Ruby Rose bezichtigt Katy Perry sexueller Übergriffe – Sängerin spricht von »rücksichtslosen Lügen«
Zwanzig Jahre nach einem angeblichen Vorfall in einem australischen Nachtclub erhebt die Schauspielerin Ruby Rose schwere Vorwürfe gegen Popstar Katy Perry. Deren Team weist die Anschuldigungen als »kategorisch falsch« zurück.

Zunächst die aktuelle Entwicklung: Ruby Rose, bekannt aus der Serie »Orange Is the New Black«, hat die US-amerikanische Sängerin Katy Perry des sexuellen Übergriffs bezichtigt. In einer Reihe von Nachrichten auf der Plattform Threads erklärte die 40-jährige Australierin, Perry habe sie vor rund zwanzig Jahren im »Spice Market« Nachtclub in Melbourne sexuell attackiert. Perry reagierte umgehend: Ein Sprecher der 41-Jährigen erklärte gegenüber mehreren US-Medien, die Vorwürfe seien »nicht nur kategorisch falsch, sondern auch gefährliche, rücksichtslose Lügen« [A4][A6][A7]. Rose ihrerseits präzisierte, es habe sich nicht um einen Kuss gehandelt, und schilderte intime Details, die international für Aufsehen sorgten. Sie habe sich nach dem Vorfall übergeben, ihn später aber als »lustige kleine Betrunkenengeschichte« abgetan und sogar Perrys Hilfe bei der Beschaffung eines US-Visums in Anspruch genommen [A3][A7].
Der Auslöser für Roses Äußerungen war eine scheinbar harmlose Begebenheit am Rande des Coachella-Festivals. Katy Perry hatte in einer Instagram-Story den Auftritt Justin Biebers kommentiert, der während seines Sets YouTube-Videos abspielte – sie scherzte, Bieber habe »Gott sei Dank YouTube Premium« [A4][A1]. Auf dem Foto war Perry gemeinsam mit dem ehemaligen kanadischen Premierminister Justin Trudeau zu sehen, der mit einer rückwärts getragenen Baseballkappe für Häme in den sozialen Netzwerken sorgte. Eine australische Zeitung witzelte bereits über den »Trudoolie« – einen festivalwütigen Ex-Politiker in der Midlife-Crisis [A1]. Rose reagierte auf einen Bericht über Perrys Bieber-Kommentar mit den Worten: »Katy Perry hat mich im Spice Market Nachtclub in Melbourne sexuell missbraucht. Wen interessiert's, was sie denkt« [A2]. So eskalierte eine Festival-Anekdote binnen Stunden zu einem handfesten Eklat.
Bemerkenswert ist eine geografische Ungereimtheit in der internationalen Berichterstattung: Während australische und US-Medien übereinstimmend von Melbourne als Tatort sprechen [A2][A4][A7], meldete der französischsprachige kanadische Rundfunk Radio-Canada, der Vorfall habe sich in einer Diskothek in Sydney ereignet [A3]. Diese Diskrepanz wurde von keiner Redaktion aufgegriffen, wirft jedoch Fragen zur Präzision der frühen Agenturmeldungen auf. Aus Perspektive der deutschsprachigen Medien, etwa des Tages-Anzeigers, steht vor allem die Glaubwürdigkeit beider Parteien im Vordergrund: Das Blatt verweist darauf, dass Rose bereits in der Vergangenheit mit schwerwiegenden öffentlichen Anschuldigungen gegen verschiedene Prominente aufgefallen sei [A5].
Die Affäre entfaltet sich vor dem Hintergrund einer post-#MeToo-Öffentlichkeit, die sexualisierte Gewaltvorwürfe sensibler, aber auch kritischer prüft als noch vor einem Jahrzehnt. Dass Rose einräumt, den Vorfall jahrelang verharmlost und die Täterin sogar um Unterstützung gebeten zu haben, spaltet die Reaktionen. Während Perrys Team mit juristischen Schritten droht, bleibt Roses Vertretung vorerst stumm [A6]. Offen ist, ob die Vorwürfe über den Shitstorm hinaus zu rechtlichen oder beruflichen Konsequenzen führen – für die eine wie die andere Seite.
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