Rohstoffboom trägt Rekorde: Gold in Ghana, Lithium in Argentinien, Soja in Brasilien
Ghanas Goldproduktion legt um ein Viertel zu, Argentiniens Bergbau peilt Exporte von über 9 Milliarden Dollar an, und Brasiliens Agrarausfuhren dominieren den Handel.

In Accra meldete die ghanaische Bergwerkskammer Ende letzter Woche einen Anstieg der Goldförderung um 23,4 Prozent auf 5,94 Millionen Unzen im Jahr 2025. Ausschlaggebend war die Kleinbergbauproduktion, die um fast 64 Prozent auf 3,11 Millionen Unzen zulegte und damit erstmals seit mehr als einem Jahrhundert den Großbergbau überflügelte. Der scheidende Kammerpräsident Michael Edem Akafia rechnet 2026 mit mindestens sechs Millionen Unzen – ein Zeichen, dass der Goldrausch in Westafrika anhält.
Fast zeitgleich legte die argentinische Bergbaukammer CAEM in Buenos Aires neue Zahlen vor: Die Exporte des Sektors erreichten 2025 mit 6,075 Milliarden US-Dollar ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr und könnten 2026 die Marke von 9 Milliarden Dollar überschreiten. Vor allem Lithium, das von der globalen Energiewende profitiert, treibt das Wachstum. Ein Projekt unter dem neuen Investitionsregime RIGI wird 1,166 Milliarden Dollar in die Verdopplung der Produktion stecken, wie das Wirtschaftsblatt Ámbito Financiero berichtete. Die argentinische Regierung sieht den Bergbau bereits als einen der zehn wichtigsten Exporteure.
Brasiliens Agrarexporte untermauern das Bild einer rohstoffgetriebenen Konjunktur in Lateinamerika. Im Mai machten Lieferungen von Soja, Fleisch und anderen Agrarprodukten mit 16 Milliarden Dollar exakt die Hälfte aller Ausfuhren des Landes aus, ein Plus von 8,2 Prozent zum Vorjahr. Die Einnahmen verteilen sich zunehmend über das Land: Fast 1500 Gemeinden verzeichneten Ausfuhren, allen voran Rio Verde im Bundesstaat Goiás mit einem Umsatz von 300,8 Millionen Dollar aus dem Sojageschäft.
Auch die argentinische Landwirtschaft schielt auf neue Rekorde. Eine Projektion der Fundación Producir Conservando sieht das Land in der Kampagne 2034/35 bei 177 Millionen Tonnen Getreide – fast das Doppelte der Ernte von vor zwei Jahrzehnten. Dazu müsste allerdings der Einsatz von Nährstoffen verdoppelt werden, eine Herausforderung für die Bodenfruchtbarkeit. Die globale Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln dürfte solche Investitionen rechtfertigen.
Für Deutschland und seine Nachbarn bedeuten diese Entwicklungen eine verlässlichere Rohstoffversorgung, aber auch eine wachsende Abhängigkeit von wenigen Lieferregionen. Ghana ist ein bedeutender Goldlieferant für die europäische Schmuck- und Industrienachfrage; Argentinien und Brasilien dominieren den globalen Sojamarkt und werden für die Proteinfuttermittel der hiesigen Landwirtschaft immer wichtiger. Die Stabilität dieser Lieferströme hängt jedoch von politischen und ökologischen Faktoren ab – ein Risiko, das der Boom derzeit noch überstrahlt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die Goldproduktion Ghanas stieg 2025 um 23,4 Prozent, angetrieben vom Kleinbergbau, der erstmals die großen Minen überholt und nun mehr als die Hälfte der nationalen Förderung ausmacht. Die von der Minenkammer vorgelegten Zahlen werden sachlich und unaufgeregt als reiner Branchenbericht wiedergegeben.
Bergbau und Agrarwirtschaft festigen ihre Rolle als Wirtschaftsmotor Lateinamerikas: Argentiniens Bergbauexporte könnten 2026 die Marke von neun Milliarden Dollar überschreiten, angeführt vom Lithium, während Brasilien bereits die Hälfte seiner Auslandserlöse aus der Landwirtschaft erzielt. Die regionale Darstellung zeichnet das Bild eines aufstrebenden globalen Rohstoffgiganten und verbindet pragmatische Prognosen mit einem selbstbewussten, zukunftsorientierten Ton.
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