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Papst nennt Missbrauch in Spaniens Kirche eine „Plage“

Leo XIV. trifft Opfer in Madrid und fordert von den Bischöfen konkrete Heilungswege – Kritiker sprechen von einem Fototermin.

Gesellschaft11 Quellen5 Sprachen2 Min. LesezeitAkt. 03:23

Mit einer deutlichen Geste hat Papst Leo XIV. während seines Spanien-Besuchs die Missbrauchsskandale der katholischen Kirche direkt angesprochen. In der Madrider Nuntiatur traf er am Montag sechs Überlebende sexueller Gewalt durch Geistliche und hörte ihnen fast eine Stunde lang zu. Anschließend bezeichnete er vor den versammelten Bischöfen der Spanischen Bischofskonferenz die Taten als „Plage“ und forderte „echte Heilungswege“ für die Betroffenen. Jede verletzte Person müsse „aufrichtiges Zuhören, Schutz und reale Veränderungen der Heilung“ erfahren, so der Pontifex.

Der Auftritt markiert einen Bruch mit der als zurückhaltend kritisierten Haltung seines Vorgängers Franziskus, der sich zur spanischen Aufarbeitung kaum äußerte. Die italienische Nachrichtenagentur ANSA sprach von einer „Wasserscheide“, auch wenn die erwartete vorbehaltlose Verurteilung ausblieb. Gleichzeitig kritisierten nicht eingeladene Opferverbände das Treffen als bloßen Fototermin, wie der australische Sender ABC berichtete. Aus Lateinamerika, wo das Interesse an dem aus den USA stammenden Papst groß ist, verfolgten Medien wie CNN Brasil und die kolumbianische El Colombiano die Signale genau und hoben den Aufruf zur „festen Verpflichtung“ der Kirche hervor.

Nach vatikanischen Angaben brachten die sechs Betroffenen, die unter anderem vom spanischen Bürgerbeauftragten und dem diözesanen Projekt Repara vorgeschlagen wurden, konkrete Vorschläge für einen wirksameren Schutz ein. Leo XIV. sicherte zu, diese Anregungen zur Grundlage künftiger Anstrengungen zu machen und die Kirche zu einem „sicheren Ort“ zu entwickeln, wie der italienische Sender Mediaset meldete. Die Bischöfe rief er zugleich zur Überwindung innerer Spaltungen auf, denn nur eine „in sich versöhnte Kirche“ könne mit größerer Freiheit sprechen.

Abseits der kirchlichen Selbstkritik zeigte der Besuch auch politische Dimensionen: Der argentinische Wirtschaftstitel El Cronista berichtete über eine Privataudienz bei der Madrider Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso, bei der es um Solidarität mit Einwanderern ging – ein Thema, das in Spanien und Lateinamerika gleichermaßen bewegt. So verband der Papst die innerkirchliche Schadensbegrenzung mit einem gesellschaftspolitischen Akzent.

Ob aus den Worten Taten folgen, bleibt offen. Die Forderung nach „echten Heilungswegen“ ist hoch, das Versprechen, die erhaltenen Vorschläge umzusetzen, konkret. Doch die Skepsis der Opferverbände ist tief verwurzelt. Für die katholische Kirche in Spanien, deren Glaubwürdigkeit durch jahrelangen Missbrauch und Vertuschung schwer beschädigt ist, könnte die Reise Leos XIV. zumindest den Beginn einer neuen Transparenz markieren – vorausgesetzt, die spanischen Bischöfe folgen dem päpstlichen Kurs.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Der Papst verurteilte sexuellen Missbrauch scharf als Plage und forderte die spanischen Bischöfe zu konkreten Schritten des Zuhörens, der Gerechtigkeit und der Wiedergutmachung auf. Privat traf er sechs Opfer, hörte ihnen nahe zu und empfing auch die Regionalpräsidentin, um über Solidarität mit Migranten zu sprechen. Der Besuch markiert eine Wende hin zu einer Kultur der Fürsorge.

Stampa europea continentalescetticismodistacco

Die kontinentaleuropäische Presse wertet die Worte des Papstes als lang erwarteten Bruch mit dem jahrelangen Schweigen der Bischöfe zum Missbrauch und stellt ihn damit seinem Vorgänger gegenüber. Obwohl die Opferverbände die Verurteilung nicht als so kategorisch empfanden wie erhofft, gilt der Besuch als Wendepunkt, der die spanische Kirche zu einer Kultur der Fürsorge und Wiedergutmachung drängt.

Stampa atlantica / anglosferaironiaindignazione

Die angelsächsische Presse hebt hervor, dass der Papst eine kleine Gruppe Überlebender traf, während andere Opferorganisationen die Begegnung als bloße Fotogelegenheit abtaten. Proteste und Kritik überschatteten die Geste und stellten das Engagement der Kirche für echte Rechenschaft infrage.

Diese Geschichte erschien in

11 Quellen · 5 Sprachen · 24h-Fenster

El Sol de México8. Juni, 17:06
France 248. Juni, 18:08
El Cronista8. Juni, 18:24
C5N8. Juni, 23:13
Australian Broadcasting Corporation (ABC)8. Juni, 23:14
ANSA Politica8. Juni, 23:14
El País8. Juni, 17:06
Aristegui Noticias8. Juni, 23:15