Israel greift Hisbollah in Beirut an – fragile Waffenruhe zerbricht
Nach Raketenbeschuss aus dem Libanon bombardiert Israel erstmals seit der US-vermittelten Waffenruhe wieder Ziele in Dahieh. Eine neue Abschreckungsgleichung und diplomatische Hektik prägen die Lage.

Am Sonntag griff die israelische Luftwaffe erstmals seit der von den USA vermittelten Waffenruhe vom 27. April wieder Ziele in den südlichen Vororten Beiruts (Dahieh) an. Der Angriff erfolgte als Reaktion auf Raketen der Hisbollah auf Nordisrael und zielte nach israelischen Angaben auf Infrastruktur der vom Iran unterstützten Miliz. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete zwei Tote und zwanzig Verletzte, darunter vier Kinder und vier Frauen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz erklärten in einem gemeinsamen Statement, die Operation sei eine direkte Antwort auf die anhaltenden Angriffe der Hisbollah.
Der Angriff markiert einen Bruch der ohnehin brüchigen Waffenruhe, die zwar die Bombardierung Dahiehs weitgehend gestoppt, nicht aber die Konfrontationen im Südlibanon beendet hatte. Aus israelischer Sicht soll der Schlag eine neue Abschreckungsgleichung etablieren: Jeder Angriff der Hisbollah auf israelisches Territorium werde künftig mit einem Angriff auf Dahieh beantwortet, wie der israelische Sender Kanal 14 berichtete. Gleichzeitig betonte ein ranghoher politischer Vertreter, eine iranische Aggression würde eine Reaktion auslösen, die den Krieg neu entfachen könnte.
In Beirut zeigte sich die Hisbollah unbeeindruckt. Der Abgeordnete Hassan Fadlallah erklärte, die „Aggression auf Dahieh“ werde die Bewegung nicht vom Pfad des Widerstands und der Standhaftigkeit abbringen. Er verwies auf zuvor abgelehnte Verhandlungsbedingungen, die einen Rückzug von 2300 Kämpfern aus dem Gebiet südlich des Litani-Flusses vorsahen – eine Forderung, die als demütigend empfunden wurde. Die diplomatischen Kanäle sind dennoch aktiv: Saudi-Arabien steht nach Informationen von Al-Jadeed in Kontakt mit verschiedenen libanesischen Akteuren, darunter den Präsidentschaften, parallel zu arabischen Bemühungen, die Eskalation einzudämmen und Auswege aus der Krise zu suchen.
Aus Washingtoner Sicht wird die Verantwortung klar bei der Hisbollah verortet. Ein US-Beamter ließ über Axios verlauten, die Miliz habe die Wahl zwischen einem „sinnlosen Krieg“ oder der Rückkehr der Vertriebenen und dem Wiederaufbau. Zudem wächst die Sorge vor einer Eskalation zwischen Washington und Teheran, die anstehende Verhandlungen gefährden und eine iranische Reaktion provozieren könnte, welche die Lage unkontrollierbar macht. Ohne eine wirksame Abschreckung Israels, die Beobachter derzeit nicht erkennen, und angesichts der unnachgiebigen Haltungen beider Seiten scheint eine baldige Rückkehr zum Waffenstillstand unwahrscheinlich. Das Risiko eines Flächenbrands, der auch europäische Interessen – insbesondere die Stabilität im östlichen Mittelmeer und die Flüchtlingsbewegungen – berühren würde, ist akut.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Der israelische Angriff auf den südlichen Vorort Beiruts wird als Bruch des Waffenstillstands gewertet, mit dem demütigende, von der Hisbollah abgelehnte Bedingungen durchgesetzt werden sollen. Zivile Opfer, darunter Kinder, werden hervorgehoben, und israelische Medien propagieren eine neue Vergeltungsgleichung – jeder Angriff der Hisbollah führe unmittelbar zu einem Schlag auf die Hauptstadt. Das Narrativ betont die diplomatische Rückendeckung der USA für Israel, während arabische Vermittlungsbemühungen unter Druck geraten.
Das libanesische Gesundheitsministerium meldet zwei Tote und zwanzig Verletzte, darunter Frauen und Kinder, beim ersten israelischen Angriff auf Beirut seit Inkrafttreten der Waffenruhe. Dem Angriff vorausgegangen waren Raketen der Hisbollah auf den Norden Israels; Israels Militär spricht von einem Ziel auf parteieigene Infrastruktur, libanesische Quellen jedoch von getroffenen Wohnhäusern. Die Darstellung gibt die Fakten beider Seiten sachlich wieder.
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