IATA-Gewinnwarnung: Krieg und Treibstoffkosten halbieren Flugliniengewinne
Die weltweiten Fluggesellschaften müssen ihre Gewinnerwartungen für 2026 drastisch senken. Hauptgründe sind der Krieg im Nahen Osten, gestiegene Kerosinpreise und die Blockade der Straße von Hormus.

Die Internationale Luftverkehrsvereinigung IATA hat auf ihrer Jahrestagung in Rio de Janeiro eine dramatische Korrektur der Gewinnprognose für 2026 vorgelegt. Statt der zuvor erwarteten 41 Milliarden Dollar dürfte der Nettogewinn der weltweiten Fluggesellschaften auf 23 Milliarden Dollar einbrechen – nahezu eine Halbierung gegenüber der früheren Schätzung und dem Vorjahreswert von 45 Milliarden Dollar. Zwar steigt der Passagieraufkommen weiterhin, auf 5,1 Milliarden Fluggäste, und die Gesamterlöse wachsen um 9,4 Prozent auf 1,17 Billionen Dollar, doch die Kostenlawine beim Treibstoff frisst die Erträge auf.
Als Hauptursache benennt die IATA den eskalierenden Nahostkonflikt und die damit verbundene Explosion der Kerosinpreise. Die Kampfhandlungen zwischen den USA, Israel und dem Iran sowie die faktische Blockade der Straße von Hormus – einer der wichtigsten Öltransitrouten der Welt – haben die Treibstoffkosten um nahezu 100 Milliarden Dollar in die Höhe schnellen lassen. „Es gibt zwei entscheidende Faktoren: den massiven Anstieg der Kerosinpreise, der jedes Vorstellungsmaß überstiegen hat, und die Betriebsstörungen bei den Fluglinien in der Golfregion“, erklärte IATA-Generaldirektor Willie Walsh. Die Margen schrumpften auf nur noch 2 Prozent, Spielraum für Fehler bleibe praktisch keiner.
In den Chefetagen der Airlines wächst die Nervosität. Roberto Alvo, Vorstandsvorsitzender der LATAM Airlines, warnte, dass die Branche ihre Kapazitäten weiter kürzen müsse, sollten die hohen Treibstoffpreise bis 2027 anhalten. „Wenn sich das noch länger hinzieht, dann wird die Branche die Kapazität weiter anpassen müssen“, sagte er. Gleichzeitig versuchen Fluggesellschaften, die Last an die Kunden weiterzugeben: British Airways etwa kündigte an, die Ticketpreise zu erhöhen. Deren Mutterkonzern IAG rechnet damit, 60 Prozent der Mehrkosten über höhere Erlöse und Einsparungen zu kompensieren. Besonders hart trifft es die Golf-Airlines, die direkt unter dem Konflikt leiden und in die Verlustzone rutschen könnten.
Der Luftfahrtjournalist Richard Quest von CNN sprach auf der Konferenz von einem „Sisyphus-Fluch“ der Branche: Kaum scheine sie auf einem nachhaltigen Pfad, stoße die Geopolitik sie wieder talwärts. Nach der Pandemie sei es nun der Krieg, der die Erholung zunichtemache. Zwar erwartet die IATA, dass die Nachfrage stabil bleibt – ohne den Nahost-Effekt läge das Verkehrswachstum bei 3,5 Prozent –, doch die dünne Ertragslage macht die Airlines anfällig für externe Schocks. Ob sich die Lage bis 2027 entspannt oder eine längere Durststrecke bevorsteht, bleibt ungewiss. Die Branche steht vor einem neuerlichen Belastungstest.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die Fluggesellschaften werden 2026 ihren Gewinn gegenüber 2025 halbieren, obwohl die Passagierzahlen steigen, da der Nahost-Konflikt die Kerosinpreise in die Höhe treibt, ohne die Reiselust zu bremsen. Die IATA erwartet einen Nettogewinn von 23 Milliarden Dollar, deutlich weniger als die 45 Milliarden des Vorjahres – ein Widerspruch zwischen robuster Nachfrage und erodierten Margen.
Der Krieg im Iran und die faktische Schließung der Straße von Hormus treiben die Treibstoffkosten der Airlines um fast 100 Milliarden Dollar in die Höhe und halbieren 2026 den weltweiten Branchengewinn. Der Konflikt, an dem die USA und Israel direkt beteiligt sind, bürdet der Zivilluftfahrt untragbare Kosten auf und löst einen Ölpreisschock in der Weltwirtschaft aus.
Die US-israelische Militärkampagne gegen den Iran, unter einem immer wieder gebrochenen Waffenstillstand, zerrüttet die Wirtschaft und Sicherheit am Persischen Golf, während die Blockade der Straße von Hormus den Handel abwürgt. Lateinamerikanische Airline-Chefs warnen vor weiteren Kapazitätskürzungen, falls die Treibstoffpreise hoch bleiben – ein Zeichen, wie ein entfernter Krieg die Entwicklungsländer schwer trifft.
Vor dem Hintergrund des Nahost-Konflikts kündigt British Airways an, höhere Treibstoffkosten über Ticketpreiserhöhungen an die Passagiere weiterzugeben, wobei die Muttergesellschaft 60 % der Mehrkosten wieder einspielen will. Der Golf-Medienbericht stellt dies als normale geschäftliche Anpassung dar und vermittelt einen pragmatischen, nicht alarmistischen Blick auf die wirtschaftlichen Folgen des Krieges.
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