Mirra Andrejewas unwiderstehlicher Aufstieg: Erster Grand-Slam-Titel mit 19
Die 19-jährige Russin besiegt Maja Chwalinska im Finale von Roland Garros und wird die jüngste Titelträgerin seit Monica Seles 1992. Ihre Trainerin Conchita Martínez erlebt eine späte Genugtuung.

Die Tenniswelt hat eine neue Protagonistin: Mirra Andrejewa, 19 Jahre alt, aus Russland stammend, gewann am Samstag die French Open mit einem klaren 6:3, 6:2 gegen die polnische Qualifikantin Maja Chwalinska. Es ist der erste Grand-Slam-Titel für die Nummer acht der Setzliste, die damit zur jüngsten Roland-Garros-Championesse seit Monica Seles’ drittem Triumph in Serie 1992 avanciert. «Ich habe Roland Garros seit meiner frühesten Kindheit im Fernsehen verfolgt», sagte sie auf dem Platz, «und ich kann kaum glauben, dass ich jetzt diese Trophäe halte.» Der Sieg katapultiert sie auf Rang sechs der Weltrangliste.
Andrejewa galt lange als hitzköpfiges Talent, das an seiner eigenen Impulsivität zu scheitern drohte. In Paris aber zeigte sie eine bemerkenswerte Reife – nach eigenen Worten das Ergebnis intensiver psychologischer Arbeit. «Ich habe viel visualisiert, nicht nur für dieses Turnier, sondern seit vielen Monaten», erklärte sie. Die französische Presse (Le Figaro) porträtiert sie als «Zarin», die mit 15 Jahren versprach, den Grand-Slam-Rekord von Novak Djokovic brechen zu wollen. Nun fehlen nur noch 24 Titel. In ihrer Siegesrede bedankte sich die Russin auffallend oft bei sich selbst – ein Ausdruck jenes neuen Selbstbewusstseins, das sie nach dem Vorbild Roger Federers kultiviert hat, der einst eine ähnliche Verwandlung vom impulsiven Talent zum kalkulierten Champion vollzog.
Die Zusammenarbeit mit Trainerin Conchita Martínez steht unter einem ironischen Stern: Just die ehemalige französische Spielerin Mary Pierce, die Martínez im Finale 2000 bezwungen hatte, überreichte Andrejewa die Suzanne-Lenglen-Trophäe. Martínez selbst begegnete der Pointe mit Humor: Auf die Frage nach dem Besten der Kooperation antwortete sie, man könne Uno spielen – «und ich gewinne immer». Darauf ihre Schützlingin: «Viel Spaß! Ich bin gefeuert!» Solche Lockerheit ist neu bei einer Spielerin, die nun vom süchtig machenden Erfolg spricht und bereits den Grascourt-Saison im Visier hat. «Ich denke schon darüber nach, wie ich mich auf Rasen vorbereite», sagte sie, «denn dieses Gefühl macht süchtig.»
Aus deutschsprachiger Perspektive bleibt die Russin eine faszinierende Kontrastfolie zu den eigenen, oft zögerlichen Talenten. Während der Deutsche Tennis Bund, der Österreichische und der Schweizer Verband seit Jahren auf einen ähnlichen Durchbruch hoffen, verkörpert Andrejewa die unbekümmerte Zielstrebigkeit der neuen Generation. Ihr Erfolg in Paris dürfte nicht der letzte sein – und die etablierte Elite ist gewarnt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Der French-Open-Sieg von Mirra Andrejewa krönt ihr frühreifes Talent und ihre charakterliche Wandlung: Vom hitzigen Nachwuchstalent zur abgeklärten Siegerin, die sich an Federer orientiert. Der Erfolg wird als süchtig machend beschrieben, und die blauäugige, freche Spielerin wirkt bereits wie eine Tennis-Zarin, der noch viele Grand-Slam-Titel bevorstehen.
Die Pokalübergabe schloss einen emotionalen Kreis: Trainerin Conchita Martínez, die 2000 im Finale gegen Mary Pierce verloren hatte, sah, wie ihr Schützling die Trophäe aus den Händen ebendieser Gegnerin entgegennahm. Eine Ironie des Schicksals, die Andrejewas Sieg umso süßer macht und die alte Niederlage wettmacht.
Die Berichterstattung bleibt bei den Fakten: ein 6:3, 6:2-Sieg, die jüngste Siegerin in Roland Garros seit 1992, der Sprung auf Platz sechs der Weltrangliste. Gleich nach dem Triumph richtet Andreeva den Blick auf die Rasensaison und Wimbledon – mit dem konkreten Ehrgeiz auf einen zweiten Grand-Slam-Titel.
Der Artikel verweilt bei einem lockeren Detail: Die neue Siegerin musste ihre Pose mit dem Pokal korrigieren, den sie vor dem offiziellen Foto zu früh über den Kopf gehoben hatte. Der historische Sieg wird in einer Anekdote hinter den Kulissen gerahmt, die mit spielerischer Ironie die Unerfahrenheit des jungen Stars im Meisterritual betont.
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