Perus Präsidentenwahl: Sánchez hauchdünn vor Fujimori – Auslandsstimmen entscheidend
Nach Auszählung von 96 Prozent der Stimmen führt Linkskandidat Roberto Sánchez mit weniger als 20.000 Stimmen. Der knappste Wahlausgang der Geschichte hängt von Auslandsperuanern und angefochtenen Wahlprotokollen ab.

Die peruanische Präsidentschaftswahl hat sich zu einem nervenaufreibenden Kräftemessen entwickelt, wie es das südamerikanische Land seit seiner Rückkehr zur Demokratie nicht erlebt hat. Am Dienstag, zwei Tage nach der Stichwahl, lag der linksgerichtete Kandidat Roberto Sánchez mit 50,05 Prozent der Stimmen nur 0,15 Prozentpunkte vor der rechtskonservativen Keiko Fujimori [A2]. In absoluten Zahlen entsprach dies einem Vorsprung von weniger als 20.000 Stimmen bei über 17 Millionen abgegebenen Voten – ein hauchdünner Grat, der sowohl die tiefe politische Spaltung des Andenstaats als auch seine fragile institutionelle Verfasstheit offenlegt.
Noch in der Wahlnacht hatte Fujimori klar geführt, doch mit dem Eintreffen der Ergebnisse aus den ländlichen Andenregionen und der Hauptstadt Lima drehte sich das Blatt [A9]. Der Rückstand der Kandidatin schmolz im Laufe des Montags dahin, ehe Sánchez am Nachmittag erstmals in Führung ging [A7]. Seither pendelt die Differenz im Bereich weniger Tausend Stimmen und verleiht den noch ausstehenden Wahlbezirken eine fast schon plebiszitäre Bedeutung.
Dabei konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf zwei Gruppen von Stimmen, deren Auszählung sich verzögert: Zum einen geht es um mehr als eine Million im Ausland registrierte Peruaner, die vor allem in Miami und Madrid wählen und rund 4,4 Prozent der gesamten Wählerschaft ausmachen [A13]. Schon in der ersten Runde hatte der Auslandsblock mit einer überproportionalen Unterstützung für einen ultrarechten Kandidaten für eine Überraschung gesorgt [A1]. Zum anderen stehen 1.500 angefochtene Wahlprotokolle (actas impugnadas) zur richterlichen Überprüfung an, die knapp eine halbe Million Stimmen enthalten und besonders in Lima, einer Hochburg Fujimoris, eine Umkehr des Ergebnisses bewirken könnten [A6][A14]. Das Meinungsforschungsinstitut Ipsos hält es deshalb für möglich, dass Fujimori die Differenz noch aufholen kann [A15]. Wahlbeobachter in Washington und Brüssel verfolgen die Entwicklungen mit Sorge, weil ein umstrittener Ausgang die politische Lähmung Perus vertiefen würde.
Beide Lager haben derweil verbal abgerüstet. Sánchez sprach von der Notwendigkeit eines breiten Konsenses gegen Korruption und Armut, während Fujimori versicherte, auch Wahlergebnisse des Gegners respektieren zu wollen [A4]. Dieser versöhnliche Ton täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass der künftige Staatschef – Sánchez oder Fujimori – das Amt unter denkbar schwierigen Vorzeichen antritt. Peru hat in der vergangenen Dekade acht Präsidenten verschlissen, und der nächste wird von 2026 bis 2031 regieren [A5]. Ohne eine stabile Mehrheit im Kongress und angesichts einer von sozialen Protesten geprägten jüngeren Geschichte erscheint Regierbarkeit für viele Beobachter in Lateinamerika und Europa als die eigentliche Wahl.
Unabhängig davon, wer am Ende siegt, richtet sich der Blick bereits auf die Zeit nach der Verkündung des amtlichen Ergebnisses. Die lateinamerikanischen Nachbarn, von Brasilien bis Chile, ebenso wie die Vereinigten Staaten und die Europäische Union werden darauf drängen, dass Peru den demokratischen Prozess ohne Gewalt abschließt. Die hauchdünne Differenz verlangt von beiden Kandidaten jene staatsmännische Zurückhaltung, die dem Land in den vergangenen Jahren so oft abhandengekommen ist.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die Präsidentschafts-Stichwahl in Peru ist extrem knapp: Der linke Kandidat Roberto Sánchez liegt nur hauchdünn vor der konservativen Keiko Fujimori. Der endgültige Ausgang hängt nun von Auslandsstimmen und strittigen Wahlprotokollen ab und schürt ein Klima der Ungewissheit und Polarisierung.
Die Auszählung in Peru zeigt ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Weniger als ein Prozentpunkt trennt die beiden Kandidaten nach 95 % ausgezählter Stimmen. Beobachter weisen darauf hin, dass die entscheidenden Stimmen aus dem Ausland und abgelegenen Regionen kommen, was die Langsamkeit und Anfälligkeit des Verfahrens unterstreicht, während das Land auf ein womöglich umstrittenes Ergebnis wartet.
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