Inflationsdruck in vielen Regionen nimmt im Mai leicht zu – Energie- und Nahrungsmittel treiben an
Während Argentiniens Transportkosten etwas nachlassen, überraschen Schweden und Ghana mit steigenden Raten. Jakarta hingegen bleibt stabil. Eine globale Momentaufnahme.

Im Mai 2026 zeigten sich in verschiedenen Weltregionen Anzeichen eines moderat zunehmenden Inflationsdrucks. Während die Teuerungsraten vielerorts noch weit unter den Höchstständen der Vorjahre liegen, meldeten Länder von Lateinamerika über Afrika bis nach Europa steigende Verbraucherpreise. Als gemeinsame Treiber erwiesen sich vor allem Energie- und Nahrungsmittelkosten, die durch Angebotsengpässe, Handelsbeschränkungen und Steueranpassungen unter Druck gerieten.
In Argentinien, das seit Jahren mit hoher Inflation kämpft, verlangsamte sich der Kostenanstieg im Transportgewerbe zwar auf 1,91 Prozent im Mai, nach 2,42 Prozent im April und einem Sprung von 10,15 Prozent im März, doch die Jahresrate blieb mit 48 Prozent exorbitant. Die Verbraucherinflation zog hingegen auf annualisierte 3,77 Prozent an, befeuert durch einen Anstieg der Kraftstoffpreise um bis zu 14 Prozent und teurere Fleischprodukte. Das Nachbarland Paraguay konnte derweil ein kräftiges Wirtschaftswachstum von 8,2 Prozent im Jahresvergleich vermelden, getrieben von der Landwirtschaft, was mittelfristig jedoch zusätzlichen Preisdruck erzeugen könnte.
In Ghana setzte die Inflation ihren leichten Aufwärtstrend fort und erreichte im Mai 3,7 Prozent – den zweiten Monatsanstieg in Folge, verglichen mit 3,4 Prozent im April. Besonders auffällig war der Preissprung bei frischen Tomaten, die sich gegenüber dem Vorjahr um 35,8 Prozent verteuerten, da Lieferkettenstörungen und regionale Handelshemmnisse die Versorgung verknappten. Obwohl die Rate noch weit unter dem Niveau von 18,4 Prozent vom Mai 2025 liegt, beobachten Analysten die Nahrungsmittelpreise mit Sorge.
In Europa meldete Schweden einen deutlichen Inflationsschub: Die Rate verdoppelte sich auf über 1,3 Prozent – mehr als von Ökonomen erwartet – und die Kernteuerung (ohne Energie) stieg von null auf 0,5 Prozent. Zwar liegt sie noch unter dem Zwei-Prozent-Ziel der Riksbank, doch warnen Experten vor Aufwärtsrisiken durch steigende Rohstoff- und Vorproduktpreise, die auch auf deutsche und schweizerische Importgüter durchschlagen könnten.
In Jakarta hingegen blieb die Jahresinflation mit 2,49 Prozent vergleichsweise niedrig und lag unter dem indonesischen Landesdurchschnitt von 3,08 Prozent. Diese divergierenden Signale deuten auf ein uneinheitliches globales Bild hin: Während die Energiepreise nachgeben und Lieferengpässe sich auflösen, könnten geopolitische Spannungen und klimabedingte Ernteausfälle die Teuerung jederzeit wieder anfachen. Die Notenbanken stehen vor der Herausforderung, geldpolitische Normalisierung und Wachstumsstützung in Einklang zu bringen.
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