Prognosemärkte locken junge Männer mit skurrilen Wetten und schnellem Geld
Von Ufos bis zur Jesus-Wiederkehr: Plattformen wie Polymarket erlauben Wetten auf alles – und ziehen eine neue Generation von Spekulanten an. Institutionelle Investoren wittern Geschäft.

Die Welt der Prognosemärkte erlebt einen bemerkenswerten Aufschwung. Neben traditionellen Wetten auf Politik und Sport erlauben Plattformen wie Kalshi und Polymarket ihren Nutzern zunehmend auch den Handel mit exotischen Kontrakten: Wird die US-Regierung außerirdisches Leben bestätigen? Kehrt Jesus Christus zurück? Was einst als Spielerei begann, hat sich zu einem ernstzunehmenden Marktsegment entwickelt, das junge Männer in Scharen anzieht.
Aus New York und Oklahoma berichten US-Medien über eine neue Spezies von Kleinspekulanten. Der 29-jährige Ingenieur Thomas Christian Owens eröffnete im Januar ein Konto bei Kalshi, zahlte 500 Dollar ein und wollte etwas Spaß haben. Doch schon nach einem Monat stand er in den roten Zahlen. Solche Geschichten sind typisch: Der Reiz des schnellen Geldes lockt vor allem junge Männer, die ihre Chancen oft optimistisch einschätzen. [A1]
Die Plattform Polymarket, 2019 in New York gegründet, setzt auf Blockchain-Technologie und ermöglicht den Handel mit binären Optionen auf nahezu jedes erdenkliche Ereignis. Spanische Beobachter verweisen auf das schillernde Themenspektrum: Wetten auf die Existenz von Marsmenschen, die mögliche Freilassung von Nicolás Maduro oder den Kauf von OnlyFans durch Elon Musk finden reißenden Absatz. Trotz dieser Absurditäten dominiert weiterhin die Politik einen Großteil des Volumens. [A2][A3]
Hinter den Kulissen rüsten sich indes institutionelle Investoren. Das Handelshaus Susquehanna International Group tritt als Market Maker für Kalshi auf und sorgt damit für tiefere Liquidität – ein Signal, dass Hedgefonds die oft noch illiquiden Märkte ernst nehmen. Jeremy Maletz, Leiter des Makrohandels bei Susquehanna, erläuterte kürzlich die Strategie: Absicherung über traditionelle Instrumente und Ausnutzung von Arbitrage. Für die deutschsprachigen Länder, wo Prognosemärkte regulatorisch noch eine Nische sind, könnte diese Entwicklung einen Präzedenzfall schaffen. Der Vormarsch derartiger Plattformen wirft Fragen nach Anlegerschutz und Marktaufsicht auf, die bislang unbeantwortet bleiben. [A4]
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Prognosemärkte ziehen junge Männer an, die auf schnelles Geld aus sind und das Ganze als Spaß und Einkommensaufbesserung betrachten. Ein 29-jähriger Fertigungsingenieur eröffnete ein Konto mit einer kleinen Einzahlung und setzte kleine Beträge als persönliches Geburtstagsgeschenk. Er wollte damit nicht reich werden, nur etwas zusätzliches Geld haben.
Die Plattform Polymarket befeuert einen Hype um skurrile Wetten, von der Wiederkehr Jesu bis zur Bestätigung außerirdischen Lebens. Längst geht es nicht mehr nur um Sport: Man wettet auf eine Schwangerschaft von Taylor Swift oder den Kauf von OnlyFans durch Elon Musk. Das 2019 in New York gegründete Blockchain-Unternehmen macht jedes noch so bizarre zukünftige Ereignis zu einem handelbaren Vertrag.
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