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Lebensstil, Wirkstoffwiederentdeckung und moderne Therapien: Neue Fronten im Kampf gegen Krebs

Ein italienischer Onkologe mahnt zur Prävention, während Studien zu Diabetesmedikamenten und einem Entwurmungsmittel unerwartete Schutzeffekte offenbaren.

Gesundheit & Wissenschaft4 Quellen4 Sprachen2 Min. LesezeitAkt. 15:05

Der 97-jährige Onkologe Silvio Garattini hat in einem Interview einen unbequemen Befund bekräftigt: „Vierzig Prozent aller Krebserkrankungen sind auf unseren heutigen Lebensstil zurückzuführen.“ Der Gründer des Mario-Negri-Instituts in Mailand verweist dabei auf Tabak, Alkohol, Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung als zentrale Treiber [A1]. Das Wissen um diese vermeidbaren Risiken sei längst vorhanden, doch die Umsetzung scheitere vielfach – auch an gezielter Desinformation durch Marktinteressen, wie Garattini kritisiert. Seine Botschaft richtet sich nicht allein an Italien; für Deutschland, Österreich und die Schweiz mit ihren ebenfalls hohen Zivilisationskrankheitsraten ist die Mahnung ebenso relevant.

In Italien selbst ist das Bewusstsein für eine umfassende Krebsbekämpfung derweil auf anderer Ebene gewachsen. Anlässlich der Mailänder Gesundheitswoche rückte eine von Novartis geförderte Diskussionsrunde die Rolle der Patientinnen beim Mammakarzinom in den Mittelpunkt [A2]. Dank Früherkennung und therapeutischer Fortschritte liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Brustkrebs im Land inzwischen bei rund 86 Prozent, einem der höchsten Werte Europas. Doch jede fünfte Frau erleidet innerhalb von zehn Jahren nach der Erstdiagnose einen Rückfall, weshalb die kontinuierliche Nachsorge und die aktive Einbindung der Betroffenen in das Behandlungsteam als entscheidend gelten.

Jenseits der klassischen klinischen Pfade liefern zwei neue Studien überraschende Impulse. In Tiermodellen mit Hirntumoren hat ein weit verbreiteter antihelminthischer Wirkstoff, Mebendazol, das Tumorwachstum gehemmt und die Überlebenszeit der Mäuse verdoppelt; in Kombination mit Strahlentherapie wurden mehr als die Hälfte der Tiere langfristig tumorfrei [A4]. Das seit Jahrzehnten gegen Wurmerkrankungen eingesetzte Medikament greift offenbar gleich mehrfach in zelluläre Strukturen und die Blutversorgung der Geschwülste ein. Ebenfalls auf ein bekanntes, aber zweckentfremdetes Präparat setzt die Forschung zu den sogenannten GLP-1-Analoga, die ursprünglich zur Gewichtsreduktion entwickelt wurden. Gleich mehrere auf dem weltweit größten Krebskongress vorgestellte Analysen deuten darauf hin, dass diese Medikamente das Risiko, an Brustkrebs – der häufigsten Krebsart weltweit – zu erkranken und daran zu sterben, um bis zu 30 Prozent senken können [A6].

Die Zusammenschau dieser Befunde aus verschiedenen geographischen und fachlichen Perspektiven zeichnet das Bild eines vielschichtigen Kampfes. Während der Süden Europas den Akzent auf Primärprävention und neue Patient-Arzt-Allianzen legt, beleuchten Forschungsarbeiten aus Russland und dem Iran alternative pharmakologische Angriffspunkte. Die Herausforderung für die kommenden Jahre wird sein, die Erkenntnisse aus Lebensstilmedizin, repurponierten Wirkstoffen und molekular zielgerichteten Therapien so zu verknüpfen, dass sie die individuell beste Versorgung ermöglichen – und zugleich den von Garattini beklagten Mangel an praktischer Konsequenz überwinden.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Stampa latinoamericana/ bolivariana_progressistaallarmepragmatismo

Vierzig Prozent der Krebserkrankungen entstehen durch den heutigen Lebensstil, sagt Onkologe Silvio Garattini. Tägliche Prävention – Ernährung, Bewegung, Verzicht auf Tabak und Alkohol – wird als entscheidende Waffe dargestellt. Der Beitrag drängt auf sofortiges Umdenken im Alltag.

Stampa europea continentale/ mediterraneatrionfopragmatismo

In Italien liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Brustkrebs dank Früherkennung und Therapiefortschritten bei 86 %, einem europäischen Spitzenwert. Der von Novartis unterstützte Anlass feierte das Zusammenspiel von Forschung, Medikamenteninnovation und aktiven Patientinnen als Siegerteam. Die Geschichte erzählt vom stetigen Wandel wissenschaftlicher Erkenntnisse in Heilungen.

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Das weit verbreitete Entwurmungsmittel Mebendazol hemmt das Wachstum von Hirntumoren und verdoppelt die Überlebenszeit von Mäusen, ergab eine Auswertung von 22 Studien. Das preiswerte, verfügbare Medikament könnte als zusätzliche Waffe gegen mehrere Hirntumoren dienen. Der Bericht betont die dringende Notwendigkeit klinischer Studien am Menschen.

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Lenta.ru8. Juni, 06:43
MillenniuM8. Juni, 13:33
Radio Farda8. Juni, 11:06
Radio Mitre8. Juni, 13:34