Gewaltsame Auflösung von Protesten gegen Kleidervorschriften in Herat
Nach der Festnahme dutzender Frauen wegen angeblicher Hijab-Verstöße eröffneten Taliban-Sicherheitskräfte das Feuer auf eine Protestkundgebung. Augenzeugen berichten von Toten, Verletzten und Massenverhaftungen.

Am Dienstag haben Sicherheitskräfte der Taliban in der westafghanischen Stadt Herat eine Demonstration von Frauenrechtsaktivistinnen gewaltsam aufgelöst. Nach übereinstimmenden Berichten westlicher und regionaler Medien waren die Proteste ausgebrochen, nachdem die Sittenpolizei zuvor zahlreiche Frauen festgenommen hatte, denen Verstöße gegen die strengen Kleidervorschriften vorgeworfen wurden. Ein Augenzeuge, der aus Furcht vor Repressalien anonym blieb, schilderte dem persischsprachigen Radio Farda, er habe am Bahar-Kreuzungspunkt gestanden, als die Taliban das Feuer auf die Menge eröffnet hätten. Reuters zitierte Anwohner, wonach mindestens ein Mensch getötet und mehrere weitere verletzt worden seien. Auch Dutzende Festnahmen, darunter Frauen und Mädchen, seien erfolgt. Offizielle Stellen der Taliban bestätigten weder Opfer noch Verhaftungen.
Der Protest richtete sich gegen die Festnahme von schätzungsweise 30 Frauen, die von der "Vize-und-Tugend"-Polizei wegen angeblicher Nichteinhaltung der Kopftuchpflicht in Gewahrsam genommen worden waren. Georgette Gagnon, die kommissarische Leiterin der UN-Mission in Afghanistan, hatte dem Sicherheitsrat am Montag berichtet, unter den Inhaftierten befinde sich eine schwangere Frau. Dementi kamen umgehend: Scheich Asis ur-Rahman Muhadschir, Leiter der Hisbah-Behörde in Herat, wies die Berichte über Festnahmen laut der staatlichen Nachrichtenagentur Bachter als unzutreffend zurück. Gleichzeitig erklärte der Polizeisprecher von Herat, Sayed Masud Hosseini, die Versammlung habe "Spannungen erzeugt" und die öffentliche Ordnung gestört – der Hidschab sei eine religiöse Pflicht.
Der Vorfall verdeutlicht die Radikalität, mit der die Taliban ihr Moralregime durchsetzen. Laut einem von der russischen Wirtschaftsvertretung in Kabul veröffentlichten Reisehinweis drohen selbst ausländischen Touristinnen Verhaftungen, wenn ihre Kleidung nicht den rigiden Vorschriften entspricht: Gesicht, Hände und Füße müssen lückenlos bedeckt sein; Kopfbedeckungen dürfen nur ein Netz, keine Sehschlitze aufweisen. Selbst lautes Sprechen in Gegenwart fremder Männer ist Frauen untersagt. In der Taliban-Ideologie gilt das weibliche Gesicht als "Aura", als intimer Körperteil, der zwingend zu verhüllen ist. Aus Washingtoner Sicht unterstreichen solche Repressionen die Dringlichkeit, den Druck auf die De-facto-Regierung aufrechtzuerhalten – auch wenn westliche Hebel derzeit kaum Wirkung zeigen.
Die Niederschlagung der Kundgebung zeigt exemplarisch, wie das Taliban-System abweichendes Verhalten erstickt. Proteste sind in Afghanistan äußerst selten geworden; meist bleiben sie auf kleinste Zirkel beschränkt. Die jüngste Eskalation in Herat belegt, dass die Behörden jede Regung verteidigen, die sich gegen die 2021 eingeführte und seither stetig verschärfte Geschlechtertrennung richtet. Für europäische Staaten, die wie Deutschland humanitäre Hilfe leisten und gleichzeitig auf politische Zugeständnisse drängen, wird der Handlungsspielraum immer enger. Ohne nachhaltigen internationalen Druck, so die einhellige Einschätzung von Beobachtern in Washington und Berlin, droht sich die Lage für afghanische Frauen weiter zu verschlechtern – während die Taliban ihre Legitimation vor allem aus der strikten Auslegung der Scharia ziehen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
Die Polizei in Herat löste eine Frauenrechtskundgebung auf, nachdem die Taliban-Moralpolizei Frauen wegen angeblicher Verstöße gegen die Pflichtkleiderordnung festgenommen hatte. Zeugen berichten von einem Toten, mehreren Verletzten und Dutzenden Festnahmen, doch die Taliban-Behörden haben weder Opfer noch Festnahmen bestätigt.
Taliban-Kräfte haben eine Versammlung von Frauenrechtsverteidigerinnen und Hijab-Gegnerinnen in Herat angegriffen. Ein Augenzeuge berichtete einem europa-finanzierten Sender, dass mindestens eine Person getötet, mehrere verletzt und Dutzende festgenommen wurden, während die Taliban-Behörden eine Stellungnahme verweigerten.
Die Taliban eröffneten das Feuer auf Demonstranten, die gegen die Festnahme von Frauen wegen Verstoßes gegen die auferlegte Kleiderordnung protestierten. Ein hochrangiger UN-Vertreter erklärte vor dem Sicherheitsrat, dass rund 30 Frauen von der Moralpolizei festgenommen worden seien und Sicherheitskräfte tödliche Gewalt eingesetzt hätten, um die Menge zu zerstreuen, was zu Opfern und Festnahmen führte.
Russische Frauen, die in Afghanistan reisen, wurden vor einem konkreten Festnahmerisiko gewarnt, wenn ihre Kleidung den strengen lokalen islamischen Kleidervorschriften nicht entspricht. Ein russisches Handelszentrum verwies auf kürzliche Festnahmen von Frauen wegen Verstoßes gegen die Kleiderordnung und veröffentlichte detaillierte Richtlinien: dicke, unauffällige, locker sitzende Kleidung, vollständige Bedeckung von Gesicht, Händen und Füßen, einschließlich eines Netzkopfschleiers ohne Augenschlitze.
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