Neues Medikament verdoppelt fast Überlebenszeit bei Bauchspeicheldrüsenkrebs
Der Wirkstoff Daraxonrasib zielt auf die lange als unangreifbar geltende KRAS-Mutation. Auf dem ASCO-Kongress zeigten sich zudem Fortschritte bei Lungenkrebs.

Auf dem jährlichen Kongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago wurde eine Studie vorgestellt, die die Überlebenszeit von Patienten mit fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs nahezu verdoppeln kann. Das Präparat Daraxonrasib, eine täglich einzunehmende Tablette, hemmt ein mutiertes Protein, das in über 90 Prozent der Fälle das Tumorwachstum antreibt – die KRAS-Mutation, die jahrzehntelang als therapeutisch unerreichbar galt. In einer Phase-3-Studie mit 500 Patienten, deren Krebs auf eine vorangegangene Chemotherapie nicht mehr ansprach, sank das Sterberisiko um 60 Prozent. „Obwohl das Medikament den Krebs nicht heilt, ist es ein sehr großer Schritt nach vorn“, erklärte Studienleiter Zev Wainberg von der University of California in Los Angeles.
Bauchspeicheldrüsenkrebs zählt zu den heimtückischsten Tumorerkrankungen: Die Diagnose erfolgt meist erst im fortgeschrittenen Stadium, die Fünfjahresüberlebensrate liegt bei nur etwa 13 Prozent. Bisherige Immuntherapien und zielgerichtete Medikamente blieben weitgehend wirkungslos. Umso größer ist die Erregung unter Onkologen. Der französische Gastroenterologe Gaël Roth vom Universitätsklinikum Grenoble sprach von einer „Revolution“ und einem „großen Moment“ für die Krebsmedizin. Auch in Italien und der arabischen Welt wurde die Studie als „Wendepunkt“ und neuer Standard für diese tödliche Tumorart gewertet. Für Patienten bedeutet dies nicht nur eine längere Lebenserwartung, sondern aufgrund der geringeren Nebenwirkungen im Vergleich zur Chemotherapie auch eine bessere Lebensqualität.
Parallel dazu wurde auf dem ASCO ein weiterer vielversprechender Ansatz bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs präsentiert: Das Prüfpräparat Ivonescimab wirkt gleich doppelt, indem es die Tarnmechanismen des Tumors gegen das Immunsystem ausschaltet und die Bildung neuer Blutgefäße unterdrückt. In Kombination mit Chemotherapie verlängerte es das Überleben von Patienten mit fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom im Schnitt um 15 Prozent. Beobachter in Washington sehen in beiden Entwicklungen einen Beleg für den Erfolg gezielter molekularer Therapien, die die Onkologie zunehmend von der unspezifischen Chemotherapie wegführen.
Aus Sicht der deutschsprachigen Länder sind solche Nachrichten von besonderer Bedeutung. Deutschland, Österreich und die Schweiz verfügen über leistungsfähige onkologische Forschungs- und Versorgungsstrukturen, doch gerade das Pankreaskarzinom stellt eine große Herausforderung dar. Sollte sich Daraxonrasib in weiteren Studien bewähren, stünde erstmals eine breit wirksame, orale Therapie zur Verfügung. Die Zulassungsbehörden in Europa werden die Daten genau prüfen. Experten dämpfen jedoch allzu hohe Erwartungen: Von einer Heilung könne keine Rede sein, doch der Schritt markiere einen Paradigmenwechsel im Kampf gegen eine Erkrankung, die lange als austherapiert galt. Die Ergebnisse könnten zudem den Weg für die Behandlung anderer KRAS-getriebener Tumoren ebnen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Eine experimentelle Tablette verlängert das Überleben bei Bauchspeicheldrüsenkrebs – ein bedeutender Fortschritt, wenn auch keine Heilung. Forscher betrachten die Ergebnisse als pragmatischen Durchbruch und prüfen weitere Einsatzmöglichkeiten.
Ein neues Medikament verdoppelt die Überlebenszeit bei Bauchspeicheldrüsenkrebs – eine therapeutische Revolution, auf die man jahrzehntelang gewartet hat. Ärzte sprechen von einer Zeitenwende, und Frankreich koppelt den Durchbruch mit einem nationalen Präventionsprogramm, ein Paradigmenwechsel im Kampf gegen diesen vermeintlich unbesiegbaren Tumor.
Eine experimentelle Tablette verbessert die Überlebenschancen und ermöglicht Patienten mit fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs wieder Alltagsaktivitäten. Die Ergebnisse setzen einen neuen Massstab, nüchtern und datenbasiert, ohne übertriebene Hoffnungen zu schüren.
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