Israels geheimes Netzwerk in Aserbaidschan: Baku weist Berichte über Militärstützpunkte zurück
Laut CNN soll Israel im jüngsten Krieg gegen Iran Stützpunkte in Aserbaidschan nahe der iranischen Grenze genutzt haben. Baku bestreitet dies entschieden und spricht von grundlosen Anschuldigungen.

Während des jüngsten bewaffneten Konflikts zwischen Israel und Iran soll das israelische Militär geheime Stützpunkte im Süden Aserbaidschans eingerichtet haben. Das meldete der US-Sender CNN unter Berufung auf vier informierte Quellen. Demnach operierten israelische Spezialkräfte, Drohneneinheiten und Mossad-Personal von mehreren Orten entlang der 700 Kilometer langen Grenze zwischen Aserbaidschan und Iran. Einige Positionen lagen nur 97 Kilometer von der iranischen Stadt Täbris entfernt, die während des Krieges Ziel von Angriffen wurde. Von diesen Basen aus, so die Darstellung, koordinierte Israel nicht nur Aufklärungsmissionen, sondern startete auch direkte Schläge.
Baku wies die Darstellung umgehend als „völlig haltlos“ zurück. Das Außenministerium erklärte, Aserbaidschan habe sein Territorium niemals für feindselige Handlungen gegen Drittstaaten zur Verfügung gestellt. Sprecher Aytan Hajizadeh betonte, man sei bereit, etwaige Beweise zu prüfen, doch die Anschuldigungen entbehrten jeder Grundlage. Die Regierung kritisierte CNN dafür, sich auf anonyme Quellen zu stützen und die offizielle Stellungnahme Aserbaidschans vor der Veröffentlichung ignoriert zu haben – ein Verstoß gegen journalistische Grundsätze.
Die Berichte fügen sich in das Bild einer seit Jahrzehnten engen, aber diskreten Kooperation zwischen Israel und Aserbaidschan. Seit der Unabhängigkeit Aserbaidschans 1991 unterhalten beide Länder strategische Beziehungen, die von gemeinsamen Sicherheitsinteressen und der Skepsis gegenüber dem Iran geprägt sind. Aserbaidschan, ein mehrheitlich schiitisch-muslimisches, jedoch säkular regiertes Land, hat sich als verlässlicher Partner Israels im Südkaukasus etabliert. Beobachter verweisen darauf, dass israelische Rüstungslieferungen und nachrichtendienstliche Zusammenarbeit in der Vergangenheit eine Rolle spielten, etwa bei der Eliminierung des für Auslandsrekrutierung zuständigen Pasdaran-Führers Rahman Moqadam.
Während westliche und israelische Quellen die militärische Präsenz als Fakt behandeln, stellt die iranische Führung dies als Aggression dar. Teheran, das traditionell ein gespanntes Verhältnis zu seinem nördlichen Nachbarn pflegt, sieht in einer solchen Stationierung eine Provokation. Aus Washingtoner Sicht hingegen wird die Partnerschaft mit Baku als geostrategisches Gegengewicht zum Iran geschätzt. Für Beobachter in Peking und Moskau birgt die israelische Präsenz die Gefahr einer weiteren Eskalation im Kaukasus – einer Region, in der beide Mächte eigene Interessen verfolgen. Die Dementis Bakus dürften auch als Versuch zu werten sein, das fragile Gleichgewicht mit Iran nicht weiter zu belasten, während die Regierung von Präsident Ilham Aliyev gleichzeitig ihre Souveränität betont.
Die Enthüllungen, sollten sie zutreffen, unterstreichen die Komplexität des iranisch-israelischen Konflikts, der zunehmend auch Drittstaaten einbezieht. Sie werfen ein Schlaglicht auf die stillen Allianzen im Nahen Osten und Südkaukasus. Für Europa, das auf Stabilität in der Nachbarschaft angewiesen ist, bleibt die Frage, wie sehr solche geheimen Operationen zu einer ungewollten Eskalation führen können. Deutschland, Österreich und die Schweiz haben ein sicherheitspolitisches Interesse daran, dass keine weiteren Fronten eröffnet werden – doch die Dynamik entzieht sich ihrer direkten Einflussnahme.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Aserbaidschan wird als modernes, säkulares muslimisches Land porträtiert, das enge Beziehungen zu den USA und Israel unterhält und vom Iran misstrauisch beäugt wird. Internationale Recherchen bestätigten nun, was viele für naheliegend hielten: Entlang der 700 Kilometer langen Grenze existieren geheime Stützpunkte des Mossad als Teil eines regionalen Netzwerks, das Israel gezielt nutzen könnte. Offizielle Dementis treten in den Hintergrund gegenüber der strategischen Logik, wonach diese Infrastruktur bereits bei der Ausschaltung des Wissenschaftlers Rahman hilfreich gewesen sein könnte.
Baku wies die Vorwürfe einer israelischen Militärpräsenz auf eigenem Boden strikt zurück, bezeichnete sie als völlig haltlos und forderte den Rückzug des Berichts. Die Regierung kritisierte die Verwendung anonymer Quellen ohne belastbare Belege und betonte, das Land habe sein Territorium niemals für schädigende Handlungen gegen Drittstaaten zur Verfügung gestellt. Die Affäre wird als mediale Verleumdungskampagne dargestellt, die darauf abzielt, die nachbarschaftlichen Beziehungen – insbesondere zum Iran – zu beschädigen.
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