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Milliardenbetrug durch globale Steuerkriminalität aufgedeckt

Mexikanische Scheinrechnungen, russischer Mehrwertsteuerbetrug und italienische Scheinfirmen: Organisierte Steuerhinterziehung verursacht weltweit Milliardenschäden. Die Methoden ähneln sich, die Netzwerke agieren zunehmend grenzüberschreitend.

Finanzen5 Quellen1 Sprachen2 Min. LesezeitAkt. 09:22

Die weltweiten Bemühungen gegen Steuerhinterziehung haben jüngst mehrere spektakuläre Erfolge erzielt, die jedoch zugleich das Ausmaß und die Raffinesse internationaler Steuerkriminalität offenlegen. Aus Mexiko meldete die Generalstaatsanwaltschaft (FGR) die Zerschlagung des Netzwerks „El Caballito“, das über mindestens drei Jahre hinweg mit gefälschten Rechnungen mehr als zwölf Milliarden Pesos – umgerechnet über 550 Millionen Euro – gewaschen haben soll. Der Fiskalsprecher Ulises Lara betonte, die Gewinne aus diesen Machenschaften könnten sogar noch höher liegen; die Ermittlungen dauern an.

Während in Lateinamerika oft Verbindungen zu Drogenkartellen vermutet werden, bedienen sich kriminelle Gruppen in Europa ausgeklügelter legaler Strukturen. In der italienischen Provinz Urbino verurteilte ein Gericht kürzlich drei chinesische Staatsbürger, die mittels eines Systems von „Apri e chiudi“-Firmen – Unternehmen, die auf dem Papier stets den Inhaber wechselten, faktisch jedoch identisch weiterarbeiteten – über 600.000 Euro Steuern hinterzogen. Die Finanzpolizei hatte das Geflecht aus kleinen Bekleidungsbetrieben seit 2017 observiert; das Urteil erging nach einem langwierigen Verfahren.

In Russland wiederum deckten Strafverfolger eine grossangelegte „Papier-Mehrwertsteuer“-Plattform auf. Laut der Agentur TASS beläuft sich der Schaden für den Staatshaushalt auf mehr als eine Milliarde Rubel (ca. zehn Millionen Euro). Mehr als zwanzig Beschuldigte – darunter Juristen, Buchhalter und hunderte sogenannte Dropper – wurden nach Razzien festgenommen, die sich von Moskau bis nach Sibirien erstreckten. Das System basierte auf fiktiven Transaktionen mit eigens dafür gegründeten Briefkastenfirmen; die Ermittler hatten die Gruppe über ein Jahr lang observiert.

Die drei Fälle illustrieren, wie Organisierte Kriminalität Steuersysteme global unterwandert – von komplexen Umsatzsteuerkarussellen bis zu simplen Scheinunternehmen. Für den deutschsprachigen Raum sind solche Szenarien alles andere als abstrakt: Allein der Mehrwertsteuerbetrug verursacht in der EU jährlich einen Schaden von geschätzt 50 Milliarden Euro, und die Täter passen ihre Methoden ständig an die zunehmende Digitalisierung der Finanzbehörden an. Die OECD und die EU setzen daher auf eine vertiefte grenzüberschreitende Zusammenarbeit und den automatischen Austausch von Steuerdaten, um den Ermittlern schlagkräftige Instrumente an die Hand zu geben. Der Druck auf nationale Alleingänge wächst – ein Trend, der auch die Steuerpolitik Deutschlands, Österreichs und der Schweiz nachhaltig prägen dürfte.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Russische Ermittler haben ein großangelegtes „Papier-Mehrwertsteuer“-Betrugssystem aufgedeckt, bei dem dem Staatshaushalt ein Schaden von über einer Milliarde Rubel entstanden ist. Die zentrale Plattform, die Scheingeschäfte mit Briefkastenfirmen ermöglichte, wurde durchsucht und über zwanzig Verdächtige in verschiedenen Regionen ins Visier genommen. Der Fall zeigt, dass der Staat entschlossen gegen Steuerhinterziehung im großen Stil vorgeht.

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Das kriminelle Netzwerk „El Caballito“ hat den mexikanischen Fiskus mit gefälschten Rechnungen und Geldwäsche um mehr als 12 Milliarden Pesos betrogen. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft tarnte sich die Gruppe als Steuerberatung und verkaufte Scheinrechnungen an legale Unternehmen. Der Fall löst Alarm aus, weil er zeigt, wie die organisierte Kriminalität die legale Wirtschaft unterwandert.

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Ein System von „Auf-Zu“-Firmen im Raum Urbino hat im Textilsektor mehr als 600.000 Euro Steuern hinterzogen. Drei chinesische Staatsbürger wurden wegen eines Schemas verurteilt, bei dem Betriebe auf dem Papier den Inhaber wechselten, aber de facto weitermachten und so die Steuer umgingen. Die Finanzpolizei deckte eine typische Steuerbetrugsmasche mit Strohmännern und Kreislauf-Umsatzsteuer-Identifikationen auf.

Diese Geschichte erschien in

5 Quellen · 1 Sprachen · 24h-Fenster

Excelsior2. Juni, 06:35
Vedomosti2. Juni, 07:35
Reforma2. Juni, 05:24
El Norte2. Juni, 05:24
Il Resto del Carlino1. Juni, 20:09