern in Grenznähe zu Mexiko. Gouverneur Greg Abbott rief den Katastrophenzustand aus und warnte vor einer raschen Ausbreitung in den Sommermonaten. Der Befall stellt die Vereinigten Staaten vor eine unerwartete Herausforderung: Der Parasit, dessen Larven sich von lebendem Gewebe warmblütiger Tiere ernähren, galt seit 1966 als ausgerottet. Nun müssen die Behörden erneut Bekämpfungsstrukturen aufbauen.
Während die USA mit den ersten Nachweisen seit Jahrzehnten ringen, hat sich der Schraubenwurm in Mexiko längst festgesetzt. Aus dem südlichen Nachbarland werden mit Stand Anfang Juni 2026 mehr als zweitausend aktive Fälle gemeldet, der Bundesstaat Veracruz führt die Statistik an. Das Landwirtschaftsministerium in Mexiko-Stadt spricht von einer anhaltenden Ausdehnung der Plage im Südosten und Zentrum des Landes. Die geografische Nähe der texanischen Funde zur mexikanischen Grenze nährt den Verdacht einer Einschleppung über den länderübergreifenden Viehhandel.
Die Biologie des Parasiten erklärt das hohe Gefahrenpotenzial. Weibliche Fliegen legen ihre Eier in offene Wunden, die schlüpfenden Maden fressen sich tief ins Gewebe und können unbehandelt zum Tod des Wirtstiers führen. Menschen sind ebenfalls betroffen. Historisch gelang die Ausrottung in Nordamerika mithilfe der Sterile-Insekten-Technik, bei der massenhaft unfruchtbare Männchen freigesetzt wurden. In Fachkreisen wird seither sogar über die moralische Zulässigkeit einer vollständigen Auslöschung der Art diskutiert – eine Debatte, die nun neue Dringlichkeit erhält.
Die Konsequenzen reichen über die Landwirtschaft hinaus. Das kanadische Amt für Lebensmittelsicherheit verhängte umgehend ein Importverbot für Rinder aus Texas, sofern sie sich innerhalb der letzten 21 Tage dort aufgehalten hatten. Für die eng verflochtenen Agrarmärkte Nordamerikas signalisiert dies Störungen mit möglichen wirtschaftlichen Verwerfungen. Sollte es nicht gelingen, den Schraubenwurm diesseits der Grenze zu tilgen, drohen langwierige Handelskontrollen und erhöhte Kosten für die gesamte Region – mit potenziellen Auswirkungen auch auf Exporte nach Europa und Asien, wo die nordamerikanische Rindfleischproduktion genau beobachtet wird.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die USA glaubten, einen jahrzehntelangen, milliardenschweren Krieg gegen die fleischfressende Schraubenwurmfliege gewonnen zu haben, doch ihre Rückkehr auf amerikanischen Boden ist ein demütigender Rückschlag. Das Land muss nun ein gewaltiges Ausrottungsprogramm neu auflegen, während Bioethiker erörtern, ob es moralisch vertretbar wäre, die Art gezielt auszulöschen.
Nach sechzig Jahren ist die Neuwelt-Schraubenwurmfliege in den USA wieder aufgetaucht, doch die nachgewiesenen Fälle sind vorerst begrenzt. Europäische Beobachter beschreiben die Natur des Parasiten, der auch den Menschen befallen kann, und erinnern daran, dass die USA ihn einst ausgerottet hatten; sie raten zu Vorsicht ohne Alarmismus.
Während die USA wegen zweier Fälle Alarm schlagen, kämpft Mexiko mit einer weitaus größeren Krise: Über 2.000 aktive Schraubenwurmherde breiten sich im Südosten und Zentrum des Landes aus. Die Region sieht die US-Warnung als spätes Aufwachen angesichts eines Problems, das südlich der Grenze längst verankert ist.
Kanadas rasches Einfuhrverbot für lebende Rinder aus Texas, ausgelöst durch den Schraubenwurmfund, lenkt den Blick auf die unmittelbaren Handelsstörungen, nicht auf die biologische Bedrohung. Afrikanische Medien behandeln das Ereignis als internationale Wirtschaftsmeldung und gehen kaum auf die Biologie des Parasiten oder Ausrottungsmaßnahmen ein.
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