Italienische U17 stürmt zum EM-Titel, Baldinis Notelf siegt in Griechenland
Die italienische U17 holt durch ein dramatisches Elfmeterschießen gegen Belgien den Europameistertitel. Parallel gewinnt die von Silvio Baldini betreute A-Auswahl ein Testspiel gegen Griechenland.

In der estnischen Hauptstadt Tallinn hat sich die italienische U17-Nationalmannschaft zum zweiten Mal in Folge den Europameistertitel gesichert. Im Finale bezwang das Team von Trainer Daniele Franceschini Belgien mit 4:3 im Elfmeterschießen, nachdem es nach regulärer Spielzeit 1:1 gestanden hatte. Die Belgier waren durch einen Treffer des eingewechselten Noa Ojea in der 85. Minute in Führung gegangen, doch Italien erzwang in der Nachspielzeit den Ausgleich: Nach einem Handspiel von Dierckx verwandelte Marschilo Fugazzola den fälligen Strafstoß in der 91. Minute sicher. Im anschließenden Elfmeterschießen verschossen Ojea und Moorthamer für Belgien, während die Azzurrini alle ihre Schützen trafen und so den dritten kontinentalen Titel dieser Altersklasse perfekt machten.
Zeitgleich gelang der italienischen A-Nationalmannschaft unter dem Übergangstrainer Silvio Baldini ein achtbarer 1:0-Auswärtssieg gegen Griechenland auf Kreta. Francesco Pio Esposito erzielte bereits in der 18. Minute nach Vorlage von Jeff Ekhator das Tor des Tages. In einer von Baldini stark verjüngten, überwiegend mit U21-Kräften bestückten Mannschaft musste Italien ab der 68. Minute in Unterzahl agieren, nachdem der 18-jährige Luca Reggiani nach grobem Foulspiel die Rote Karte gesehen hatte. Dennoch retteten die Azzurri den knappen Vorsprung über die Zeit, auch weil Torhüter Gianluigi Donnarumma in den Schlussminuten gegen Pavlidis und Zafeiris glänzend parierte. Es war nach dem 1:0 gegen Luxemburg der zweite Erfolg der experimentellen Auswahl, die nach dem verpassten WM-Playoff gegen Bosnien-Herzegowina Ende März zusammengestellt wurde.
Die Wahrnehmung der Ereignisse fiel international unterschiedlich aus. Während italienische Kommentatoren wie der Corriere della Sera und Il Giornale den gelungenen Generationenwechsel hervorhoben und in Esposito bereits den künftigen Sturmführer sahen, bewerteten spanische Medien den Testspielsieg eher als schalen Trost nach der verpassten WM-Teilnahme. Die indonesische Presse berichtete detailliert über den Esposito-Treffer und die numerische Unterlegenheit, arabische Nachrichtenportale fokussierten auf den U17-Triumph als Lichtblick. Aus mitteleuropäischer Perspektive fällt auf, dass Italien trotz der anhaltenden Krise des A-Teams im Jugendbereich bemerkenswerte Erfolge feiert – ein Kontrast, der Fragen nach der Durchlässigkeit des Systems aufwirft.
Für den deutschsprachigen Raum sind diese Entwicklungen nicht ohne Relevanz. Während Nationen wie Deutschland und Österreich in den letzten Jahren bei U-Turnieren hinter den Erwartungen blieben, zeigt Italien, dass eine konsequente Nachwuchsförderung Früchte tragen kann. Allerdings wird der wahre Prüfstein sein, ob Talente wie Esposito, Fugazzola oder Ojea den Sprung in die höchsten Spielklassen und schließlich in eine konkurrierende A-Mannschaft schaffen, die seit 2014 keine Weltmeisterschaft mehr erreicht hat. Die Bestellung eines dauerhaften Nationaltrainers nach Baldinis Intermezzo wird darüber entscheiden, ob der italienische Fußball seine strukturellen Probleme überwinden und wieder zu alter Stärke finden kann.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Das junge Italien-Team von Baldini gewinnt souverän in Griechenland, angeführt von Sturmtalent Pio Esposito. Am selben Tag krönt sich die U17 zum Europameister – ein deutliches Zeichen, dass die Zukunft des italienischen Fußballs trotz verpasster Weltmeisterschaften rosig ist.
Italien gewann ein Testspiel gegen Griechenland mit 1:0 im Rahmen eines unsicheren Neuaufbaus, mit einem Tor eines vielversprechenden Stürmers, spielte aber lange in Unterzahl. Der Sieg fühlt sich wie ein schwacher Trost für eine Mannschaft an, die zum dritten Mal in Folge die WM verpasst hat.
Italien kann endlich wieder lächeln: Die U17 holt den EM-Titel durch einen dramatischen Elfmetersieg gegen Belgien nach einem späten Ausgleich. Dieser Jugendtriumph wird als Lichtblick in schwierigen Zeiten dargestellt, während der Testspielsieg der A-Nationalmannschaft gegen Griechenland kaum beachtet wird.
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