Robinsons Traumtor bringt keine Wende: Deutschland gewinnt letzten US-Test vor Heim-WM
Antonee Robinson erzielte ein spektakuläres Tor, doch die USA unterlagen Deutschland im letzten Härtetest vor der Fußball-Weltmeisterschaft mit 1:2. Trainer Pochettino spricht von wachsender Euphorie.

Es war ein Moment der Magie, der selbst gestandene Experten von den Sitzen riss: Als der Ball nach einer Ecke vor die Füße von Antonee Robinson fiel, zog der US-amerikanische Verteidiger aus gut 20 Metern ab und versenkte das Geschoss unhaltbar im linken Winkel. Der Treffer, von Teamkollege Christian Pulisic als „sick“ – krankes Tor – geadelt, glich die frühe Führung Deutschlands durch Kai Havertz aus und weckte vor 60.000 Zuschauern im Soldier Field von Chicago kurzzeitig Hoffnungen auf eine Wende. Doch es reichte nicht: Leroy Sané traf in der zweiten Halbzeit zum 2:1-Endstand und besiegelte die Niederlage des Mitgastgebers im letzten Test vor der Heim-WM – es war der neunte Sieg der DFB-Auswahl in Serie.
Das Spiel bildete den Abschluss einer Vorbereitungsphase, die man in den Vereinigten Staaten mit gemischten Gefühlen betrachtet. Zwar gelang gegen Senegal ein überzeugender Erfolg und Pulisic beendete seine Torflaute, doch die Partie gegen Deutschland offenbarte altbekannte Schwachstellen – insbesondere bei gegnerischen Standards, wie Havertz' früher Kopfballtreffer zeigte. US-Trainer Mauricio Pochettino äußerte sich nach der Partie selbstkritisch: „Vielleicht war mein Fehler, dass ich die Begeisterung um das Team schon vor eineinhalb Jahren so erwartet habe, wie sie heute ist.“ Jetzt, so der Argentinier, sei die Euphorie wirklich spürbar – eine Einschätzung, die sich mit den Berichten zahlreicher US-Medien deckt, die trotz der Niederlage eine Aufbruchstimmung orten.
Tatsächlich scheint die Stimmung im Umfeld der Mannschaft so gut zu sein wie lange nicht. „Wir finden wirklich zu unserer Form“, sagte Mittelfeldspieler Tyler Adams nach dem Deutschland-Spiel, und selbst ob des Robinsonschen Traumtors geriet er ins Schwärmen: „Er war überirdisch. Ich habe ihm nach dem Tor gesagt: Kannst du das nicht für nächstes Wochenende aufheben?“ Solche Töne deuten auf ein gefestigtes Selbstvertrauen hin, das nötig sein wird, wenn die USA am Freitag im Eröffnungsspiel gegen Paraguay antreten.
Aus europäischer Sicht dominierte hingegen die Anerkennung für den deutschen Sieg. Schwedische Medien wie SVT priesen Robinsons Volley als „Moment der Magie“, blickten aber vor allem auf die Effizienz der DFB-Elf, die nun seit neun Spielen ungeschlagen ist. Britische Blätter wie The Independent stellten klar: Einem solchen Kunstschuss wird nicht automatisch ein Erfolg beigemessen, wenn das gesamte Team defensiv anfällig bleibt. Die unterschiedlichen Lesarten illustrieren, wie verschiedene Erwartungshaltungen die Wahrnehmung prägen: In den USA überwiegt die Hoffnung, dass solche Glanzlichter den Weg weisen; in Europa erinnert man sich daran, dass Turniere selten durch Einzelaktionen, sondern durch Stabilität gewonnen werden.
So bleibt die Frage, ob der Moment von Chicago eine Blaupause oder nur eine schöne Randnotiz war. Die Antwort wird das Turnier geben. Fest steht: Die Gastgebernation tritt mit einer Mischung aus Talent und gewachsener öffentlicher Unterstützung an, wie sie Pochettino zuletzt so eindringlich beschrieb. Gelingt es, die Defensive zu stabilisieren, könnte Robinsons Traumtor tatsächlich mehr gewesen sein als ein vergeblicher Lichtblick.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Trotz der Niederlage gegen Deutschland hat Robinsons krachender Schuss die Begeisterung der amerikanischen Fans für die Heim-Weltmeisterschaft entfacht. Der Trainer lobte die wachsende Leidenschaft und wertete das Testspiel als entscheidende Startrampe für den Turnierauftakt.
Ein Fernschuss von Antonee Robinson sorgte für das einzige Highlight des US-WM-Tests gegen Deutschland. Die nordische Presse beschreibt den technischen Geniestreich als magischen Moment, ohne auf das 2-1-Endergebnis näher einzugehen.
Während die Amerikaner ein einzelnes Tor bei einer Heimniederlage abfeiern, halten russische Beobachter die Begeisterung um das US-Team für übertrieben. Der Auftritt gegen Deutschland soll Schwächen offenbaren, die durch optimistische Parolen nur notdürftig verdeckt werden – ein steiniger WM-Weg deutet sich an.
Das Gastgeberland verliert sein Testspiel und amerikanische Medien stilisieren einen Einzelmoment zum nationalen Triumph. Für die iranische Presse ist das ein weiterer Beweis für Arroganz und Unsicherheit der Supermacht, die einen erneuten frühen K.o. auf der WM-Bühne vorhersagt.
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