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Papst Leo XIV. warnt vor Polarisierung und buhlt um die Jugend

Bei seinem ersten Spanienbesuch seit 2011 geißelte der Pontifex spaltende Narrative, bezeichnete den Missbrauchsskandal als offene Wunde und scherzte über den Sänger Bad Bunny.

Gesellschaft6 Quellen4 Sprachen2 Min. LesezeitAkt. 16:12

Papst Leo XIV. hat bei seinem ersten Besuch in Spanien seit 2011 scharfe Kritik an der zunehmenden gesellschaftlichen Spaltung geübt. Während eines Empfangs durch König Felipe VI. und Königin Letizia im Madrider Königspalast forderte der Pontifex ein Ende „spalterischer und polarisierender Narrative“. In einer knapp 15-minütigen Ansprache dankte er Spanien zugleich für dessen „Treue zum Völkerrecht und zum Multilateralismus“, ein kaum verhohlener Hinweis auf die Konflikte der sozialistischen Regierung von Pedro Sánchez mit der US-Administration unter Donald Trump und mit Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Der Papst selbst, gebürtiger US-Amerikaner mit peruanischen Wurzeln, war von Trump mehrfach scharf attackiert worden. Die Botschaft aus Madrid lässt sich daher auch als subtile transatlantische Zurechtweisung lesen.

Zugleich sprach Leo XIV. den jahrzehntelangen Missbrauchsskandal in der Kirche offen an. „Die Missbräuche sind eine noch immer offene Wunde“, sagte er und kündigte ein Treffen mit Opfern sexueller Gewalt an. König Felipe VI. würdigte bei der Begrüßung die „Klarheit und Entschlossenheit“ des Papstes und nannte diese Eigenschaften „wesentlich für den Prozess der Heilung und Wiedergutmachung“. Der Pontifex setzt damit seine Bemühungen fort, Glaubwürdigkeit in einer tief verunsicherten Institution zurückzugewinnen.

Für Schmunzeln sorgte der 78-Jährige hingegen auf dem Hinflug. „Wenn junge Leute vor der Wahl stehen, Bad Bunny zu sehen oder den Papst – ich glaube, viele werden sich für Bad Bunny entscheiden“, scherzte er mit Blick auf das zeitgleich in Madrid stattfindende Konzert des puerto-ricanischen Superstars. Dennoch zeigte er sich überzeugt, dass auch einige kämen, „um den Papst zu sehen“. Später auf den Straßen Madrids bewies er Gespür für die Jugendkultur, als er eine bei Teenagern beliebte Handgeste, den „six seven“, imitierte. Diese Mischung aus Selbstironie und kultureller Anschlussfähigkeit unterstreicht sein Leitmotiv einer „Kultur der Begegnung statt der Konfrontation“.

Neben der innenpolitischen Dimension Spaniens – das Land ringt mit einer hitzigen Migrationsdebatte – äußerte sich Leo XIV. auch zu den internationalen Krisen. Er rief dazu auf, die Verhandlungen im Ukraine-Krieg voranzutreiben, und zeigte sich „besorgt, weil sich die Lage jedes Mal verschlechtert“. Die Visite, die noch bis Freitag dauert, findet in einem geopolitischen Umfeld statt, in dem der Heilige Stuhl zunehmend zwischen den Machtblöcken laviert. Ob der Appell des Papstes an Vernunft und Dialog in Madrid und darüber hinaus verfängt, bleibt abzuwarten – der Gegenwind von rechts und die Gleichgültigkeit vieler Jugendlicher sind keine geringen Hürden.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
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Stampa latinoamericana/ bolivariana_progressistaindignazionepragmatismo

Der Papst verurteilte polarisierende Narrative der Rechten und stellte seinen Besuch als Aufruf zu einer Kultur der Begegnung statt der Konfrontation dar. Er bezeichnete den Missbrauch durch Kleriker als offene Wunde, kündigte ein Treffen mit Opfern an und rückte das Thema ins Zentrum seiner sozialen und migrationspolitischen Botschaft.

Stampa atlantica / anglosferaironiadistacco

Mit leichter, selbstironischer Note scherzte der Papst, junge Spanier würden eher ein Bad‑Bunny‑Konzert als eine Papstveranstaltung besuchen. Der Scherz lockerte den Reisebeginn auf und machte den Popkultur‑Wettbewerb zu einer charmanten Medienanekdote.

Stampa europea continentale/ mediterraneaallarmeurgenza

Der Papst erteilte Trump eine scharfe Warnung, warf ihm vor, zu schlafen, während die Welt brenne, und drängte mit Nachdruck auf Verhandlungen in der Ukraine und im Nahen Osten. Der Besuch begann im Zeichen der Herausforderung des Unilateralismus und eines dringenden Friedensappells.

Diese Geschichte erschien in

6 Quellen · 4 Sprachen · 24h-Fenster

Excelsior7. Juni, 07:06
Poder3607. Juni, 13:31
Jornal Nacional7. Juni, 03:48
Libero Quotidiano7. Juni, 12:23
Perfil7. Juni, 07:08
Fox News7. Juni, 09:24