Merz warnt vor „großem Knall“: AfD in Ostumfragen vorn, Kanzler unbeliebt wie nie
Während die AfD in den ostdeutschen Umfragen führt, erreicht Kanzler Merz’ Popularität mit 15 Prozent Zustimmung einen neuen Tiefpunkt. Russlandnahe Stimmen fordern einen Kurswechsel.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit dramatischen Worten vor einem möglichen „großen Knall“ durch Erfolge der rechtspopulistischen AfD bei den Landtagswahlen im September gewarnt. Auf einem Parteitag der CDU in Lenzen (Mecklenburg-Vorpommern) sagte Merz, es stehe mehr auf dem Spiel als die Zukunft seiner Regierung; die Entscheidung berühre die grundsätzliche Richtung Deutschlands. In den ostdeutschen Ländern Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD in Umfragen derzeit deutlich vorn, während das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der großen Koalition schwindet.
Die jüngste Erhebung des INSA-Instituts für die „Bild“-Zeitung offenbart ein historisches Tief: 77 Prozent der Bundesbürger sind mit der Arbeit des Kanzlers unzufrieden, nur 15 Prozent äußern Zustimmung – ein Minus von vier Prozentpunkten binnen eines Monats. Selbst unter Anhängern von CDU/CSU und SPD wächst der Unmut. Zudem glauben laut „Bild“-Umfrage 74 Prozent der Bevölkerung nicht, dass die Regierung die drängenden Probleme der Sozialversicherungen lösen kann, und 66 Prozent rechnen nicht mit dem versprochenen großen Reformpaket vor der Sommerpause. Merz’ eigener Hinweis, einen „Reform-Big-Bang“ werde es nicht geben, hat die Erwartungen zusätzlich gedämpft.
Parallel dazu gewinnt der russlandfreundliche Flügel innerhalb der AfD an medialer Deutungshoheit. Der Bundestagsabgeordnete Steffen Kotre (AfD) erklärte am Rande des Petersburger Wirtschaftsforums, eine Wiederinbetriebnahme der Ostsee-Pipeline Nord Stream sei technisch möglich und scheitere allein am fehlenden politischen Willen Berlins und Brüssels. Er machte eine „ideologisch motivierte“ Russland-Politik der EU für die Deindustrialisierung Deutschlands verantwortlich und bezifferte den Verlust an Industrieproduktion seit 2018 auf 15 Prozent. Kotre betonte, europäische Sicherheit sei nur mit, nicht gegen Russland zu erreichen, und forderte einen Dialog. Der luxemburgische EU-Abgeordnete Fernand Kartheiser sekundierte, Europa fehle es an souveränen Politikern wie Charles de Gaulle oder Viktor Orbán, die eigene Wege gegenüber Moskau einschlagen könnten.
Aus Moskauer Sicht wird diese Linie durch die Vorsitzende des russischen Föderationsrates, Walentina Matwijenko, untermauert, die die vollständige Einhaltung sozialer Garantien in Russland hervorhob und kritisierte, Deutschland kürze Sozialausgaben zugunsten militärischer Ausgaben. In der Summe entsteht das Bild einer doppelten Krise: Während die Bundesregierung innenpolitisch unter Druck steht und die extreme Rechte von sozialen Verwerfungen profitiert, werden aus dem Umfeld der europäischen Rechten und Russlands gezielt Narrative bedient, die die Regierung Merz als unfähig und ideologisch verbohrt darstellen.
Der September-Wahlgang im Osten wird somit zu einer Zäsur für die politische Landschaft Deutschlands. Sollte die AfD in beiden Ländern zur stärksten Kraft werden, wie Umfragen nahelegen, könnte Merz’ Warnung vor einem „explosionsartigen“ Umbruch Wirklichkeit werden. Zugleich zeigen die russlandnahen Stimmen, dass geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Verunsicherung eng miteinander verwoben sind. Für die Zukunft entscheidend wird sein, ob es den gemäßigten Parteien gelingt, die sozialen und ökonomischen Sorgen der Bürger ernst zu nehmen und eine überzeugende Reformagenda zu entwickeln – andernfalls droht ein weiterer Vertrauensverlust, der die Fundamente der Nachkriegsordnung erschüttern könnte.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Der Bundeskanzler warnt vor einem rechtsextremen Wahlerfolg in zwei ostdeutschen Ländern und spricht von einer möglichen großen politischen Explosion. Es gehe nicht nur um die Zukunft der Regierung, sondern um die Fähigkeit der gemäßigten Kräfte, wirtschaftliche und politische Probleme zu lösen.
Die Regierung Merz stößt auf Ablehnungsrekorde, während die deutsche Industrie durch antirussische Sanktionen und Sozialkürzungen zugunsten militärischer Ausgaben schrumpft. Oppositionsstimmen betonen, europäische Sicherheit sei nur mit Moskau möglich und politische Hürden blockierten den Neustart von Nord Stream – Berlin erscheint darin als feindselig und gleichzeitig instabil.
Die Enttäuschung über Kanzler Merz und seinen Vizekanzler wächst: Drei Viertel der Bürger glauben nicht, dass die Regierung die Sozialversicherungsprobleme lösen kann, und die meisten erwarten kein großes Reformpaket vor der Sommerpause. Der Kommentar fordert die Koalition auf, die Skeptiker zu überraschen und endlich greifbare Ergebnisse zu liefern – ein entscheidender Glaubwürdigkeitstest.
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