Real Madrids Rekordwert und die Ökonomie des Spitzenfußballs
Real Madrid bleibt wertvollster Fußballklub der Welt – doch die Bewertungsmethoden von Forbes und Football Benchmark offenbaren eine wachsende Kluft zwischen La Liga und der Premier League.

Real Madrid festigt seine Stellung als wertvollster Fußballklub der Welt – und das trotz sportlicher Rückschläge in den vergangenen zwei Spielzeiten, in denen der Erzrivale FC Barcelona in der Liga die Nase vorn hatte und das Königsklassen-Aus jeweils im Viertelfinale kam. Das Geschäftliche indes brummt: Mit einem Umsatz von 1,27 Milliarden US-Dollar in der Saison 2024/25 übertraf der spanische Rekordmeister nicht nur den eigenen Vorjahreswert um zwölf Prozent, sondern auch den bisherigen Spitzenreiter im globalen Sport, die Dallas Cowboys aus der NFL. Forbes taxiert den Klub auf 9,5 Milliarden US-Dollar, während die Analyse von Football Benchmark einen Unternehmenswert von 7,725 Milliarden Euro ermittelt – beide Erhebungen sehen Real seit fünf Jahren unangefochten an der Spitze.
Hinter dem Primus entfaltet sich ein finanzstarkes Feld, das von der Premier League dominiert wird. In den Forbes-Top-10 finden sich sechs englische Klubs – Manchester United (7,2 Mrd. $), Liverpool (6,2 Mrd.), Manchester City (5,5 Mrd.), Arsenal (5,4 Mrd.), Chelsea (4,2 Mrd.) und Tottenham Hotspur –, die gemeinsam die wirtschaftliche Schlagkraft des Inselreichs untermauern. Der FC Barcelona, durch Sanierungsmaßnahmen um 33 Prozent auf 5,918 Milliarden Euro (Football Benchmark) gestiegen, belegt Rang zwei, doch der Abstand zu Real wächst auf über 1,8 Milliarden Euro. Aus deutscher Perspektive sticht allein Bayern München mit 5,7 Milliarden Dollar (Forbes) hervor, während Paris Saint-Germain als französische Ausnahme mit 5,8 Milliarden Dollar die Riege der kontinentaleuropäischen Spitzenklubs vervollständigt.
Die Bewertungen spiegeln freilich nicht nur sportliche Erfolge wider, sondern vor allem die Fähigkeit, Einnahmen aus Stadionbetrieb, Sponsoring und Medienrechten zu maximieren. Real Madrid profitiert massiv vom umgebauten Santiago-Bernabéu-Stadion, das sich zur profitablen Eventlocation wandelt, während die Premier League-Klubs von der kollektiven TV-Vermarktung zehren – der Fernsehvertrag der Liga generiert jährlich Milliarden und verleiht selbst mittelgroßen englischen Vereinen eine solide Basis. Dass mit Manchester City und Manchester United erstmals zwei Klubs die Marke von fünf Milliarden Euro überschritten haben, zeugt vom globalen Investoreninteresse, birgt aber auch Risiken: Regulatorische Eingriffe wie Financial Fair Play oder nationale Eigentümerprüfungen könnten die Bewertungsdynamik verändern.
Aus der Gesamtschau ergeben sich zwei gegenläufige Trends: Während die Spitzenklubs in immer neue Sphären vorstoßen – die durchschnittliche Bewertung der Top-30 stieg laut Forbes um 21 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar –, wächst die Gefahr einer Zweiklassengesellschaft im europäischen Fußball. Die wirtschaftliche Dominanz einer kleinen Gruppe könnte den sportlichen Wettbewerb langfristig verzerren, insbesondere wenn Staatsfonds und Milliardäre ihre Engagements ausbauen. Beobachter in Brüssel und bei der UEFA dürften dies mit Sorge registrieren; für die Bundesliga mit ihrer 50+1-Regel bleibt es eine Herausforderung, die Balance zwischen Tradition und globaler Konkurrenzfähigkeit zu wahren. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die aufgeblähten Bewertungen nachhaltig sind oder ob sich – wie nach der Finanzkrise 2008 – eine Blase bildet, die bei einem Konjunktureinbruch platzen könnte.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Eine Sportbusiness-Analyse zeigt, dass beide Manchester-Klubs erstmals die 5-Milliarden-Euro-Bewertung überschritten haben, bei bescheidenem Wachstum von 3% und 4%. City weist finanzielle Stabilität und zum vierten Mal in Folge einen Nettogewinn auf. Real Madrid führt die europäische Rangliste mit 6 Milliarden Euro an, 23% vor den Verfolgern.
Trotz sportlicher Enttäuschungen – zwei Jahre hinter Barcelona und jeweils Viertelfinal-Aus in der Champions League – läuft das Geschäft von Real Madrid besser denn je. Die Einnahmen stiegen auf einen Rekord von 1,27 Milliarden Dollar, ein Plus von 12%. Der Frust der Fans hat die Kommerzmaschinerie nicht beeinträchtigt.
Forbes führt Real Madrid zum fünften Mal in Folge als wertvollsten Klub der Welt, mit 9,5 Milliarden Dollar, die Top 30 erreichen zusammen 87 Milliarden. Der Bericht verweist auf den Kontrast zwischen sportlichen Rückschlägen und den boomenden Erlösen von 1,27 Milliarden Dollar.
Ein Football-Benchmark-Bericht feiert die wirtschaftliche Dominanz des spanischen Fußballs: Real Madrid erreicht mit 7,725 Milliarden Euro einen Rekord, Barcelona springt um 33% auf 5,918 Milliarden. Nie zuvor hatten zwei spanische Klubs so eindeutig die europäische Wirtschaftsrangliste kontrolliert.
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