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Jensen Huang: Taiwan bleibt Epizentrum der KI-Revolution – Nvidia investiert 150 Milliarden Dollar jährlich

Nvidia-Chef Jensen Huang kündigt in Taipeh eine Ausweitung der jährlichen Investitionen auf bis zu 150 Milliarden Dollar an und nennt Taiwan das Epizentrum der KI-Revolution.

Wirtschaft5 Quellen5 Sprachen3 Min. LesezeitAkt. 14:39

In Taipeh hat Jensen Huang, Vorstandsvorsitzender des kalifornischen Chipkonzerns Nvidia, eine neue Ära der Investitionen eingeläutet. Vor Mitarbeitern anlässlich des geplanten neuen Hauptsitzes sagte er, das Unternehmen gebe derzeit jährlich rund 100 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit dem taiwanischen Ökosystem aus, und diese Summe werde auf 150 Milliarden Dollar ansteigen. Noch vor vier oder fünf Jahren lag der Betrag bei lediglich zehn bis fünfzehn Milliarden Dollar. Der Grundstein für die neue Zentrale soll noch in diesem Jahr gelegt werden, der Betrieb ist für 2030 vorgesehen. Taiwan sei das „Epizentrum der KI-Revolution“ und werde es auf Jahre bleiben, erklärte Huang und verwies auf die zentrale Rolle der Insel bei der Fertigung von Chips, fortschrittlichen Verpackungstechnologien und KI-Supercomputern.

Die Ankündigung fällt in eine geopolitisch hochsensible Zeit. Kurz zuvor war Huang von einer Reise nach Peking zurückgekehrt, was die Gratwanderung des Konzerns zwischen den beiden Wirtschaftsmächten unterstreicht. Aus Washingtoner Sicht vertieft das enorme finanzielle Engagement die Abhängigkeit der amerikanischen Spitzentechnologie von Taiwan und erhöht damit das strategische Risiko im Fall einer Eskalation in der Taiwanstraße. Die US-Regierung versucht, über Exportkontrollen den Zugang Chinas zu Hochleistungschips zu beschneiden, während Nvidia gleichzeitig bemüht ist, den chinesischen Markt mit angepassten Produkten zu bedienen. Beobachter in Peking dürften Huangs Bekenntnis zu Taiwan daher als doppeltes Signal werten: als Vertrauensbeweis in die Stabilität der Insel, aber auch als Bestätigung, dass die technologische Wertschöpfungskette ohne Taiwan kaum denkbar bleibt.

Für die globalen Halbleiterlieferketten ist die Ausweitung eine Richtungsentscheidung. Taiwan beheimatet mit TSMC und Foxconn die unverzichtbaren Produktionspartner, ohne die Nvidias neueste Grafikprozessoren nicht in Serie gehen könnten. Die ökonomischen Verflechtungen sind derart eng, dass Huang von einem „Ökosystem“ spricht, das weit über klassische Auftragsfertigung hinausgeht. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird diese Abhängigkeit mit Sorge beobachtet, denn die heimische Industrie – von der Automobilproduktion bis zur Medizintechnik – benötigt dringend modernste KI-Chips für ihre digitale Transformation. Die von der EU vorangetriebene Halbleiterstrategie, die mit dem Chips Act eine Erhöhung der europäischen Produktionskapazitäten auf zwanzig Prozent des Weltmarkts anstrebt, bleibt vorerst ein Fernziel, solange die Spitzenproduktion derart auf Taiwan konzentriert ist.

Huang ließ offen, über wie viele Jahre Nvidia die jährliche Summe von 150 Milliarden Dollar aufrechterhalten will. Die schiere Größenordnung aber deutet auf einen langfristigen Horizont hin. Die Investitionen werden das Wirtschaftswachstum Taiwans weiter befeuern und gleichzeitig den Druck auf andere Standorte erhöhen, ähnliche Kompetenzen aufzubauen. Eine Diversifizierung weg von der Insel ist zwar politisch gewünscht, in der Praxis aber kurzfristig nicht zu erreichen. Taiwan bleibt damit nicht nur das pulsierende Herz der KI-Industrie, sondern auch ein neuralgischer Punkt, an dem sich wirtschaftliche Dynamik und strategische Verwundbarkeit auf engstem Raum begegnen. Der deutschsprachige Wirtschaftsraum wird sich darauf einstellen müssen, dass diese Verflechtung für den Zugang zu Spitzentechnologie mittelfristig bestehen bleibt.

Diese Geschichte erschien in

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Focus Taiwan27. Mai, 10:26
An-Nahar27. Mai, 08:18
Dagens Industri27. Mai, 08:19
CNN Indonesia27. Mai, 08:19
Sky News Arabia27. Mai, 08:16